Fussball.de relauncht…oder wie der DFB (s)einen Markt entdeckt

Manch einer nutzt zur Informtionssuche transfermarkt.de, andere bevorzugen fußball de. Wer letztere Seite bevorzugt wird schon gemerkt haben das die Seite neu relauncht wurde. Doch nicht nur das Aussehen der Seite hat sich verändert…

$T2eC16FHJGIFFo(5Me!rBRi-stESdw~~60_12War bisher die Deutsche Telekom für die Seite verantwortlich, ist es seit dem 1.August der DFB. Dieser hat durch die Hamburger Agentur Matt/next fussball.de einen umfassenden Relaunch unterzogen. Der Deutsche Fußballbund will die Seite in Zukunft sowohl redaktionell als auch technisch kontinuierlich weiterentwickeln, dafür hat man extra Journalisten angeworben. Schwerpunkt soll dabei ausschließlich der Amateurfußball sein. Neben den bisherigen Inhalten soll es den aktiven Spielern möglich sein, ihre eigenen Profile anzulegen und zu pflegen, also so ein bißchen wie transfermarkt.de aber eben auf Amateurebene.

So weit so schön, doch auch wenn Herr Niersbach „von einem besonderen Tag für den Amateurfußball in Deutschland“ bei der Präsentation sprach, am Ende geht es einmal mehr vorallem um Geld. Immerhin 6,5 Millionen lässt sich der DFB das in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post kosten. Ein teures Erbe dafür das man die Zeit verpennt hat und nun der Konkurrenz hinterherhinkt. Es geht hier immerhin um einen Markt bei dem z.B. der Jungunternehmer Thomas Arnitz Millionen durch Werbekunden auf seinem ligaportal.at auf dem österreichischen Markt verdient. Millionenfache Exklusivklicks lassen die Kassen klingeln. Das hat man wohl nun auch, acht Jahre nachdem ein bayrischer Schüler fupa.net entwickelte beim DFB gemerkt. Allerdings scheint man dabei nicht vorzuhaben in einen fairen Wettstreit mit der Konkurrenz u.a. Fupa.net oder fanreport eingehen zu wollen. So schickte der DFB sein „Abteilungsleiter PR“ mit schönen bunten Fotos und noch tolleren Texten auf  Tour durch die Verbände. Dabei sollen solch Vokabularien wie „Datendiebstahl“ gefallen sein, auch die Berichterstattung der Konkurrenz soll man als fragwürdig bezeichnet haben.

Kein Wunder wird der DFB auf die Zusammenarbeit mit den Verbänden und Vereinen angewiesen sein um sein Projekt aktuell zu halten und vorallem umfassend aufzustellen. Natürlich gibt es auch schöne Videos im Netz die dafür werben, dass man damit das angeschlagene Image des Amateurfussballs ins rechte Licht rücken will. Ob allerdings auch irgendwas von den Gewinnen im Amateurfußball landen wird bleibt offen. Interessant ist allerdings was sich aktuell in Bayern abspielt und man kann nur hoffen das dass Beispiel keine Schule macht. So verpflichtete der Bayerische  Fußballverband bei seinem Verbandstag am 18. Juli in Bad Göggingen per Mehrheitsbeschluss (260 Delegierte, darunter überwiegend Funktionäre) die Vereinsmitglieder, dass sie die Internetseite des Verbandes  bedienen müssen. Die Beschlussvorlage kam von der Verbandsspitze. Wer sich nicht an diese Vereinbarung hält dem droht wohl ein Bußgeld von angeblich 30 Euro. Leicht vorstellbar das man auch zu anderen Mitteln greifen könnte.

Es scheint so als wolle man der Konkurrenz nicht nur das Wasser abgraben, sondern die Quellen ganz zum versiegen bringen. Da macht es sich schon ganz gut wenn man nun Videos ins Netz stellt von dir und mir und so ganz „bürgernah“ hehrere Motive hinter fussball.de wecken möchte. Doch erstens wird man den Beteiligten kaum sämtliche Hintergründe verraten haben und zweitens wie glaubhaft können solch Bekenntnisse noch sein in einer Zeit in der Fußball zur Inszenierung verkommen ist und der DFB fleissig mit dreht am Rad des Kommerzes…und wer am Ende das Monopol hat, hat Macht und wer Macht hat…

Fakt ist: Der DFB wird seine Ergebnisse und Tabellen nur an ausgewählte Medienkonglomerate wie die Madsack-Gruppe verkaufen, womit die Kritik wohl auch in Zukunft leise bleiben wird. Weshalb ich euch gerne nochmals diese Reportage des zdf empfehlen möchte…

 

*Eine wichtige Grundlage für den Text war der sehr gute Artikel des „abseits“ Magazins aus Braunschweig…

 

 

 

 

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