Waldstadion am Erbsenberg – Ort der Sehnsucht…

Von außen empfängt der Lautrer Erbsenberg seine Besucher mit frischer Farbe. Doch wenn man die wenigen Stufen zum eigentlichen Stadion erklimmt, fühlt man sich als würde man eine längst vergessene Zeit betreten. Von Bäumen umsäumt wirkt das Waldstadion irreal, wie ein Ort an dem die Uhr einfach stehen geblieben ist. 6d7f979a7c689c399f53d79ef107581fSie zeigt eine Zeit die man heute nur noch von vergilbten schwarz-weiß Bildern kennt. Als die „Willimowski“ Elf, benannt nach dem ehemaligen polnischen und deutschen Nationalspieler Ernst Otto Willimowski Anfang der Fünfziger Jahre fester Bestandteil der Oberliga war. Als Fritz Walter als junger Spieler des FCK, Trainer des VfR war. Als man als Spieler der „Blauen“ nicht zu den „Roten“ wechselte.

49e7216f9cdc549399499aad9315c5ff

Teile der Tribüne stammen von 1925

Der ältere Herr im Kiosk hinter der alten Holztribüne, er kennt sie noch die Geschichten über das Stadion. Über die alte Anzeigentafel die schon lange nicht mehr steht und an die man die Zahlen noch mit langen Stöcken anhängen musste. Als „Stefan´s Vater“ Günter Kuntz noch hier im Mittelfeld wirbelte und nach Neunkirchen wechselte, weil man ja zu den „Roten“ nicht durfte. Damals gab es noch diese Rivalität, heute erzählt der Rentner stolz das er schon seit 50 Jahren Mitglied bei den Roten und bei den Blauen ist. Es ist ja nicht mehr wie früher, hört man ihn öfter sagen und seine Augen verraten das ihm das „früher“ fehlt.

9b48e3ada487afb10a75153442952628

kein Rauchverbot auf der Tribüne

Mit Wehmut spricht er vom Zustand des Stadions. Die Gegengeraden bestehend aus Stehstufen droht der Natur zum Opfer zu fallen. „Man bräuchte schon jemanden der den ganzen Tag nichts anders macht, als das Stadion im Schuss zu halten“, dabei machen seine Zeigefinger und sein Daumen die altbekannte Geste. Auch die alte Holztribüne hat schon bessere Tage erlebt, doch noch steht sie da. Stolz, von Witterungen gezeichnet und irgendwie doch wie ein Symbol des VfR. Die junge Mannschaft gewinnt in einem ansehnlichen Pokalspiel 2:0 gegen die Gäste aus Schopp und der ältere Herr rechnet mit Stift und Notizblock in seinem Kiosk,den Umsatz des Tages. Irgendwie hofft man als Besucher das die Uhr noch lange stehen bleibt.

Gegengeraden

Gegengeraden

Die Vereinskneipe aus früheren Tagen unter der alten Holztribüne gibt es nicht mehr. Dafür findet man einen Anbau am Stadion in dem es heute eine Pizzeria gibt, in der die Besitzer augenscheinlich nicht soviel von der Vereinstradition halten. Alte Bilder, Wimpel oder Pokale sucht man hier vergebens. Auch ein Vereinsarchiv gibt es leider nicht, es scheint als wäre das Stadion das einzigste was noch übrig geblieben ist.

bekannte Spieler

  • Ernst Otto Willimowski, spielte von 1951 bis 1955 für den VfR. Wurde diverse Male polnischer Meister und Torschützenkönig. Er war der erste Spieler der bei einer WM vier Tore schoß, er wiederholte das Kunststück als deutscher Nationalspieler nochmals. Mit dem TSV 1860 München gewann er 1942 den Tschammerpokal gegen die damals „großen“ Schalker. Ernst Willimowski ist der einzige Spieler, der als Torschütze sowohl gegen Deutschland (am 9. September 1934 beim 2:5 in Warschau) als auch für Deutschland erfolgreich war (13 in 8 Spielen).
  • Dietmar Schwager, ehemaliger Borussentrainer (1976-1977, 1977-1979) spielte von 1962-1964 für den VfR.
  • Robert Jung, Trainerfuchs im Südwesten spielte ebenfalls von 1963-1966 für den VfR

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>