Borussia ist tot, es lebe Borussia

11079073_881134328612534_1167572276_nKnapp geschafft , ist auch geschafft. Doch ich möchte jetzt eigentlich keinen emotionalen Rückblick mehr schreiben, ich denke das hatten wir in der vergangenen Woche alle zur Genüge. Die Bilder und das kleine Video die weiter unten folgen sagen eh mehr als ich mit Worten hier ausdrücken könnte. 

Insofern nutze ich die Möglichkeit eher ein wenig zur Nachbetrachtung. „Der Südwesten hält zusammen, weil Eure Alte Liebe weiterleben muss – Szene KL“. So konnte man es auf der Spiesser Kurve lesen. Die Lautrer Ultras fassten damit zusammen was die ganze Woche über ablief. Ob die kleinen Vereine der Region oder eben die Ultras, Fans und Blogger der großen Vereine. Die Solidarität mit Borussia war unglaublich und wahrscheinlich so auch einmalig. „Getrennt in den Farben, Vereint in der Sache“ so in etwa kann man das beschreiben. In Zeiten in denen die Diskussionen um Werte, Traditionen und Kommerz immer neue Höhepunkte erfahren, war es um so schöner zu erleben welch Stellenwert die Borussia im südwestdeutschen Fußball immer noch geniesst.

Es ist das Gesamtpaket Vereinsgeschichte und Stadion das die Leute bewegt und das sollten all die Kritiker, mit ihren schwachsinnigen „für Tradition kann man sich nichts kaufen“ Gespräch endlich mal merken. Denn genau diese Tradition ist es, die diese einmalige Solidaritätswelle mit dem Verein und all die Emotionen ausgelöst hat. Traditition ist ein bleibender Wert mit dem man reichlich wuchern kann und letztlich eben auch Geld verdienen kann oder warum kommt ein neuer Manager und ruft als erstes ein Claim aus der auf dieser Tradition fusst? Schuld an der Misere ist nicht die Tradition, sondern die Ursachen muß man ganz woanders suchen, aber das ist ein Text für sich.

Es ist schwer vorstellbar das vor 20, 30 Jahren sowas möglich gewesen wäre, das Saarbrücker Fans so massiv für einen Spielbesuch im Ellenfeld werben. Nicht nur weil es damals kein Internet gab, sondern weil sich beide Fanszenen damals alles andere als grün waren und wahrscheinlich gab es auch die letzten Tage auf beiden Seiten gerade unter den älteren Zuschauern einige Bauchschmerzen deswegen. Doch Zeiten ändern sich und gerade die jüngeren Generationen pflegen eine mittlerweile tiefe Freundschaft. Trotzdem kann man gar nicht dick genug unterstreichen welch Unterstützung die Blau-Schwarzen die gesamte vergangene Woche zeigten. Aufrufe durch Blogs, Spieler, Spruchbänder und Durchsagen im Stadion das komplette Programm. Das nötigt schon großen Respekt ab.

Dasselbe gilt aber auch für die Fans des FCK die sich in stundenlanger Arbeit die Mühe machten uns mit dem oben erwähnten Spruchband zu überraschen. Während ich diese Zeilen schreibe, sollte im Auswärtsblock des FCK in Karlsruhe erneut eine Soli-Tapete zu sehen sein. Klar auch anderswo haben sich schon Fanszenen gegenseitig unterstützt oder mit Aktionen geholfen, aber das Fanszenen die sich eigentlich untereinander spinnefeind sind, so engagieren das kann ich mich nicht erinnern schon einmal erlebt zu haben.

So war es dann auch ein unglaubliches Bild als man auf den Mantes-la-Ville Platz einbog und am Horizont Menschenmassen erblickte. Vor den Kassen bildeten sich Schlangen und im Stadion bildeten die Blöcke 5 und 6 ein beeindruckendes Bild aus dem Innenraum. Als dann noch „You´ll Never Walk Alone“ als Einlaufmusik für die Mannschaften lief, war zumindest in der Heimkurve Gänsehautfeeling.

Danach zog es mich seit 2003 zum ersten Mal wieder auf die Gegengeraden und es war spannend den Gesprächen der älteren Zuschauer zu lauschen. So kann man als Erfahrung mitnehmen, dass es bei aller Liebe zum Netz nicht reicht nur im selbigen aufzurufen. Das sportliche Geschehen auf dem Rasen war für mich an diesem Tag nur zweitrangig. Zuviele Bekannte mit dem man sich ein Schwätzchen hielt um das Spiel wirklich zu beobachten. Saar 05 hatte das mehr an Chancen und hätte sicherlich einen Sieg mitnehmen müssen, aber die Borussenelf fightete und sicherte sich so sicherlich etwas glücklich den 31. von angepeilten 42 Punkten in dieser Saison.

In der zweiten Hälfte kam dann Markus vom Blog Rot&Weiß aus Offenbach als Gesprächspartner vorbei, ein sehr netter Zeitgenosse mit dem es wirklich Spaß machte zu plaudern. Irgendwann dann kam die Meldung von Toni aus der Sprecherkabine. Wir hatten es geschafft…1005 verkaufte Karten. Dabei hatten wir eigentlich nur um die Ernsthaftigkeit des ganzen zu unterstreichen die Zahl 1000 gewählt. Das dass am Ende wirklich möglich ist, daran hatte bei der Ideenfindung keiner geglaubt. Erst der Einsatz von euch nährte die Hoffnung das Ziel ernsthaft zu packen. Dafür möchten wir allen danken die sich beteiligt haben, Fotos im Netz sind bekanntlich immer so ein Thema…

Die Spendensammlung der Fans vom Block 5 bescherte ebenfalls das grandiose Ergebnis 873,92 Euro für den Verein, auch hier nochmal ein Dankeschön von allen Beteiligten an die Spender. Dasselbe gilt für die Menschen hinter der T-Shirt Aktion, die so weit ich weiß alle weggegangen sind und somit ein weiteres Sümmchen eingespielt haben. Der Tag war also ein Erfolg auf ganzer Linie.

Ich weiß um die Forderung jetzt so weiterzumachen, doch zumindest von meiner Seite wird es dazu keinen Aufruf vorerst mehr geben. Ganz einfach weil das eine einmalige Geschichte war, sowas funktioniert nicht im 14 Tage Takt. Aber wir brüten sicherlich schon an neuen Ideen, aber die werden noch etwas brauchen und sich dann auch eher ums Ellenfeld drehen, als um den Verein. Aber klar werden auch wir weiterhin Aufrufe unterstützen. Doch für uns als Blogger wird es Zeit jetzt mal ein paar andere heiße Eisen anzupacken und uns mal wieder unbeliebt zu machen.

 

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