Die Lage ist ernst! – Mitgliederversammlung 16.03.15

blabVier Tage nach den überraschenden Rücktritten von Herrn Ferraro, Frau Verga und Herrn Ex war es soweit. Um 19:00 Uhr sollte die geplante Mitgliederversammlung trotz der Ereignisse in den letzten Tagen stattfinden. Ort des Geschehens war der VIP-Raum des Vereins.

Eröffnet wurde die erste ordentliche Mitgliederversammlung seit drei Jahren vom verbliebenen Sportvorstand Horst Klein um 19:08 Uhr. Nach einer Gedenkminute für alle verstorbenen Mitglieder verkündete er stolz, dass 90 Mitglieder den Weg zum VIP-Raum gefunden haben. Das ist eine wirklich gute Zahl, Klein sprach von der größten Anzahl bei einer MV seit 15 Jahren (nicht offiziell bestätigt, er schätzte es so). Insgesamt verkündete er 536 Mitglieder im Verein, die Zahl sei in den letzten Jahren rückläufig.
Trotzdem ist es positiv zu erwähnen, dass es eine aktuelle und strukturiert geführte Mitgliederliste gibt, in die sich jeder vor Beginn der MV mit seiner Unterschrift bei seinem Namen eintragen musste.

Einen Jahresbericht gab es selbstverständlich nicht, da es keinen Vorstandsvorsitzenden gibt. Klein dankte als Vorstand Sport vor allem Stefan Delles und Oliver Rinder, die die Damenabteilung der Borussia allein koordinieren und den Brüdern Simonetta für ihr Engagement bei der U23. Er selbst konzentrierte sich in seiner bisherigen Amtszeit voll und ganz auf die erste Mannschaft.
Ebenfalls stellte er noch zur Verhandlung mit Semar und Rubeck klar, dass Peter Rubeck 7-8 Tage nach dem Treffen mit Klein bei einem Telefonat absagte, einfach weil er lieber in Trier bleiben würde, worauf hin auch Semar sich für sein Engagement in Trier entschied.

Nach einem Appell an die Mannschaft in Richtung den kommenden zwei Spielen gegen Saar 05 (Liga und Pokal) gab er das Wort weiter an Joachim Weiersbach. Dieser sprach davon, dass er die Geschehnisse der letzten Tage als traurig und peinlich sehe, denn neben den drei bekannten Rücktritten hat nun auch Dr. Sven Jager seine Ämter niedergelegt. An dieser Stelle muss ich ihm auch Recht geben, es ist sicher nicht die richtige Entscheidung einfach zu gehen, wenn es gerade schwierig ist. Allerdings sind auch die Beweggründe von Dr. Jager nicht bekannt.
Weiersbach machte den Mitgliedern klar, dass er auch etwas von den selbigen enttäuscht ist. Immer würde geredet werden, was man alles besser machen kann, helfen möchte aber niemand außer den immer gleichen 10-15 Personen. Ebenso deutlich zeigte er auch den momentanen Zustand des Stadions auf. „Marode“ war dabei noch eher der harmlose Begriff, er bezeichnete das Ellenfeld zum Schluss als Schrott. Ohne die Stützpfeiler und Netze der Firma F&R (Firma von Ferraro) ist kein Spielbetrieb mehr möglich und finanziell ist es für den Verein unmöglich ein bespielbares Stadion daraus zu machen.

Kommen wir nun zu ein paar Zahlen aus den Bilanzen 2011/12 und 2012/13:

Borussia hat in den beiden Spielzeiten jeweils einen Umsatz von 500.000€ erzielt. Dem stellten sich enorme Kosten entgegen, die mit diesem Umsatz nicht zu decken waren. Das ergab für die Spielzeit 2011/12 ein Minus von 86.000€ und in der darauf folgenden ein Minus von 36.000€.
Für die Bilanz 2013/14 soll Ferraro eine Halbierung der Schulden angekündigt haben, diese sei allerdings noch nicht ganz fertig und die Zahlen würden in naher Zukunft bei einer außerordentlichen MV bekannt gegeben werden.
Erschreckend auf der Kostenseite seien vor allem 42.000€ nur für den Steuerberater und die Bilanz pro Saison, so Weiersbach. Nicht weniger erschreckend auf der Umsatzseite sind die Einnahmen aus Ticketverkäufen. Lagen diese 2011/12 noch bei 66.000€, waren es in der Spielzeit 12/13 nur noch 32.000€. Auch hier appellierte Weiersbach nochmal an die Mitglieder, wie wichtig jeder Zuschauer für Borussia ist.
Allein das Stadion koste den Verein pro Saison 50-60.000€. Das ergibt bei 17 Heimspielen Stadionkosten pro Spiel von 3.529,41€ (Von 60.000€ gesamt ausgegangen). Es ist fast unmöglich diese Kosten pro Spiel zu decken.

Die Tagesordnungspunkte „Bericht der Rechnungsprüfer“ (wegen Krankheit), sowie „Entlastung des Vorstandes“ (kein handlungsfähiger Vorstand vorhanden) konnten nicht behandelt werden.

Bei der Wahl des Ältestenrats wurden folgende Kandidaten im Block gewählt: Jürgen Bettinger, Bully Boullion, Tobias Fuchs, Gerhard König, Tony Rohner und Ludwig Lang.
Als Kassenprüfer gewählt wurden Paul Georg und Wolfgang Specht.

Unter dem Punkt 8 „Sonstiges“ gab es dann viele Wortmeldungen der Mitglieder. Eine Frage an Horst Klein war, wie es mit der Gehaltszahlung der Spieler aussieht. Dieser bestätigte anschließend die kursierenden Gerüchte, dass seit Samstag 2 Gehaltszahlungen der kompletten Mannschaft ausstehen und bedauerte dies auch.

Martin Bach meldete sich mit dem Vorschlag zu Wort, dass man die Energiekosten des Ellenfelds auch an die Stadt weiter geben könnte. Wir sind ohnehin der einzige der vier großen Saarvereine, die diese noch selbst Zahlen, in Saarbrücken, Elversberg und Homburg bezahlen diese die jeweiligen Städte und Gemeinden.

Michael Krebs forderte mehr Mitspracherecht für die Mitglieder, beispielsweise bei der Wahl des AR bei der letzten außerordentlichen MV waren nur vier der acht Kandidaten anwesend, die anderen vier wurden nur mit einem kurzen Satz vorgestellt und hat man auch bis heute zum Teil nicht mehr gesehen. Trotzdem hatte man nur die Wahl sie mit dem Block zu wählen, oder alle abzulehnen. Hier bedarf es dringend einer Satzungsänderung. Dafür erntete Michael zustimmenden Applaus im ganzen Saal.
Meiner Meinung nach sollte man die Satzung ebenfalls dahingehend ändern, dass die Mitglieder den Vorstand wählen und nicht vom AR bestellt werden.

Auch eine Mutter eines Spielers der E-Jugend meldete sich und kritisierte die Jugendarbeit stark. Ständige Wechsel von Trainern, teilweise übernehmen Väter das Training, weil es keinen Trainer gibt und Kinder, die sich für Fußball interessieren werden wieder weg geschickt, weil es keine G- oder F-Jugend gibt. Ebenfalls kritisierte sie, dass die Kinder über den Winter in der Halle neben dem VIP-Raum trainieren in der es „eiskalt“ ist und die Kinder nicht einmal Getränke in Glasflaschen mitbringen dürfen, obwohl die Gaststätte ihre ganzen Kisten mit Glasflaschen in der Halle lagert.
Die Jugendarbeit der Borussia ist tatsächlich stark runter gekommen, das muss man so sagen!

Kurz darauf beendeten Klein und Weiersbach die MV. Was man mit Sicherheit sagen kann ist, dass der Spaß vorbei ist und die Sorgen um den Verein berechtigt sind. Um den Verein zu retten müssen jetzt alle näher zusammen rücken, es muss schnellstmöglich ein kompetenter Vorstand gefunden werden und ein jeder muss für die Borussia tun, was er tun kann.

Diese Mitgliederversammlung hat klar gemacht wie ernst die Lage ist und das es gerade jetzt Zeit ist für eine Aktion, wie die „Aktion 1000+X“!! Hoch lebe Eisen..

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