Relegation – Muss das sein?

Relegation 13/14: Darmstadt rauf, Bielefeld runter.

Relegation 13/14: Darmstadt rauf, Bielefeld runter.

Am Donnerstag, Freitag, sowie am kommenden Montag und Dienstag stehen sie wieder an: Die Relegationsspiele! Wer in der nächsten Saison erstklassig spielen darf, entscheidet sich im Duell zwischen dem Hamburger SV (16. in der Bundesliga) und dem Karlsruher SC (3. in der 2. Liga). Freitags und dienstags spielen dann der TSV 1860 München (16. in der 2. Liga) und Holstein Kiel (3. der 3. Liga) um den letzten verfügbaren Platz in der 2. Bundesliga.

Zu erwarten sind also vier Abende mit vollen Stadien, die ganz großen Spiele, viel Dramatik und noch mehr Tränen. Die einen freuen sich über Aufstieg oder Klassenerhalt, die anderen werden traurig sein über Abstieg oder Nicht-Aufstieg. Selten sind Freud und Leid so nah beieinander, wie in den kommenden Spielen.
Für den neutralen Zuschauer ist das jedes Jahr eine willkommene Abwechslung zum normalen Saisonalltag und dem DFB-Pokalfinale am Samstag und dem CL-Finale in der darauffolgenden Woche Samstag. Für den Fan eines Vereins in der Relegation sind die Tage hingegen der blanke Horror. Nervosität dürfte sich gerade bei den 16. der Ligen breit machen. Etwas mehr Vorfreude dürfte man bei den Drittplatzierten beobachten können.

Allerdings frag ich mich seit längerem, muss das eigentlich sein? Ähnlich der schwachsinnigen Regelung der Aufstiegsspiele zur 3. Liga bin ich auch hier der Meinung, dass man entweder gut genug war um aufzusteigen, oder nicht bzw. so schlecht war, dass man absteigt oder nicht. Natürlich hat die Relegation eigentlich Tradition im deutschen Fußball, wurde sie ja nur für ein paar Jahre nicht ausgetragen. Aber man hätte es dabei belassen sollen.
Wie kann man beispielsweise einen Klassenerhalt des HSV mit zwei guten Spielen gegen Karlsruhe rechtfertigen, wo sie doch die ganze Saison über nicht besser waren, als ein Absteiger?

Abgesehen davon hinkt das Argument zu sehen, ob der Zweitligist überhaupt Bundesligareif ist, für mich stark. Karlsruhe tritt am Donnerstag und Montag mit einem Zweitliga Kader gegen einen Erstliga Kader an. Natürlich gab es schon öfter Überraschungen, gerade in der Relegation zur 2. Liga konnte sich der Drittligist oft durchsetzen, allerdings wird hier nicht beachtet, dass z.B. Karlsruhe bei einem Aufstieg noch eine gesamte Transferperiode Zeit hätte, um die Mannschaft für die Bundesliga fit zu machen.
So werden sie aber an ihrem Kader für die zweite Liga gemessen, ob sie gut genug sind für die Erste.

Ich sehe die Relegation sehr kritisch, hier wird künstliche Spannung und Dramatik erzeugt, um den Zuschauern noch etwas nach der Saison zu bieten. Und das auf Kosten der Vereine, schließlich ist der Einnahmenunterschied zwischen den Ligen nicht gerade gering. Wo bleibt die Fairness, wenn ein Verein, der sich über 34 Spiele den 3. Platz erkämpft hat, aufgrund einem oder zwei schlechten Tagen, an denen es nicht gegen eine Mannschaft aus einer höheren Liga reicht, trotzdem eine weitere Saison in der unteren Liga spielen muss? Vielleicht sollte man diese Regelung doch nochmal überdenken.

Trotzdem wünsch ich jedem vier schöne und faire Fußballspiele und den Vereinen viel Erfolg bei ihren unterschiedlichen Missionen.

 

Hinweis: Dies ist eine rein subjektive Meinung eines Einzelnen, nicht zwingend die des gesamten Blogs Stahlwerk.

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