Ein Besuch im Ludwigspark – 1.FCS vs. FWK

IMG_20150528_174147So, eigentlich ist die Saison vorbei und man ist schon im Sommerpausen-Modus. Aber da sind ja noch die Relegations- und Aufstiegsspiele in den verschiedenen Ligen. Und da Fußball einfach der schönste Sport ist und man nie genug davon bekommt, entschied ich mich mal zum FC zu gehen, die gestern die Würzburger Kickers empfingen.

Da die Parkmöglichkeiten in Saarbrücken bekannterweise eher begrenzt sind, ging es um 16:40 Uhr schon ab Ottweiler in Richtung Saarbrücken. Dort kam ich mit einem Freund dann auch schon gegen 17:10 Uhr an und so konnten wir noch den allerletzten Parkplatz an der Saarlandhalle erobern, grandios. Ok, nur noch knapp zwei Stunden bis zum Spiel, aber diverse Gespräche vorm Blockeingang und das Beobachten, wann denn so die Ultras etc. eintrudeln machte die Wartezeit relativ kurz. Hat ja auch etwas gedauert, bis die erste Welle im Stadion war und alle abgetastet waren etc.

IMG-20150527-WA0046

Ca 700-800 Würzburger. Bild: Marc B.

Stand ich bei meinen letzten Besuchen vorzugsweise im E-Block ein paar Reihen über der aktiven Fanszene, fand ich mich gestern ganz oben im F2 Block wieder, dort warteten noch weitere Kumpels auf uns. Nach und nach füllte sich der Park, die Nervosität der Fans war wirklich zu spüren. Überall wurde diskutiert, die allgemeine Frage: „Schaffen wir den Aufstieg?“. Jedes Pro und Contra wurde kontrovers diskutiert, bis zum Anpfiff war man sich auch immer noch nicht einig.
Erst ca. 20 Minuten vor Spielbeginn trafen im C-Block auch die Gäste ein, anfangs sah es nach ein paar wenigen aus, ganz schnell wurde daraus aber dann ein erstaunlicher Mob. Ca. 700-800 mitgereiste Fans an einem Mittwochabend kann sich sehen lassen. Vor dem Spiel dann noch einmal die Stimmprobe im D-, E- und F-Block. Der Stadionsprecher schreit ein „FCS“ ins Mikro und die gesamte Kurve macht das Echo dazu. Und das so laut, dass man es möglicherweise in Neunkirchen noch gehört hat. Dass die Kickers-Fans zu diesem Zeitpunkt schon fleißig sangen konnte man gar nicht wahrnehmen. Anschließend wurde das Vereinslied noch mindestens genauso laut gesungen, ehe dann ab Spielbeginn fast ausschließlich die Virage Est den Support übernahm.

Das Spiel selbst begann in den ersten Minuten gemächlich, ehe es dann immer mehr Fahrt aufnahm. Die Kickers spielten da auf dem Platz einen schönen Fußball, angenehme Kombinationen und arbeiteten sich so immer wieder nach vorne. Die Blau-Schwarzen dagegen starteten mit langen Bällen auf den einzigen Stürmer Matthew Taylor, der Top-Torjäger des FC. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber an der taktischen Einstellung sollte sich bei den Saarbrückern in diesem Spiel nichts ändern. Ich habe glaube ich noch nie so viele lange Bälle von hinten nach vorne gesehen. Leider auch nie so viele Misslungene. Trotzdem hatte der FCS die ersten zwei dicken Chancen in diesem Spiel. Im Sechzehner scheiterten sie am Torwart-Oldie der Würzburger, die anschließende Ecke war ebenso gefährlich. Die Partie war relativ ausgeglichen, die FWK spielten zwar den schöneren Fußball, kamen meist aber auch nicht weiter als bis zur Abwehr der Saarländer. Je länger die Partie lief, desto besser kam der FCS zum Zug. Es schien, als fühlten sie sich immer sicherer, merkten auch, dass da was drin ist. Die Chancen konnten sie aber einfach nicht nutzen und so gab es dann in der 37. Minute nach dem Motto „Wenn de die Dinger vorne ned rinn machschd, dann grischde se bei dir hinne rinn“ den Rückschlag. Nico Herzig kam im Strafraum relativ frei zum Schuss ins lange Eck.
Das gab für die restlichen acht Minuten in der 1. Halbzeit sichtlich einen Knacks im Saarbrücker Spiel, die nach dem Rückstand etwas ratlos wirkten. Am Ende retteten sie sich allerdings mit dem 0:1 in die Pause. Zu erwähnen wäre da noch die ein oder andere strittige Szene, gerade bei der Frage „Wer hat jetzt Einwurf?“ sah der Assistent auf unserer Seite oft unglücklich aus, in beide Richtungen.

Die Halbzeit an sich war dann für mich etwas verwirrend. Lauschte man den Gesprächen, dachte man der FCS hätte gerade 0:6 verloren. Ich bin ja wirklich viel aus Neunkirchen gewohnt, aber wie die Mannschaft hier kritisiert wurde, war schon hart an der Grenze. Schließlich waren ja noch volle 45 Minuten plus Nachspielzeit zu spielen und so schlecht sah es ja gar nicht aus. Nach einer Cola für satte 2,80€ und einer Merguez-Frikadelle, die gewohnt lecker war, ging es dann weiter.

Offiziell 10.247 Zuschauer. Bild: Pascal G.

Offiziell 10.247 Zuschauer. Bild: Pascal G.

Trainer Fuat Kilic schaffte es auf jeden Fall die Mannschaft für den zweiten Durchgang zu motivieren. So waren die Blau-Schwarzen von Anpfiff an viel stärker, vor allem auch im Kampf um den Ball sah man nun den ein oder anderen die Zähne zeigen. Es sollte also noch eine muntere Partie werden.
Vielleicht wäre es ebenfalls gut gewesen, mal etwas anderes als Langholz zu versuchen, oder eben den zweiten Stürmer Luz zu bringen, aber ok, ich bin kein Trainer. So blieb es grundsätzlich bei dem Bild aus Hälfte eins: Würzburg spielt den schöneren Fußball, Saarbrücken hält gut dagegen. Der Unterschied war, dass sich der FC nun zunehmend mehr Chancen erarbeitete. Dies gelang vor allem dann, wenn der lange Ball aus der Abwehr nicht direkt zu Taylor in die Spitze ging, sondern noch den Umweg über Mendy auf der rechten Seite nahm. Leider kam der Ball entweder nicht beim Mitspieler im Strafraum an, oder der Kickers-Keeper konnte parieren. Diesen sollte man an dieser Stelle nochmal loben, denn mit seinen 37 Jahren war er einer der wichtigsten Stützen im Team der Roten. Felix Luz kam dann in der 69. Minute und das Spiel des FCS wurde durch diese Einwechslung vorne noch einmal frischer. Nun war endlich jemand da, der mit seiner Größe auch mal lange Bälle annehmen konnte, oftmals endeten die Szenen allerdings mit einem zu frühen Abschluss von Luz.
Eine ebenfalls spannende Szene ereignete sich dann noch neben dem Platz: die Zuschauerzahl wurde präsentiert. Auch darüber wurde im Vorfeld zum Spiel viel diskutiert, von 6.000 – 20.000 war so ziemlich jede Tausenderzahl dabei. Laut Stadionsprecher wurden es am Ende 10.247, die meisten Anwesenden schätzten allerdings dunkel nochmal 2.500-3.000 dazu. Dem würde ich mich auch anschließen und tippe mal auf kanpp 13.000, die im Park das erste Aufstiegsspiel verfolgten.

Das nicht gegebene Tor des FCS. Bild: TV

In der 90. Minute gab es dann die Szene des Tages, zumindest für die Saarbrücker Fans und auch Spieler. Der Ball kommt aus einer abseitsverdächtigen Situation aufs Würzburger Tor, rollt, rollt, rollt und wird dann weggeschossen.  Das Abseits wurde nicht gepfiffen, demnach kann man ruhig über die folgende Szene diskutieren. Der Ball war drin! So sahen es nicht nur die FC-Fans, sondern auch die Zuschauer zu Hause am Computer, die ihren eigenen Bild-Beweis via Live-Stream herbeirufen konnten. Der Schiri pfiff unmittelbar nach dieser Szene das Spiel ab und das ganze Stadion war stinksauer. Verständlich, denn mit diesem Tor wären die Saarländer am Sonntag mit einem 1:1 im Rücken nach Bayern gefahren und hätten dort ein Tor weniger schießen müssen. Ich denke, der Assistent hätte das eindeutig sehen müssen, aber der hatte generell nicht seinen besten Tag und lag oft daneben. Trotzdem muss ich sagen, dass der 1. FC Saarbrücken auch ohne diese Szene oft genug die Chance zum Ausgleich gehabt hätte und sie nicht genutzt hat.

IMG-20150527-WA0042

On the road to Saarbrooklyn.

Trotzdem gab es auch nach dem Spiel reichlich Unterstützung für die Mannschaft aus den drei Fanblöcken hinter dem Tor. Laut wurde schon ein „Auswärtssieg“ herbei gerufen und die Mannschaft auf kommenden Sonntag heiß gemacht. 0:1 zu Hause ist bitter, aber noch ist nichts verloren. Es war trotz dem Ergebnis ein toller Fußballabend, das Wetter spielte herrlich mit, ein schöner Kick auf dem Rasen und zwei Fanszenen, die sicher reif wären für den Aufstieg in die 3. Liga.

Der einzige Wermutstropfen: Der Blogger-Kollege vom DasFCSBlog 2.0 konnte nicht im Stadion sein, weshalb wir es wieder mal verpassten, uns persönlich kennen zu lernen. Aber das holen wir definitiv in der nächsten Saison nach.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>