Und dann sind da noch diese Glücksmomente

Armend Haliti zum 1:0... Foto: Carsten Hör

Armend Haliti zum 1:0… Foto: Carsten Hör

Es sind solche Abende wie gestern, die dich den Fußball einfach nicht verstehen lassen. Letzten Samstag schaffst du es nicht, gegen den Tabellenletzten irgendwie ein Tor zu schießen um drei wichtige Punkte einzufahren und gestern schickst du den Tabellenführer mit einem 1:0 nach Hause und das auch nicht unverdient. Wie soll man das erklären? Naja, so ist der Fußball eben, unser alter Freund.

Von Beginn an zeigte sich gestern eine kämpferische Borussenmannschaft, wie wir sie sicher die letzten Wochen öfters gesehen haben. Der Wille ist der Mannschaft ja auch in den letzten Spielen schon anzusehen. Allerdings gab es gestern den kleinen Unterschied zu sonst, nämlich dass auch Ideen und spielerische Fähigkeiten sichtbar wurden. Man konnte Spielzüge sehen, die uns am Samstag vielleicht den Sieg gebracht hätten, gestern brachten sie in der ersten Hälfte aber auch keine wirkliche Chance mit sich. Mit Haliti hast du auf der Sechs immer einen, der das Spiel super eröffnen kann, die Flügel besetzt mit Kizmaz und Kadrija, zwei jungen, schnellen und technisch starken Spielern und vorne drin dann Dausend und Haas, zwei Torjäger, denen du nur den richtigen Ball servieren musst. Eigentlich ist diese Offensive kaum zu stoppen, aber man merkt auch einfach, dass man sich nicht innerhalb eines 3/4 Jahr einspielt, erst recht nicht, wenn die Personalien jede Woche wild rotiert werden.

Flauss - Kern, Backmann, Vituzzi, Becker - Haliti, Becker - Kizmaz, Kadrija - Dausend, Haas

Flauss – Kern, Backmann, Vituzzi, Becker – Haliti, Becker – Kizmaz, Kadrija – Dausend, Haas … Foto: Carsten Hör

In der zweiten Hälfte konnten wir dann sogar nochmal einen Zahn zulegen, in den Zweikämpfen waren wir sehr sicher, ließen hinten kaum etwas zu und erarbeiten uns nun vorne auch endlich die Chancen, die in den letzten Partien einfach fehlten. Zwar kam Hauenstein ebenso zu einer dicken Chance, dem Spielverlauf nach wäre das 0:1 aber nicht verdient gewesen. Es dauerte dann bist zur 73. Minute, bis Haliti mit einem etwas komisch aussehenden Kopfball die Mannschaft und die Zuschauer erlöste. Wir führten plötzlich 1:0 gegen den Tabellenführer. Es war ein geiles Gefühl am Mittwochabend. In den letzten 20 Minuten versuchten wir uns gar nicht hinten rein zu stellen, das Team wollte weiter ihr Spiel nach vorne aufziehen und die Partie vielleicht früher entscheiden. Das gelang zwar am Ende nicht, war aber auch nicht nötig.

Das zweite Tor in 2015 bringt uns den ersten Dreier und zwar einen ganz wichtigen. Wir haben jetzt 35 Punkte, zehn Punkte vor dem ersten möglichen Absteiger der Liga, das sollte am Ende reichen und wir werden ein weiteres Mal mit einem blauen Auge davon kommen.

Schlüsselübergabe für den VW Käfer

Schlüsselübergabe für den VW Käfer

Nach der Partie besuchte ich noch die Pressekonferenz im Sportheim. Sascha Hildmann, Trainer des SC Hauenstein, kritisierte den Platz, womit er sicher auch nicht unrecht hat. Er sah das Spiel als typisches 0:0 Spiel, bei dem Borussia dann am Schluss das Tor gemacht hat. Unser Trainer Daniel Paulus konnte sich dem größtenteils anschließen, verwies aber vor allem darauf, dass wir hinten sehr sicher stehen. Das bestätigt auch die Statistik: Seit der 4:0 Niederlage in Wirges haben wir in der Liga kein Tor mehr bekommen, allerdings aber auch nur ein einziges geschossen.

Im Anschluss an die Ansprachen der Trainer kam auch unser 1. Vorsitzender Martin Bach noch zu Wort, der die Mannschaft ausdrücklich nochmal lobte und auch mit Freunde verkünden konnte, dass die Firma GHV Aktiengesellschaft der Borussia einen VW Käfer aus dem Baujahr 1961 in Borussendesign schenkt. Es gäbe auch schon ein paar Ideen, wie man dieses Auto für unsere Zwecke, sprich um Geld in die leeren Kassen zu spülen, nutzen könnte. Man darf sicher gespannt sein was da auf uns zu kommt, denn ein Käfer hat in unserem Land auch einfach einen Kultstatus.

Nach ein paar netten Gesprächen bei der ein oder anderen Zigarette im kalten Wind ging es dann ca 1 Stunde nach dem Spiel auch für mich nach Hause, mit einem Lachen im Gesicht, das gab es schon länger nicht mehr. Glücksmomente, die man schon lange nicht mehr hier gespürt hat.

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