neuer Vereinsslogan – „Alte Liebe lebt“

Seit einigen Wochen hat Borussia Neunkirchen mit dem 47jährigen Diplom Betriebswirt Dirk Ex einen Manager installiert, der sich um professionelle Strukturen rund um den Verein kümmern soll. Neben der Hauptaufgabe der Sponsorengewinnung und pflege, wird er sich hauptsächlich um organisatorische Dinge und den öffentlichen Auftritt des Vereins kümmern. Dabei hat er dieser Tage den neuen Claim des Vereins bekannt gegeben – „Alte Liebe lebt“.

Was im ersten Moment nach viel Pathos klingt, ist im zweiten Moment nicht mehr als eine kühle Manageridee. Solche Claims dienen in der Regel um eine Marke zu schaffen und zu bewerben. Dabei ist der Grad zwischen Gelungen und Einfallslos sehr schmal. Wer verbindet mit „Unsere Stadt. Unser Verein. Unsere Leidenschaft.“ Hannover 96? Oder mit „Meine Liebe. Meine Stadt. Mein Verein.“ den 1.FC Köln? Die Ähnlichkeit der Beispiele zeigt es ist gar nicht so leicht einen guten Claim zu finden. Vorallem einer der nicht so austauschbar ist wie die eben angeführten Begrifflichkeiten. Wie vorsichtig man damit umgehen muß, zeigt sich am Beispiel VfB Stuttgart der vor einigen Wochen seinen neuen Slogan „furchtlos und treu“ präsentierte. Das Ergebnis war eine in der Öffentlichkeit ideologisch angehauchte Debatte, ob man solche Begriffe überhaupt verwenden darf. Dabei stammt dieses Motto wohl von den „alten Württembergern“.

Auch der Umgang mit den Slogans ist sehr unterschiedlich, während mancher Erstligist bis heute überhaupt noch kein Motto hat, haben andere schon ihr zweites oder gar drittes. Was die Frage aufwirft wie glaubwürdig man irgendwann solche Slogans noch nehmen kann. In vielen Fällen scheinen sie eher reines Businessdenken. Das man beides aber perfekt ergänzen kann, zeigt das Beispiel Kaiserslautern. Dort schaffte man mit der „Herzblut“ Initiative eine Kampagne mit der man das komplette Umfeld mitziehen konnte. Denn und das ist die goldene Regel der Claims es muß glaubwürdig sein und zur Identifikation beitragen. Herzblut und FCK – da erinnert man sich an die 54er Weltmeister, an Stefan Kuntz oder den weinenden Andi Brehme. Der Erfolg der Kampagne war letztlich die Rettung des FCK. Auch im Saarland findet sich ein gutes Beispiel. Erinnert sei an den Saarbrücker Abstieg in die Oberliga und das darauffolgende Credo „Liebe kennt keine Liga“.

Es scheint als bräuchte es für den passenden Claim den passenden Zeitpunkt und Begrifflichkeiten die eben authentisch wirken und nicht nur aufgesetzt oder vielfältig austausch oder interpretierbar sind. Ob „alte Liebe lebt“ das Zeug dazu hat, kommt wohl auch auf den Umgang damit an. Die innovativste Idee mag es auf den ersten Blick nicht sein, wird der Begriff Liebe doch auffallend oft verwendet, z.B. Borussia Dortmund seit 2010 „Echte Liebe“ oder Union Berlin seit 2011 „Nicht ohne Liebe“. Dazu könnte man den Spruch auf fast jeden Verein anwenden, es wird wohl der Inhalt bestimmen ob diese Idee auf Dauer zu einem Synonym für Borussia wird.

 

 

 

 

 

 

 

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