Dies und Das und sowieso…

Das war wohl gestern die Meldung überhaupt, Dieter Ferner verlängert seinen Vertrag. Was vorallem deshalb überraschte weil es eine Woche zuvor noch von beiden Seiten hieß Mitte April wird es eine Entscheidung geben. Was letztlich den Grund für eine solch schnelle Entwicklung gab, darüber ließe sich sicherlich abendfüllend diskutieren. Fakt ist auf dem Trainerposten zieht vorerst Kontinuität ein, zu mal auch der weitere Trainerstab bleibt. Dieter Ferner wird, so er seinen Vertrag erfüllt/erfüllen darf seit Werner Mörsdorf der erste Trainer sein der mal wieder drei Jahre im Ellenfeld arbeitet. Denn auch das ist ein interessanter Nebenaspekt, der Vertrag läuft nur für ein Jahr.IMAG0251

Was man aber nicht unbedingt als schlecht anssehen muß, immerhin bliebe dem Verein im Negativfall einiges an Kosten erspart und das Dieter Ferner aus der Erfahrung heraus nur einen Einjahresvertrag unterschreibt erscheint verständlich, auch und gerade wenn es gelingen sollte die „Mission“ zu erfüllen. Denn eins hatte er schon damals bei Amtsantritt verkündet, ewig Oberliga ist nicht sein Anspruch. Das positive neben der Vertragsverlängerung dürfte sein, dass es zum ersten Mal seit Paul Linz wieder relativ frühzeitig eine Saisonplanung geben wird.

Dann hätten wir noch kurz das Thema Salmrohrspiel. Volker Racho hat dazu ja schon seine Gefühlslage deutlich gemacht, aber ich möchte noch ein paar Punkte erwähnen die mir gestern aufgefallen sind. Zum einen ist zu erwähnen das die Mannschaft in Halbzeit eins stellenweise wieder den Fußball gezeigt hat den man in der Hinrunde das ein oder andere mal sehen konnte, in Hälfte zwei war dann aber scheinbar der Glaube und die Kraft verloren. Schade denn Salmrohr war gestern sicherlich schlagbar. So ist der Traum vom Waldhof, Bieberer Berg, Moselstadion oder deutsches Eck ausgeträumt, am Ende auch weil der Kader eben nicht mehr hergab als er hergab. Die Ausreden von der Verletztenliste kann man sich aber sicherlich sparen, die haben andere Mannschaften aktuell auch, die Gründe liegen in der zu späten und völlig inkompetenten Saisonplanung, Ende, Aus.20140323-170636.jpg

Wirklich sensationell fand ich gestern den Bierstand, gut im Verhalten gegenüber ehemaligen Spielern null. Was da immer diese Beleidigungen sollen keine Ahnung, ist aber ein echtes NoGo. Viel geiler fand ich da das die Mannschaft nach Spielende ordentlich in den Feierabend verabschiedet wurde und statt Enttäuschung allgemein eher der Trotz vorherrschte. Schließlich steht diese Woche noch der Pokal an und dort kann man vorerst noch einiges erreichen.  In eigener Sache gilt noch, mit Volker Racho ist ein weiterer Mitstreiter an Bord, herzlich Willkommen…

Arbeitsverweigerung 2.0

kurz vor Spielbeginn, viel voller sollte sie aber nicht mehr werden

kurz vor Spielbeginn, viel voller sollte sie aber nicht mehr werden

Stunde X auf der Aufstiegsuhr, Tag der Entscheidung, hui oder pfui! Rein Rechnerisch war heute zu Beginn der Partie noch alles möglich. Mussten wir schon vorab die Ausfälle von Noutsos und Haliti verkraften kam heute absolute Endzeitstimmung auf. Das Wetter gab sein übliches hinzu und bei Anpfiff fanden sich schätzungsweise lediglich 200 Menschen im Ellenfeld ein. Vom Pfiff an gings eigentlich in den ersten Minuten sehr gut los, endlich konnte man fühlen das die Mannschaft aufsteigen will. Dieser „Spirit“ hielt genau bis Minute 5! Genau da standen die Salmtaler das erste mal vorm Borussentor. Was war da los? Bereits nach 15 min. kassierte man das erste Tor des Tages. Torschütze: Ex Borusse Bidon.

die Gegengeraden dafür schon ein paar Minuten vor Schluß

die Gegengeraden dafür schon ein paar Minuten vor Schluß

Die Ferner Elf ließ sich aber erstmal nicht entmutigen und hielt tapfer dagegen. In Minute 20 gelang ihnen sogar der 1:1 Ausgleich durch Felix Dausend. Bis kurz vor der Halbzeit zeigte unsere Elf ein mehr oder minder gutes Spiel, was man so mit in die Kabine hätte nehmen müssen. Allerdings ging der FSV in der 44. mit 1:2 in Führung und so gings dann doch mit hängenden Köpfen gen Halbzeitpause. Wurst, Bier, kurz durchatmen, eine rauchen, Feuer frei – Halbzeit 2. Eigentlich wollte ich jetzt ab hier etwas die 2. Halbzeit beschreiben aber ich weigere mich! Warum auch nicht! Es weigerten sich ja auch 11 Spieler heute in der 2.Halbzeit aufsteigen zu wollen. Unfassbar! Mindestens so unfassbar wie 2 Stunden an diesen paar lächerlichen Zeilen zu arbeiten. Und warum? Nur um hier nicht persöhnlich oder ausfallend zu werden. Ernsthaft überlege ich mir unter der Woche 3x ob ich mir das Pokalspiel anschaue! Der Frust, die Entäuschung sitzt einfach viel zu tief. Im Endeffekt geht man ja als Borusse doch hin, da man zu masochistisch ist um fern zu bleiben. Bevor ich es vergesse: in Halbzeit 2 fing man sich nach einer Ecke noch das 1:3! Alle Aufstiegsambitionen dahin! Stadion leergespielt! Heimfahrt! Oberliga, tut so weh…. Scheißegal oh VfBphoto.php

Das Ende der zweiten Mannschaften von Proficlubs?

Wie die Frankfurter Rundschau gestern in ihrer Onlineausgabe berichtet, gibt die DFL den Vereinen der 1. und 2.Bundesliga grünes Licht, in Zukunft selbst zu entscheiden ob sie mit einer U-23 antreten oder nicht. Was für die kommende Saison wahrscheinlich noch keine großen Einschnitte bedeutet, könnte in der Zukunft anders aussehen. Aktuell spielen nur die Zweitvertretungen von Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart in der dritten Liga, eins tiefer dagegen sieht die Situation ganz anders aus. In den 5 Regionalligen tummeln sich 25 U-23 Mannschaften von Proficlubs.

Grund des Anstosses war wohl auch die Ausage von Rudi Völler:

“Wir diskutieren schon lange den Sinn und Zweck der zweiten Mannschaft. Es ist nichts entschieden, aber wir stellen uns die Frage, ob man sie braucht.”

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig ließ dann schon durchblicken, wie die Entscheidung ausfallen dürfte:

„Jeder Verein muss seinen Weg gehen. Ich denke wir können mit der Freiwilligkeit leben“

Die Entscheidung ist somit in Zukunft den Clubs überlassen. Leverkusen und Frankfurt dürften nicht die einzigsten Vereine sein die darüber ernsthaft nachdenken, immerhin verursachen die U-23 Mannschaften durchschnittliche Kosten von 600.000 Euro aufwärts. Der VfB Stuttgart soll sich seine Drittligamannschaft sogar 4 Millionen kosten lassen. Leicht vorzustellen das die Verlockung für die Verantwortlichen der Vereine groß ist, nicht wenige befinden sich in finanzieller Schieflage. Nur wenige Clubs wie Stuttgart, Freiburg oder Mönchengladbach können wirklich auf ihre U-23 zurückgreifen. Das Problem ist die Anforderung der DFL, die zumeist eher auf den Status eines Spielers achtet, als auf die Leistungsstärke.

Spieler, die in der U23 landen, sind nicht selten nur Platzhalter zum Erfüllen der Statuten. Sie bekommen manchmal sogar einen Profivertrag, um die Local-Player-Regel der DFL einzuhalten. In der Lizenzordnung Spieler der Deutschen Fußball-Liga geht es unter „III. Verträge mit Spielern“ in § 5a um die „lokal ausgebildeten Spieler“. Es müssen mindestens acht lokal ausgebildete Spieler als Lizenzspieler unter Vertrag stehen, wovon mindestens vier vom Klub ausgebildet sein müssen. Local Player ist, wer „in drei Spielzeiten/Jahren im Alter zwischen 15 und 21 für den Klub spielberechtigt war. Manche Nachwuchsspieler gehören deshalb auf dem Papier zum Profikader, spielen aber in der zweiten Mannschaft.

Nicht selten werden deshalb auch Talente normaler Oberliga oder Regionalligavereine noch zusätzlich für die U-23 verpflichtet. Dazu haben viele Vereine die Erfahrung gemacht das die vielversprechenden Talente sich schon in der A-Jugend ankündigen. Bayer Leverkusen zum Beispiel setzt auf Leihgeschäfte, lässt seine Talente bei der Konkurrenz reifen. Statt in der eigenen U-23 in der Regionalliga, kommen die Spieler bei Erst und Zweitligisten zum Einsatz. Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer könnte sich einen Mittelweg vorstellen, laut denkt er deshalb über die Einführung einer U20 anstelle der U19 nach, um dem Nachwuchs so ein Jahr mehr Zeit bei der Ausbildung einzuräumen. Sicherlich eine Lösung die viele Fürsprecher bei jenen finden wird, die sich für eine Abschaffung ihrer U-23 entscheiden.

Die meisten Vereine werden sicherlich nicht komplett auf ihren Unterbau verzichten, schon weil ein möglicher Neustart irgendwann Kreisliga bedeuten könnte. Doch bei dem aktuellen Kostendruck der bei den meisten Clubs vorherrscht, werden sicherlich viele in Zukunft die finanzielle Unterstützung drastisch herunterfahren. Was sich zweifelos auch auf die Amateurclubs auswirken wird. Das Spielerangebot für höherklassige Amateurclubs dürfte wachsen, denn ohne U-23 oder nur mit begrenzt ambitionierter U-23 dürfte die Zahl derer die die Bundesligaclubs schon nach der A-Jugend verlassen deutlich steigen. Zu gleich dürfte es für talentierte Spieler Anfang 20 in Amateurclubs deutlich schwieriger werden, den Sprung in den Profifußball noch zu schaffen. Vielleicht eine Entwicklung die den ein oder anderen in den Amateurbereich abgerutschten Traditionsverein wieder etwas nach oben spült. So oder so dürfte die Entscheidung eine kleine Zäsur werden.

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Es muß Schicksal sein…

dunkle Wolken über dem Ellenfeld

dunkle Wolken über dem Ellenfeld

Es muß Schicksal sein, die Uhr eigentlich schon lange abgelaufen, der Kredit verbraucht, Borussia nur noch im Saldo, immer zu spät wenn es um die großen Momente geht. Wie oft hört man: Nur wer die Tiefen mitgegangen ist, kann die Höhen richtig auskosten“…Ich glaub daran nicht mehr, so viel Scheiße durch die wir seit zehn Jahren waten, da müssten wir im Erfolgsfall alle in der Klinik landen, vor lauter durchdrehen. Soviel Glück könnte ein Mensch gar nicht aushalten.

Nein Skeptiker wird man bei Borussia nicht aus Prinzip oder Gefallen, sondern es scheint die einzigste Möglichkeit zu sein nicht völlig an diesem Verein zu verzweifeln. Jedes mal aber auch wirklich jedes mal, wenn man mal ein bißchen zu träumen anfängt holt einen die brutale Realität wieder ein. Kein Wunder das man die Leute nicht mal mehr mit einer Serie von 17 ungeschlagenen Spielen vor dem Ofen hervorholt und ganz ehrlich wer will es ihnen verdenken. Nicht jeder steht darauf ein Fußballmasochist zu sein.

"Leiden"schaft

„Leiden“schaft

Doch fangen wir auch heute am Anfang an. Ich bin abergläubisch nicht immer und schon gar nicht in allen Lebenslagen, aber beim Fußball durchaus. So waren die letzten Monate davon gekennzeichnet immer den selben Weg nach Neunkirchen zu fahren, das Glücksbier vor dem Stadion zu trinken. Eine Angewohnheit die mich zuletzt ziemlich nervte und da heute die ursprüngliche Strecke dank Baustelle gesperrt war, verzichtete ich auch mal wieder auf das Bier und nun? Vorwürfe? Nö…die hätte ich mir bestimmt gemacht wenn man unglücklich verloren hätte, aber so überlasse ich das jenen Spielern die heute auf dem Platz standen. Aberglaube wird sowieso völlig überschätzt ;-)…und doch werde ich zumindest das Bier wieder beim nächsten Heimspiel einführen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich immer zuletzt…

Zum Spiel muß man glaube ich auch heute nicht viel sagen. Es tat einfach weh zuzuschauen, irgendwie hat man aus Ludwigshafen nix gelernt. Das selbe unklare und unsaubere Spiel, in dem gute Pässe Mangelware waren. Zu wenige Anspielstationen, weil zu wenig Bewegung. Schlechte Standards, positives eigentlich nicht zu finden, mit der Ausnahme Sebastian Flauss. Und das gegen ein Team bei dem unzählige ehemalige Borussen spielten, teils vom Verein weggeschickt und sicherlich hochmotiviert. Das verstehe wer will, selbst nach der Halbzeit kam kein richtiges aufbäumen, zu wenig Widerstand um das unvermeidliche doch noch zu vermeiden, vielleicht wenigstens nen Punkt zu holen. Doch Gras fressen, schmerzende Lungen, brennende Muskeln konnte man nicht sehen, vielleicht alles Klischee, zu überladen sowas zu fordern, aber he ich dachte es ist nicht nur unser Traum, sondern auch eurer.

Unterstützung auch nach dem Spiel

Unterstützung auch nach dem Spiel

So jetzt reichts, genug ausgekotzt, der Frust wird eh mindestens bis zu einem Heimsieg gegen Salmrohr reichen. Und da Berichte nach Möglichkeit auch immer was positives beinhalten sollten, sei an dieser Stelle mal dem Bierstand Tribut für eine gute Stimmung auch nach Rückstand und sämtlich verlorener Hoffnung gezollt. Egal was noch kommt, egal was noch passiert…Du bist und bleibst UNSER Verein!

Link zum TV Bericht: http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=24064

Wer eine Reise macht…

Morgenstund hat Bier im Mund

Morgenstund hat Bier im Mund

Auch ein paar Tage später ist bei mir der Frust noch nicht verflogen, zu tief sitzt immer noch der Ärger über das Spiel. Dabei hatte der Tag so unglaublich genial begonnen, schon eine Stunde vor Abfahrt des Zuges Gesänge vorm Bahnhof, die auch in den folgenden Stunden nicht verstummen sollten. Mitten durch die Pfalz ging die Fahrt, in völlig überfüllten Regionalzügen mit kaputten Toiletten, sowohl hin wie auch retour, unglaublich was die Bahn sich da abhält. Noch unglaublicher was sich die Sicherheitsbehörden abhielten, so wurde der Zug in Neunkirchen von einem Zivipolizisten verabschiedet, in Homburg wurde man völlig alleine gelassen um uns dann in Kaiserslautern mit einem Polizeiaufgebot auf dem Bahngleis zu empfangen. Passiert ist bis dahin rein gar nichts, man fragt sich allerdings warum der Lautrer Zivi im FCK T-Shirt durch den Zug latschen mußte. Und das alles für 30 Fans und auf der Rückfahrt auf der der Alkohol dann teils exzessive reinlief, war keine Sau zu sehen. Verstehe einer eure Sicherheitskonzepte…

Irgendwann war man dann endlich in Schifferstadt der letzten von zwei Umsteigestationen angelangt, hier trennte sich die Spreu vom Weizen. Während die einen sich auf ihr Handy verliessen, überzeugte sich die Old School Fraktion lieber beim Zugführer und stand letztlich alleine auf dem Bahnsteig, während der Rest das aussteigen sein blieb und nach Ludwighafen Hbf. durchfuhr. Ihr Lohn ne zusätzliche Taxifahrt zum Stadion. Unsereins stand nun noch zu fünft am Bahnhof, davon drei Borussenfans im Rentenalter und einer davon mit einer Art „Gehhilfe“!!! Was einem schnell vor Augen führen sollte was der Mann da an Strapazen auf sich genommen hatte. Gott sei Dank waren die Bahnhöfe soweit Behindertengerecht, lediglich der Neunkircher Bahnhof bildete da mal wieder die negative Ausnahme.

Fernweh

Fernweh

Immerhin ein paar Minuten später trafen wir dann zu fünft in Rheingönheim ein und es war das Bild des Tages, uns erwarteten vor dem Bahnhof DREI Zivipolizisten. Die Lacher waren ihnen sicher ;-). Die älteren Herrschaften entschieden sich für eine kurze Taxifahrt und so zogen wir zu zweit zum Stadion, immerhin hier durften wir dann ohne Begleitung unseres Weges ziehen. Spannend ist da unterwegs eigentlich nix, Kneipen oder Weinstuben waren auch nicht auszumachen und so standen wir nach ner lockeren Viertelstunde vorm Sportplatz. Eintritt gelöhnt und geschaut was da noch kommt. Es sollte nicht mehr allzuviel sein. Neben dem Platz durfte man einmal mehr Jupp begrüßen. Seines Zeichens ein Bayer der seit vielen vielen Jahren der Borussia die Treue hält, doch auch er sollte heute den weiten Weg umsonst gefahren sein.

Zu wenig bot die Mannschaft, in allen Bereichen. Wenn man nach 90 Minuten vielleicht zwei, drei Chancen hatte und die auch nicht wirklich hochkarätig, dann kann man ahnen woran es gelegen hat. Zu wenig Offensivgeist, zu wenig Kreativität und Spielwitz, zu schnell ließ man sich von den taktisch sehr gut aufgestellten Hausherren den Zahn ziehen. Kleine Fouls, gerne auch mal taktisch und das zustellen von Passrouten und schon stand die Ferner Elf an diesem Samstag vor einer unlösbaren Aufgabe. Dazu fehlte letztlich auch die Leidenschaft um irgendwas mitnehmen zu können. Zweifelsohne nicht nur in der Tabelle hätte man an diesem Spieltag was gut machen können, man hätte auch die Euphorie in der eigenen Stadt anheizen können. Das allgemeine Interesse war die letzten Wochen durchaus hoch, aber vermutlich dürfte man all die Zweifler mit dem Spiel vom Samstag einmal mehr bestätigt haben.

IMAG0242Etwas möchte ich dann doch noch erwähnen. Ich kann nachvollziehen das man sparen muß, es macht auch durchaus Sinn auf kurzen Touren die Spieler mit einem 9-Mann Bus zu schicken, die Frage ist nur ob man bei solchen Spielen wie am Samstag nicht am falschen Ende spart. Ich glaube schon das es einen Unterschied macht ob man zusammen mit Trainer zum Spitzenspiel anreisst und die Fahrt sozusagen schon zur Einstimmung und Konzentration nimmt oder ob man getrennt anreisst. Aber dafür sind ja bekanntlich andere verantwortlich, um sich darum Gedanken zu machen. Am Ende steht eine enttäuschende Auswärtsniederlage…

Saison für Superlativen…?

Lang, lang, lang war die Winterpause in dieser Saison. Genau 90 Tage musste man warten bis endlich wieder der Ball für die Schwarz-Weissen rollte. Das letzte Heimspiel war sogar 97 Tage her, aber es sollte genauso beeindruckend anfangen wie das Heimspieljahr 2013 beendet wurde. Damals war Röchling Völklingen mit 4:1 nicht zu beneiden, gestern war der SV Mehring Opfer der mittlerweile beeindruckenden Heimstärke.

Schon die Vorberichte die man die Woche aus Mehring vernehmen konnte, ließen erahnen wie die Strategie der Gäste aussieht. Tief stehen, die null halten und auf Konter warten. Eigentlich eine Spieltaktik die in der Vergangenheit nicht unbedingt die schlechteste Idee war, doch gestern war diese Taktik nach 15 Minuten gegessen. Borussia wirkte wie von der Leine gelassen und als Saki Noutsos schon nach einer Viertelstunde per Distanzschuß das 1:0 erzielte, zog im Ellenfeld schon Feierlaune ein. Die fast getrübt wurden wäre, als Mehring zum zweiten Mal in diesem Spiel gefährlich vor dem Tor von Flauss auftauchte. Doch die Hereingabe von Boussi rollte die komplette Torlinie lang, ohne das irgendein Gästespieler die Chance hatte dem Ball den letzten Drall zu geben.

Doppeltorschütze Yacine Hedjilen

Doppeltorschütze Yacine Hedjilen

Fast im Gegenzug traf Neuzugang Dausend zum 2:0, eigentlich schon sowas wie eine Vorentscheidung. Das schönste Tor des Tages machte aber Hedjilen zum 3:0. Dabei war vorallem der Pass von Dafi durch die Schnittstelle schön in den Lauf sehenswert. Yacine musste dann eigentlich nur noch verwerten, wobei es schon so aussah als ließe er sich zu weit nach außen drängen, doch irgendwie bekam er den Ball noch reingezirkelt. Dabei blieb es dann auch erstmal, denn kurz darauf pfiff der Schiri zur Pause. Aus der Borussia weiterhin hochmotiviert herauskam, so durfte schon kurz nach Anpfiff Hajdarovic sein Tor machen. Der Mann ist einfach Stürmer alten Schlages, ewig lang nicht zu sehen, aber irgendwann kommt dann seine Chance und die Arbeit ist getan. Die Gäste konnten einem fast schon leid tun, denn sie hatten einfach gar nichts zu bestellen. Ihr Glück war das Borussia dann einige Gänge rausnahm und nur noch auf Gelegenheiten lauerte. So entstand das fünfte Tor aus einem langen Ball den Noutsos aus der eigenen Hälfte nach vorne, genau in den Lauf von Hedjilen schlug, der erneut seine Schnelligkeit nutzen konnte und sich damit zum Spieler des Tages aufschwang.

Borussia bleibt damit in dieser Saison weiterhin zu Hause ungeschlagen und führt die Tabelle der Heimstatistik an. Das Ellenfeld ist wieder zur Festung geworden und die Serie der ungeschlagenen Spiele in Folge steht jetzt bei 17. Allerdings spielt der nächste Gegner Arminia Ludwigshafen ebenfalls oben mit und macht sich durchaus auch Aufstiegshoffnungen.

Spielbericht aus dem SR Fernsehen

von einem der auszog um Bundesligaspieler zu werden…

Vor 50 Jahren steht ein damals 18jähriger aus Bayern mit zwei Koffern am Neunkircher Bahnhof, sein Traum Bundesligafußballer werden… Eine Chance die wie so oft im Leben vom Zufall bestimmt wurde. Den Anfang soll eine Tanzveranstaltung in Zweibrücken gemacht haben, auf der Elmar May und einige andere Borussen zugegen waren. Scheinbar genauso feierfest wie bundesligatauglich verstanden sich die Herrschaften gleich super mit den Profimusikern des Abends, die in Zukunft auch auf der ein oder anderen Veranstaltung der Borussia spielten sollten.

Sammelbildchen von "Bergmann"

Sammelbildchen von „Bergmann“

Dabei erzählten sie in einer Bierlaune auch von ihrem jüngeren Bruder der als A-Jugendlicher über 80 Tore geschossen haben soll. Die Funktionäre bissen an und luden im November 63 den damals noch 17jährigen Willi Seebauer zum Probetraining ein. Der Junge aus der Oberpfalz, kam von der 5.000 Seelengemeinde Markt Bruck ins Saargebiet.

Am Bahnhof in Neunkirchen holte ihn damals der Geschäftsführer des Vereins ab und Seebauer war gleich mittendrin. Statt ankommen und Koffer auspacken ging es direkt mit der Mannschaft zum Training nach Saarbrücken. Wo und von wem damals die Klamotten zum trainieren herkamen daran kann sich Willi Seebauer nicht mehr erinnern, aber an sein erstes Zimmer am Hüttenberg muß er heute noch denken. Ein einfaches Zimmer ohne jeden Luxus wie sanitäre Anlagen, Küche oder ähnliches. Übernommen von Elmar May der sich damals gerade verlobte. An Fenster aufmachen war bei der Lage natürlich auch nicht zu denken und wenn es im Sommer dann doch mal zu heiß wurde, konnte man schon ein Tag später Sau auf den Tisch schreiben. Die Hitt vor der Tür oder Commerson in Wellesweiler? Norbert Engel der Netzwerker sorgte auch für die beruflichen Möglichkeiten seiner Spieler. 35 Jahre blieb Willi Seebauer kaufmännischer Angestellter bei der Firma Commerson, mit ihrem Ende fand er eine neue berufliche Zukunft im Autohaus Jakob. Heute geniesst der bald 68igjährige seinen Ruhestand.

Doch damals in seinem Zimmer am Hüttenberg, da gab es schon manchmal die Versuchung dem Heimweh zu erliegen. Als Status Amateurfußballer war das Geld knapp und sportlich musste er sich erstmal in der Verbandsligamannschaft der Borussia beweisen. Statt Köln, Gadbach oder dem HSV hiessen seine Gegner Kleinottweiler, Friedrichsthal oder Quierschied, doch Seebauer sagte man damals schon eine ungeheure Disziplin nach. Diese Disziplin sollte ihn dann doch noch in die Bundesliga führen, auch wenn es am Ende nur vier Einsätze unter Trainer Zeljko Cajkovski wurden. Zweifelsohne ein Grund dabei, war auch sein gleichzeitiger Grundwehrdienst bei der Bundeswehr. Wo man ihn ursprünglich in die Nähe seiner alten Heimat schicken wollte, aber auch hier konnte der damalige Präsident Norbert Engel zumindest wieder ein wenig nachhelfen und so landete Seebauer in Zweibrücken. Doch zum Training durfte er nur selten und wenn doch einmal kurzfristig eine Erlaubniss kam, dann musste er schauen wer ihn abholen konnte, denn ein Auto war damals für ihn noch unerschwinglich. Erst ein wenig später kaufte er seinem damaligen Mitspieler Wolfgang Gayer dessen verbeulten VW für 350 Mark ab.

stehend der vierte von rechts

stehend der vierte von rechts

Doch von diesen Schwierigkeiten erzählt er nur auf Nachfrage, wie bei so vielen Spielern jener Generation spürt man die Demut vor dieser Zeit und eine Tugend die man manch Bundesligafußballer heute gerne wünschen würde, Bescheidenheit. Lieber erzählt er von einem Ausflug zusammen mit Willi Ertz in seine alte Heimat, der er heute noch sehr verbunden ist. Beide sorgten mit ihrer Anwesenheit für einen Ausnahmezustand in der Gemeinde, mit riesem Brimborium wurden die beiden Stars auf dem örtlichen Fußballplatz präsentiert und auch am Abend war die Dorfkneipe hoffnungslos überfüllt.  Sportlich sollte es für Seebauer nach dem Bundesligaabstieg besser laufen, unter Trainer Jirasek durfte der rechte Halbläufer als Libero spielen und wurde zu einem unverzichtbaren Teil der Mannschaft. 1971 beendete der Bayernfan, der ursprünglich mal großer Fan der Spielvereinigung Fürth war seine aktive Karriere. Es folgte die Spielertrainerstation beim SV Brücken in der Pfalz, ein Verein der damals berühmt dafür war ehemalige Borussenspieler als Trainer zu verpflichten. Danach folgten noch drei Engagements als Trainer beim SSV Wellesweiler, deren Mannschaftsbilder auch den Treppenaufgang zu seiner Wohnung „auf der Scheib“ schmücken. Seit Januar wohnt der Oberpfälzer mit dem Hammerschuß nun schon ein halbes Jahrhundert in Neunkirchen, begangen hat er den Tag mit einem gemütlichen bayrischen Abend. Zu seinen ehemaligen Mannschaftskameraden pflegt er auch heute noch Kontakt, regelmässig trifft man sich Donnerstags im Center beim „Schröder“. Ins Ellenfeld geht er aber nicht mehr, die Oberliga tut ihm dann doch ein wenig zu sehr weh. Vielleicht wieder wenn es Regionalligafußball zu sehen gibt…

Auf der Suche nach dem gestern…

Bundesliga hier, Bundesliga dort, wenn von früher die Rede ist dann doch immer von den Helden Ende der Fünfziger, Anfang der Sechziger. Dabei vergisst man fast das es auch noch andere Spieler gab, die zu anderen Zeiten des Vereins Großes für eben jenen leisteten. Die Saarbrücker Zeitung brachte 2001 mal einen Text über die „…fast vergessene Mannschaft“ und meinte damit die Ära von 76-79. Die ja eigentlich schon 1974 mit der Einführung der zweiten Bundesliga begann, bekanntlich war das Abenteuer kurz, aber wenn Neunkirchen für eins bekannt ist…dann fürs scheitern und immer wieder aufstehen.

In den nächsten Wochen möchte ich das ein oder andere Highlight aus jener Zeit in Erinnerung rufen, den ein oder anderen Spieler nochmal zu Wort kommen lassen oder schauen was aus ihnen geworden ist. Da schon jetzt abzusehen ist das es kaum Bildmaterial im Internet aus jener Zeit gibt, möchte ich nochmal aufrufen eure Alben, Dateien und Sammlungen zu durchforsten ob ihr nicht vielleicht doch noch ein Bild aus jenen Tagen findet, ein Stadionheft, ein Zeitungsartikel von damals oder irgendeine andere Erinnerung. Es reicht völlig wenn ihr es einscannt und mir als Kopie zukommen lasst. Jede Erinnerung, jede Anektode, jedes Bild erzählt eine Geschichte und wenn tausende Neunkircher wie anno 78 nach Neuendorf gefahren sind und später den Aufstieg in die 2.Liga feiern durften, dann muß doch noch irgendwas davon übrig geblieben sein. Springt über euren Schatten, macht Euch die Arbeit und helft mit ein Stück Vereinsgeschichte weiterzutransportieren…

E-mail: borussenblog@yahoo.de

Update: solltet ihr noch Kontakt zu dem ein oder anderen Spieler haben, auch damit wäre geholfen 😉

Alles zum Wechsel von Markus Schmitt

Lange Zeit gab es Rätselraten um Markus Schmitt, geht oder bleibt er? Viel wurde diskutiert, nun steht es endgültig fest. Wie das Main-Echo und auch transfermarkt.de heute online verkünden, wird Markus Schmitt in der Rückrunde für den Traditionsverein Viktoria Aschaffenburg auflaufen.

Schmitt im Trikot des SVA

Schmitt im Trikot des SVA

Markus Schmitt der in der abgelaufenen Hinrunde 11 Spiele für die Borussia machte und dabei vorzugsweise auf der linken Außenbahn zum Einsatz kam,wurde bekanntlich erst kurz vor Transferende verpflichtet. Sein Abgang dürfte Borussen Trainer Ferner durchaus weh tun, denn sportlich war der 21jährige von Beginn an eine Verstärkung für die Mannschaft. Doch schon bei seiner Verpflichtung gab es Irritationen was die Vertragsdauer angeht, während Borussia Neunkirchen schon seit längerer Zeit keine Vertragsdauern mehr bekannt gibt, war am Tag der Verpflichtung auf transfermarkt.de von einem Vertragsende Dezember 2013 zu lesen. Später wurde der Eintrag geändert.

Das Rätselraten um den Verbleib begann schon im Anschluß an das Hinrundenende. So verkündete das Nachrichtenportal mrn-news.de am 2.Dezember das Markus Schmitt ein Probetraining beim Regionalligisten 1.FC Lok Leipzig absolvieren wird, dieses Probetraing fand auch statt. Die Spekulationen sollten noch weitaus größere Dimensionen annehmen als beim Rückrundenstart Markus Schmitt nicht dabei war. Wie ein Telefonat mit dem Teammanager von Viktoria Aschaffenburg aufklärte, befand sich Markus Schmitt schon seit längerem im Training des Südregionalligisten, auch eine Verpflichtung sollte eigentlich schon statt gefunden haben.

Allerdings tauchten auf einmal Unklarheiten auf, lag dem Verein doch ein Vertrag mit Ausstiegklausel vor, während sich Borussia darauf berief das es eine solche nicht gebe. Auch der Berater von Markus Schmitt äußerte sich in einem Telefonat hinsichtlich einer Ausstiegsklausel und verwies auf die Unterschriften von Sportvorstand Martin Bach. Letztlich legte Borussia sein Veto ein und das ganze landete vor dem Schiedsgericht, wo es heute zur Verhandlung kam. Das Urteil gibt grünes Licht für den Transfer und somit ist auch die Personalie Schmitt endgültig geklärt.

interessante Randerscheinung: laut Teamchef Klug gab es seitens von Aschaffenburg auch ein Angebot freiwillig eine Ablöse zu überweisen, dieses Angbot soll abgelehnt wurden sein.

Pressemitteilung des SV Viktoria Aschaffenburg

die schwarzen Husaren von der Saar…

schwarze HusarenDer Text unter dem Bild: Elf Männer, im ganzen Reich damals gefürchtet und geachtet. Elf Männer von atlethischem Bau, Gestalten, wie man sie heute nur noch selten sieht. Dr. H. Neu, oben links, spielte mit einem Arm und trotzdem war er ein Verteidiger von Klasse, der all seinen Kameraden in puncto Einsatz, Härte und Schnelligkeit nichts nachgab. Die Namen der Spieler: Obere Reihe v. l. n. r. Dr. H. Neu, Volz, Feiler, Schmelzer, Dr.W. Neu, Wallrath – Untere Reihe v. l. Magnus, Voß, Regitz, Hoffmann, Kaufmann

Exakt diese Aufstellung findet sich u.a. bei einem Spiel um die Süddeutsche Meisterschaft 1922/23 in Fürth wieder. Das Spiel fand an einem Sonntag dem 11.März vor 20.000 Zuschauern im Fürther Ronhof statt, aufgrund der großen Entfernung bat die Borussia darum das Spiel in Frankfurt austragen zu dürfen. Die Gastgeber beharrten allerdings auf ihr Heimrecht und so verloren die „Husaren“ nach langer Anreise deutlich mit 8:0.

Die Neunkircher Zeitung taufte die Borussenmannschaft zwei Jahre zuvor als „schwarze Teufel“. Warum und wieso hat Tobias Fuchs in einem sehr schönen Artikel im Juni 2011 auf borussia online niedergeschrieben.

Update: das sind die Infos die ich zu den Spielern noch zusätzlich gefunden habe, da der Zeitraum natürlich entsprechend zurückliegt und Infos spärlich gesät sind, erheben diese Daten nicht den Anspruch der Vollständigkeit.

Georg Volz  – spielte als Torwart von 1921 bis 1927 für Borussia Neunkirchen, Kurt Voß – spielt als Stürmer von 1921 – 1924 für die Borussia, wechselt dann zu Holstein Kiel wo er zum Nationalspieler wird, um dann über den ATSB Bremen 1933/34 noch einmal im Ellenfeld zu spielen. Jakob Feiler – spielt als Verteidiger von 1920 – 1927 im Ellenfeld, 1931? wird er Trainer des SV Brücken, Wilhelm Schmelzer – spielt als Verteidiger von 1920 – 1939 im Ellenfeld, (danach noch aktiv bei Saar 05 und dem FV Saarbrücken?), Dr.Willi Neu – spielt als Läufer von 1921 – 1924 für die Borussia, Karl Wallrath – spielt ebenfalls als Läufer von 1920 – 1925 im Ellenfeld, Heinrich Magnus – Stürmer von 1921 – 1929, Karl Regitz – Stürmer von 1921 – 1925, Karl Hoffmann – Stürmer von 1920 – 1924, Kaufmann – war Stürmer von 1920 bis 1927