An freien Tagen nur Borussia

Ein normaler Arbeitnehmer hat für gewöhnlich zwei freie Tage in der Woche: den Samstag und den Sonntag. Jeder nutzt diese Tage anders. Manche wollen einfach entspannen, manche einen trinken gehen, manche mit der Familie zusammen sein…. Und dann gibt es uns: Die Fußballfanatiker. Im Kalender steht an den freien Tagen nur Borussia. Und an diesem Wochenende stand Borussia auch zweimal auf dem Kalender. Am Samstag in Saarbrücken gegen Saar 05 im Topspiel und Sonntag das erste Spiel der Damenmannschaft in Oberwürzbach.

Premiere unter Borussenwetter

Premiere unter Borussenwetter

Das Topspiel
Die Ausgangslage für dieses Spiel war klar. Saar 05 war kleiner Favorit, wobei trotzdem mit Borussia Neunkirchen zu rechnen war. Sollten wir auf dem Kieselhumes gewinnen können, könnten wir bestenfalls Tabellenführer werden. (Was später durch den Sieg von Hauenstein auch mit einem Sieg unserer Seite nicht passiert wäre). Mit guter Stimmung reisten wir also mit 3 besetzten Autos nach Saarbrücken. Aufgrund des von Saar 05 ausgerufenen Trommelverbots hatten wir alle die Hände geschont um kräftig zu klatschen.

Als wir ins Stadion rein sind war ich ehrlich erstaunt. Ich war vorher noch nie dort und hätte eher einen Sportplatz erwartet, als ein tatsächlich kleines Stadion. Punktabzug gibt es für die Leichtathletikbahn, die jeden Fan einfach vom Spielfeld distanziert. Dafür bietet Saar 05 hinter beiden Toren jeweils ein großes, cooles Graffiti, welches einmal für Leichtathletik und einmal für Fußball gemacht wurde.
Trainer Paulus musste auf die schwere Verletzung von Leistungsträger Kirchen reagieren und brachte vor 750 Zuschauern (ca. 350 Borussen) folgende Startfelf auf den Platz: Flauss – Cullmann, Mbote, Backmann, Kizmaz – Haliti – Weston, Iashvili, Kadrija – Dausend, Haas.

Gegengeraden Kieselhumes

Gegengeraden Kieselhumes

Beide Mannschaften gingen offensiv in die Partie, ohne großes Abtasten und schon in den Anfangsminuten traf Neunkirchen nach einer Kopfballverlängerung eines Freistoßes durch Mbote. Leider wurde auf Abseits entschieden.
Dies war an diesem Nachmittag auch so ziemlich die einzig gute Aktion von Mbote, für meinen Geschmack ist er kein IV und vor allem zu langsam in der Viererkette.
Nach dem aberkannten Tor ging es munter hin und er, Flauss hatte gute Paraden und Haas hatte eine Torchance, die er sonst im Schlaf macht. Mit dem 0 – 0 ging es dann in die Pause.

Den Wiederanpfiff verschliefen die Borussen dann ein wenig und hatten Glück, dass Saar 05 irgendwie nicht mehr so treffsicher war und sie selbst noch Sebastian Flauss im Kasten hatten. Paulus reagierte in der 58. Minute, nahm den kämpferischen Weston runter und brachte Simonetta.
Danach wurde das Spiel auf der Seite der 05er ruppiger. Viele kleine, aber harte Fouls, die der Schiri meist gar nicht pfiff und wenn, dann ließ er sich nur schwer zur gelben Karte hinreißen. Borussia hatte noch eine Riesenchance in Form von Haas, wieder eine 1000&ige, aber auch er hatte kein Glück am Samstag.
In der 88. Minute brachte Paulus dann noch Ljaic für den wieder sehr starken Kadrija, aber auch mit der frischen Kraft hat es nicht mehr zu einem Tor gereicht.
Alles in allem ein verdientes 0:0, hätte auch ein 1:1 sein können und wenn man es mit der Borussia gut will, dann hätten sie auch die 3 Punkte mitnehmen können. So sind sie jetzt weiter oben dabei, allerdings auf den fünften Rang zurück gefallen.

Frauenfußball nach 109 Jahren Borussia

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die allerste Damenmannschaft der Vereinsgeschichte…

Am Samstagabend ging es dann noch auf die Neunkircher Kirmes mit einer kleinen Kneipentour inklusive. Am Sonntag dann so ziemlich alles verpennt, klingelte um 15:00 Uhr der Wecker. Aufstehen, Kaffee trinken, Zigarette rauchen, duschen, anziehen und ab ans Ellenfeld. Um 15:45 Uhr war Treffpunkt zum ersten Frauenfußballspiel in der Vereinsgeschichte von Borussia. Wir fuhren zu dritt nach Oberwürzbach.
Dort erwartete uns ein freier Eintritt und ein Ascheplatz (Für die Spielerinnen sicher unangenehm, für mich ein cooler Ground). Im Sportheim gab es hausgemachter Kuchen und Schnitzelweck und Getränke zu Tiefpreisen.

Vor geschätzten 40 Zuschauern liefen die Mädels der Borussia stolz auf, begrüßten den Gastgeber und gaben von anfang an alles. Erwähnenswert fand ich auch, dass es nicht mal Bänke oder Stühle für Trainer und Auswechselspieler gab und SV Oberwürzbach nicht mal einen Trainer hat. Dort läuft alles in Eigenregie.
Unsere Mädels machten einen frischen, konzentrierten Eindruck und hatten das Spiel von vorne weg unter Kontrolle. In den ersten Minuten hatte Jessica Woll, die Stürmerin, gute Chancen, konnte sie aber leider nicht nutzen, weil ein gegnerisches Bein am Schluss dann doch schneller war. Mitte der ersten Hälfte erzielten die Gastgeber dann das unverdiente 1:0 nach Stellungsfehlern in der Abwehr.
Den Mut und den Willen haben die Neunkircher dadurch nicht verloren, diese bissen sich sofort ins Spiel zurück, blieben aber weiterhin glücklos.
nach der Halbzeit das gleiche Bild, der VfB drückte, spielte teilweise sehr ansehlichen Fußball und kassierte trotzdem das 2:0.

Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu. Der Ball kam nach einer Ecke hoch in den Strafraum, wo die gegnerische Spielerin einfach am höchsten springt und den Ball sauber ins lange Eck köpft. Nichts zu halten. Sehr lobenswert allerdings, dass die Borussen bis zur letzten Sekunde um den Anschlusstreffer gefightet haben und sich nicht aufgaben. Für mich die wirklich herausragende Spielerin (was die Leistung der anderen nicht mindern soll) war die Stürmerin Jessica Woll, die immer präsent war, viele Antritte zeigte, sich immer anbot und in der zweiten Halbzeit auch öfter in der Verteidigung ausgeholfen hat, um keine Überzahl von SVO zustande kommen zu lassen.
Nach dem Spiel gingen wir dann noch ins Sportheim, tranken eine Cola oder auch ein Bier und fuhren erst eine Stunde nach dem Spiel wieder nach Hause. Abschließend auch ohne Sieg für eine Borussia ein schönes Wochenende. Zwei neue Grounds, eine sehr konstante 1. Mannschaft und ein historisches Spiel am Sonntag.

P.S. Mein Dank geht an Mirko, ich denke mal über eine kurze Resonanz zu seinem Text würde er sich sehr freuen…

 

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