E Neinkeijer Bub – Der Weg von Hendrick Zuck

Zuck gegen den FCS .. Bild: Thomas Burghardt

Zuck gegen den FCS 08/09 .. Bild: Thomas Burghardt

Von der Jugend bis zur Oberliga in Neunkirchen

Ursprünglich stammt er aus Großrosseln, das Spiel Fußball lernte er allerdings ca. 30 Kilometer weiter im Ellenfeld. Im Alter von 13 Jahren entschied sich Hendrick Zuck zum Wechsel, von Großrosseln zur Borussia aus Neunkirchen.

Dort durchlief er dann alle weiteren Jugendabteilungen, ehe er vor der Saison 2008/2009 von der A-Jugend direkt in die Oberligamannschaft gezogen wurde, ohne den Umweg über die U23. Trotzdem spielte Zuck parallel zur ersten Mannschaft hin und wieder auch für die U23.
Gerade volljährig geworden spielte sich Zuck als Joker in den ersten Spielen gegen den FC 08 Homburg und den 1.FC Saarbrücken schnell in die Herzen der Zuschauer. Und in den Minuten, in denen er auf dem Platz stand, schaffte er es zu überzeugen, was ihm als Belohnung einige Einsätze in der Startelf verschafft hat. Allerdings schaffte er es anfangs nicht, sich in der Startelf zu halten, die Leistungen reichten nicht aus für das vorgegebene Ziel Aufstieg in die Regionalliga (wurde am Ende bekanntlich nicht erfüllt). Aber Zuck kam immer wieder zu seinen Einsätzen und steigerte sich im Laufe seiner ersten Oberligasaison, bis er ab dem 27. Spieltag endgültig als Stammspieler im Borussentrikot auflief. Alles in allem, war es sicher eine spannende Saison für den jungen Hendrick Zuck, insgesamt kam er auf 30 Einsätze und schoss dabei vier Tore und bereitete ein weiteres vor.

In der Saison 2009/10 fehlte Zuck in den ersten fünf Spielen aufgrund einer Verletzung, trotzdem zeigte er danach sofort wieder, zu was er in der Lage ist. Nach nur einem „Comebackeinsatz“ war er sofort wieder in der Startformation dabei. Borussia schien ganz auf das 19 jährige Talent zu bauen, zurecht! Zuck überzeugte, vor allem auf dem Flügel war der technisch starke und schnelle Spieler ganz sicher einer der besten der Liga und das als U20 Spieler.
Leider hatten nicht alle Borussen dieses Niveau, weshalb Neunkirchen am Ende nur 13. wurde. Für Zuck dürfte es trotzdem eine erfolgreiche Saison gewesen sein, nach starken Leistungen stand der 1.FCK an seiner Tür und so unterschrieb er, erstmal für die U23 der Roten Teufel.
Nach zwei Spielzeiten in der Oberliga, 53 Einsätzen, 8 Toren und 4 Vorlagen war damit Schluss für Hendrick bei der Borussia. Wer mag es ihm verdenken, mit der U23 des FCK spielt er in der kommenden Saison eine Liga höher und hat die Perspektive, bei der ersten Mannschaft anzuklopfen.

Ein alter Weggefährte während seiner Zeit bei Borussia, Christoph Serr, sagt über Hendrick Zuck: Hendrick war immer ein Mannschaftsspieler, obwohl er ein besonderes Talent besaß. Nie arrogant oder eigensinnig. Durch seine besonderen Fähigkeiten musste er sich nicht so anstrengen, was nicht jedem Trainer gefiel. Daher war der Schritt zum Profi-Fussball zum richtigen Zeitpunkt, obwohl ich ihn lieber noch ein paar Jahre im Ellenfeld gesehen hätte.“

Der Weg in Liga 2 beim FCK

In den folgenden Saisons entwickelte er sich zur festen Größe in der Regionalliga West, hervorzuheben ist sicher die Saison 2011/12, in der Zuck lediglich ein Spiel aufgrund einer Gelbsperre verpasste und einmal 5 Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde. In den restlichen 34 Spielen stand er jedes Mal 90 Minuten auf dem Platz, mit 21 war er für die U23 des FCK unverzichtbar.
Und so war es nicht verwunderlich, dass er in der kommenden Spielzeit 2012/13 den endgültigen Sprung geschafft hat. Er stand im 2. Ligakader der Pfälzer und sollte dort auch sportlich mithalten können. Er saß nicht etwa Spiele lang auf der Bank und schaute zu, nein, er spielte in der Hinrunde in 18 von 19 Spielen mit.
Gleich im ersten Spiel gegen Union Berlin, zu Hause auf dem Betzenberg erzielte er auch seinen ersten Treffer in der zweiten Bundesliga. Er brachte sich in jedem Spiel für sein Team ein, wenn er spielte war sofort frischer Wind auf den Flügeln zu spüren. Und man merkte ihm an, wie sehr ihm der Fußball Spaß macht und wie gerne er auf dem Platz steht.
Mit 4 Toren und 3 Vorlagen spielte Zuck mehr als eine durchschnittliche Hinrunde für einen gerade einmal 22 Jährigen in seiner ersten Profisaison. Zudem traf er auch in der 1. Pokalrunde gegen Hansa Rostock, das Spiel gewann der FCK 1:3. In der 2. Runde gegen den FC Bayern stand Zuck leider nicht im Kader.
Das Zuck mehr als durchschnittlich spielt empfanden nicht nur viele Fans so, auch andere Vereine sahen das Potential und das jetzt schon vorhandene Können des jungen Püttlingers. Und so brachte die Winterpause den Abschied von Zuck nach 2 1/2 Jahren beim 1.FCK. Die Trikotfarbe sollte sich allerdings nicht ändern. 500.000€ legte der SC Freiburg hin, um Hendrick im Freiburger Trikot spielen zu lassen.

Der (vielleicht zu frühe) Wechsel in die Bundesliga

In der Rückrunde 2012/13 ganz oben angekommen. Als Spieler des SC Freiburg, der SC Freiburg, der gerade die beste Saison seit Jahren spielt, in der Bundesliga spielen, gegen Bayern, Dortmund, Schalke und Co. Wen reizt das nicht? Und wenn man die Chance dazu hat, dann soll man sie nutzen. Auch Hendrick Zuck wollte mit seinem Wechsel diese Chance ergreifen, allerdings sollte es dann doch etwas anders kommen.

Nur ein einziges Mal stand er überhaupt im Bundesligakader der Freiburger, am 21. Spieltag gegen Düsseldorf bekam er aber trotzdem keinen Einsatz. Eine Fersenverletzung, die ihn in der Rückrunde zweimal plagte und wegen der Zuck insgesamt 5 Wochen pausieren musste brachte ihn auch nicht näher an sein Bundesligadebüt. Ganz im Gegenteil: Nach der ersten Pause wegen der Verletzung rutschte er in die zweite Mannschaft der Breisgauer, kickte fortan wieder in der Regionalliga.
Das sollte sich auch bis Saisonende nicht mehr ändern, im SCF Trikot brachte er es in der Rückrunde auf 9 Spiele für die Zweite, bei der er zumindest wieder richtig fit werden konnte, nachdem die Fersenverletzung erneut vor dem 30. Spieltag auftauchte.

Die neue Saison 2013/14 begann sehr vielversprechend. Im DFB Pokal wurde Zuck beim Auswärtsspiel in Neustrelitz eingewechselt und machte mit seinen zwei Treffern quasi im Alleingang die zweite Runde in der Verlängerung für den SCF möglich (Endstand 0:2). Trainer Streich nahm das wohl auch gerne zur Kenntnis und schickte ihn auch im 1. Bundesligaspiel gegen Leverkusen auf den Platz. Am 10.08.2013 feierte Hendrick Zuck mit 23 sein Debüt in der Bundesliga. Blieb aber leider glanzlos und musste nach 69 Minuten wieder runter.
Erneut in die zweite Mannschaft versetzt, spielte Zuck wieder eine Saison in der Regionalliga Südwest, kämpfte über die Saison mit Sprunggelenksverletzung, Oberschenkelverletzung und zum Ende auch mit einem Muskelfaserriss. Noch einmal kam er gegen Werder Bremen in der Bundesliga für 16 Minuten zum Einsatz, ansonsten machte er insgesamt 21 Spiele, 4 Tore und 4 Vorlagen in der Regionalliga.

Leider scheinte es so, als hätte sich Hendrick mit dem Wechsel zum SCF übernommen. Seine Qualitäten sind mehr, als die Ansprüche in der Regionalliga, das ist klar, allerdings scheint er es auch nicht ganz in der Bundesliga zu schaffen. Hinzu kommen mehrere kleine Verletzungen, die immer wieder einen Rückschlag geben. Nach der Saison dann die Entscheidung, dass er und der SC Freiburg erstmal getrennte Wege gehen. Zuck geht auf Leihbasis zum Absteiger Braunschweig in die zweite Liga.

Die Wiedergeburt eines nie weg gewesenen Talents

In Braunschweig sofort Volldampf. In den ersten drei Spielen (Pokal, 2x Liga) bereitete Zuck jeweils ein Tor vor. Irgendwie scheint das von Anfang an zu passen. Eintracht Braunschweig und Hendrick Zuck harmonieren. Er bekommt Vertrauen, ist Stammspieler in der zweiten Liga und liefert dafür starke Spiele ab. Er hat in dieser Saison bisher (Sonntag ist ja noch ein Spiel) 3 Mal getroffen und 6 weitere Tore vorbereitet, was vor allem daran liegt, dass Zuck in Braunschweig auch öfter die Rolle des 10ers spielt, statt immer nur auf links. Ja, nach 1 1/2 Jahren Freiburg scheint Zuck wieder Spaß an seinem Fußball gefunden zu haben.
Er beweist wöchentlich, dass die Qualität hat in der 2. Liga zu spielen und er reift immer mehr zu einem vollständigen Spieler.

Letzte Woche hat Eintracht Braunschweig bekannt gegeben, dass sie die Kaufoption ziehen und Hendrick Zuck einen Vertrag bis 2018 unterschrieben hat. Es scheint also einfach zu passen. Und wenn er jetzt weiterhin verletzungsfrei bleibt, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass es auch bald für die Bundesliga reicht, vielleicht ja auch in Verbindung mit einem Aufstieg der Braunschweiger.

Der Weg bis ganz nach oben ist ein Schwieriger, oftmals erleidet man Rückschläge wie im Falle der Zeit beim SC Freiburg. Hendrick Zuck ist aber ein gutes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, für seinen Traum weiter zu kämpfen und ihn nie aus den Augen zu verlieren. Und mit 24 ist er noch ein junger Spieler, der noch alle Möglichkeiten und Türen offen stehen hat.
„Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“ – Winston Churchill

Hendrick Zuck bei der "Aktion 1000+X"

Hendrick Zuck bei der „Aktion 1000+X“

 

Abgehoben wie andere Fußballer, die etwas Profiluft schnupperten ist Hendrick Zuck allerdings nie. Jährlich findet er sich immer wieder im Saarland ein, wenn der Großrosseln Sparkassen-Cup stattfindet. Zur Erinnerung, vor seinem Wechsel zur Jugend von Borussia spielte er bei Großrosseln in der Jugend. Und auch so ist er immer ein angenehmer Zeitgenosse geblieben. Auch seine Mannschaft der Anfangszeit im aktiven Fußball hat er nicht vergessen. So unterstützte er von Braunschweig aus die „Aktion 1000+X“ und machte auf die schwere Lage der Borussia aus Neunkirchen aufmerksam.

In diesem Sinne, alles Gute und weiterhin viel Erfolg und vor allem Verletzungsfreiheit auf deinem Weg ganz nach oben, Hendrick!

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