„Alte Liebe lebt“…

Es sieht so aus als sollte es am Ende nochmal gut ausgehen, aber auch die neue Saison muß finanziert werden…

Podcasts erobern die Welt…

podcast-1024x902Podcasts sind wohl im Moment der heisseste Scheiß in der Bloggerszene. Wohin man schaut wachsen neue Formate. Die Fanszenen der Erstligavereine sind fast komplett durch die Reihe am Start. Die zweite Liga hat zwar bisher nur ne handvoll, aber mit dem Textilvergehen (Union Berlin) einen der ältesten und definitiv besten Podcast am Start. Das coole an den Formaten ist ihre Unterschiedlichkeit. Von der reinen Skype Truppe  bis zu lockeren Runden in Berliner Küchen oder Fanräumen ist alles dabei. Die einen kümmern sich rein um das sportliche, andere haben auch den Blick auf die eigene Fankurve dabei, reden über Vereinsveranstaltungen oder Entwicklungen ihres Clubs.

Der Rasenfunk hat sich in seiner neusten Ausgabe des „Tribünengesprächs“ mal tiefer mit der Materie beschäftigt und stellt zusammen mit Maik vom „Millernton“ und Klaas Reese von „Collinas Erben“ (Schiedsrichterpodcast) einige Fußballpodcasts vor. Der perfekte Einstieg sozusagen um sich mal einen ersten Überblick einzuholen. Eine Sammlung diverser Links findet man ebenfalls in den Shownotes der Sendung.

 

 

Vier neue Gesichter sind da und ungewöhnlich viele alte…

Was die Saarbrücker Zeitung heute morgen meldet, war in den letzten Tagen spürbar überfällig. Schon am Sonntag wird es das erste Spiel der neuen Saison geben. Ein Benefizspiel zugunsten der Borussia, auf Einladung des SV Bliesen. Insofern war zu erwarten das da was kommt. Angemessen einer Trainer und Spielerbekanntgabe wäre aber sicherlich die Veröffentlichung auf der vereinseigenen Seite gewesen.

A-Jgd RL Südwest 13/14, 1. FC Saarbrücken - FK 03 Pirmasens 3:0 in Saarbrücken, Kunstrasen FC-Sportfeld © 2014 Dennis Merl

Robin Scheid

Lange hat sich der Verein schwer getan bei der Trainersuche, zwischenzeitlich hielten sich andere Namen hartnäckig. Nun wird es also Michael Petry versuchen. Die Bedingungen für seine erste Cheftrainerstelle im Männerbereich könnten kaum schwerer sein. Immerhin ein Großteil des Kaders der letzten Saison bleibt erhalten. Sollten die Becker Brüder und Julian Kern noch unterschreiben steht wohl der Großteil. Lediglich Armend Haliti fehlt in der Auflistung. Die Abgänge ersetzen sollen bisher vier Neuverpflichtungen. Für das Tor Robin Scheid, der 20jährige kommt von der zweiten Mannschaft des FCS. Vor zwei, drei Jahren brachte er die Borussenmannschaft im FC Sportfeld schier zur Verzweiflung. Von der Statur her nicht der typische Torwart, aber einer den man nicht extra motivieren braucht. Er ist in der Saarbrücker Fanszene zu Hause, ihm wird man Borussia nicht erklären müssen. War er auch bei der Aktion 1000plus X der erste Nicht Borusse in der Fotoserie…aus eigenem Antrieb. In Saarbrücken kam er zumeist nicht über die Rolle des zweiten Torwarts hinaus. Aber nach den Abgängen von Sebastian Flauss und Robert Lehmann ist der Handlungsbedarf akut. Im Moment sieht es so aus, als sollte er sich mit Francesco Rino letzte Saison Torwart der 2.Mannschaft um den Platz im Tor streiten.

Kamil Czermurzynski kommt ebenfalls aus der 2.Mannschaft des FCS. Zuletzt kam er auf 19 Einsätze, was so im Schnitt seiner bisherigen Oberligajahre liegt. Mit seinen 23 Jahren kann der Abwehrspieler auf fünf Spielzeiten zurückschauen. Mit knapp 19 wurde er von Melori Bigvava in Köllerbach gefördert. Czermurzynski kann auf der Rechtsverteidiger – als auch Innenverteidigerposition spielen. Neben Vituzzi der gesetzt sein dürfte steht bisher noch Marc Leibold auf der Innenverteidigerposition in Konkurrenz. Auf rechts dürfte Culle gesetzt sein. Sollten die beiden Becker Brüder noch unterschreiben, gäbe es aber mit Albert (Innenverteidiger) und Boris (Rechtsverteidiger) deutlich mehr Optionen für den Trainer. Links wäre Julian Kern gesetzt, Abdul Kizmaz mittlerweile einer der dienstältesten Borussen wäre auch denkbar. Defensives Mittelfeld Yannick Bach oder einer, vielleicht auch beide Becker Brüder.

Kamil Czermurzynski

Kamil Czermurzynski

 

Im Mittelfeld spielt der dritte Neuzugang, der vielleicht spannenste Transfer. Zwar kommt der 23 jährige Cordt Andreas Flätgen, der die amerikanische Spielertradition fortführt von der U-23 aus Elversberg, wechselte aber erst im vorigen Sommer vom deutlich klassentieferen SV.St.Ingbert an die Kaiserlinde. Zu Buche stehen 18 Einsätze und ein Tor, was er natürlich gegen Borussia Neunkirchen erzielte. Er ist sowohl im offensiven, als auch im linken Mittelfeld einsetzbar. Er dürfte eher als Back up gedacht sein, denn mit Schmitt, Bach, möglicherweise Kizmaz oder Kadrija sollten andere die Nase vorn haben. Rechts sollte Jens Kirchen gesetzt sein. Das Mittelfeld bleibt gut bestückt. 

Für den Sturm wurde Moussa Dansoko verpflichtet. Der 1.80 m Stürmer kommt vom SC Halberg-Brebach, wohin er im vergangenen Sommer aus Idar-Oberstein wechselte. Dansoko ist kein Unbekannter spielte auch fünf Jahre in Elversberg. Der 24jährige dürfte der erste Spieler mit malischen Wurzeln sein (schreibt man das so?). Nach bisherigen Stand der Dinge dürfte er als Stammspieler verpflichtet wurden sein, denn nach dem Abgängen von Haas und Dausend bleibt eigentlich nur noch Ljaic oder Kizmaz im Sturm. Dansoko spielte bisher 69 mal in der Oberliga und viermal in der Regionalliga West. 6 Vorlagen und 11 Tore stehen auf seinem Konto.

Der Artikel lässt die Frage offen ob noch was passiert. Die Tatsache das man N´Ganvala am Ellenfeld gesehen haben soll, lässt darauf schließen das man nochmal aktiv wird.

 

 

 

 

Neuanfang oder lieber „weiter so“ ?

Es nervt und es macht müde das „System Borussia“. Es krankt an allen Ecken und Kanten. Es nimmt einem jede Hoffnung, Lust und Spaß. Es ist augenscheinlich krank und die Symptome immer die gleichen. Der ewige Wandel auf des Messers Schneide, mit dem Damoklesschwert der Pleite über dem Kopf und einer viel zu großen Fresse. Kriegt man zwar seit Jahren nichts geschissen, hebt aber ständig das Bein um mit den Großen zu pinkeln. Besoffen von sich selbst, dreht der immer gleiche „Zirkel“ seine Runden durch die Ämter. Und merkt schon lange nicht mehr das man dem Verein mehr schadet als nutzt. 

Da wird sich schon wieder als Retter gefeiert und gleichzeitig macht nebendran die Vereinskneipe dicht. Deutlicher können die Widersprüche kaum sein. Der Verein ist nicht gerettet wenn die Insolvenz abgewendet wird. Er bekommt nur wieder etwas Zeit. Zeit die endlich genutzt werden muß und die nicht unter der Prämisse „weiter so“ laufen kann. Aber genau das passiert. Da wird sich aus falscher Solidarität im Umfeld schon wieder dem Präsidium angedient, ohne mal die Vergangenheit aufarbeiten zu wollen. Schon wieder dürfen die selben alten Zöpfe ihr Spiel weitertreiben, ohne jede Transparenz, ohne jede Diskussion und ohne jede Öffentlichkeitsarbeit.

Glaubt wirklich jemand daran das Herr Bach auf einmal alles anders macht, als in den 25 Jahren zuvor? Glaubt ihr wirklich das der Aufsichtsrat auf einmal seine Arbeit macht, mit dem selben Personal wie zuvor? Die letzten Wochen zeigen das beides nicht passiert und somit ist schon wieder absehbar wo das Ganze enden wird. Spätestens ab dem Herbst wird man wieder genauso ernüchtert auf den Stehrängen stehen wie immer. Der Verein so tot wie die Jahre zuvor, eine große, vielleicht auch die letzte Chance der Vereinsgeschichte zu einer Rettung vertan. Dafür muß man kein Prophet sein…sondern sich einfach nochmal die letzten zehn Jahre in Erinnerung rufen.

Es braucht jetzt den Neuanfang. Angefangen in der Jugendabteilung muss der Weg wieder sein mehr Menschen, mehr Helfer an den Verein zu binden und das geht nur mit neuem Personal. Der Weg ist sicherlich sehr schmerzhaft, aber es braucht jetzt eine Aufbruchsstimmung und keine Vereinsarbeit hinter verschlossenen Türen mit der ewig gleichen Mauschelei. Es gibt Leute die Bock auf diesen Neuanfang haben, die bereit sind die Ärmel hochzukrempeln und sich wieder die Hacken wund zu laufen. Die bereit sind für neue Ideen und Entwicklungen. Die an das Potenzial glauben das in diesem Verein eigentlich steckt. Und die die Ambitionen haben das Borussia wieder deutlich bessere Tage erlebt als die aktuellen.

Doch wer das Umfeld der Borussia kennt, der weiß wie schwer es ist sich mit anderen Meinungen durchzusetzen, wenn man nicht zum „Clan“ gehört. Deshalb brauchen diese Leute eure Unterstützung. Es wird Zeit das alle die an eine andere Borussia glauben und diese sich wünschen, helfen. Es darf nicht mehr zu überhören und zu überlesen sein das es Zeit für einen Neubeginn wird. Das die alten Zöpfe endlich abgeschnitten gehören, deshalb kommentiert, diskutiert, likt und macht mit. Es liegt jetzt auch an euch, glaubhaft zu machen das der Zeitgeist rund um den Verein ein anderer ist. Es wird Zeit das 2015 als eine Wende in die Vereinsgeschichte eingeht. Dafür wird aber die Stimme von jedem gebraucht.

 

 

 

 

Charlie Chaplin im Tor von Chelsea!

Wer sich erst in den letzten Jahren mit dem englischen Fußball auseinandersetzt, der könnte glauben der FC Chelsea gehöre schon immer zu den Topadressen im Mutterland des Fußballs. Dabei entstand der Verein erst verhältnismäßig spät und auf sehr ungewöhnliche Weise. Denn es waren keine Arbeiter oder Schüler die den FC Chelsea zu Leben erweckten, sondern der pure Zufall zweier Brüder.tumblr_m7kf9utJSY1qhfgjbo1_1280

Es waren die Anfangsjahre des 20.Jahrhunderts. Die Stamford Brigde war ein rießiger Schutthaufen. Damals baute man gerade Londons Untergrundbahn und man brauchte einen geräumigen Platz um die Erde hinzuschütten. Die Bauunternehmer, Henry Augustus und Joseph Mears, zwei fußballbegeisterte Brüder, besaßen ein passendes Riesengelände – Stamford Bridge. Beiden war schnell klar das sie auf dem Gelände Fußballspiele austragen lassen wollten. Aus dem angehäuften Schutt wurde eine Platzanlage gebaut. Die Tribüne wies 5000 Sitzplätze auf, auch in England anno 1905, eher noch eine Ausnahme und auf den Schuttrampen hätten noch weitere 60.000 Platz gefunden, so sie denn gekommen wären. Doch der FC Fulham der als Verein der Nachbarschaft ein Angebot zur Nutzung bekam, lehnte aufgrund der Kosten ab.

ChelseaFC-1905-52.svgEs war dann Henry „Gus“ Augustus Mears der den Plan aufwarf einen eigenen Verein zu gründen. Nachdem der Vater sich einverstanden zeigte, wurde ein Vorstand gebildet. Als Präsidenten suchte man sich den „Earl of Cadogan“, den Träger eines der ältesten Adelsnamen Englands aus. Der neue Klub wählte sich die Farben des Cadoganschen Rennstalls, Etonblau, das später zu Königsblau verdunkelt wurde. Keine hundert Meter von der Stamford Bridge entfernt gab es ein Veteranenheim. „Die Pensionäre“ pflegten auch eine eigene Uniform, lange, purpurrote Waffenröcke, die bis zum Knie reichten, blaue Hosen und blaue Tschakos, leuchtende Goldknöpfe…genau ein solcher Pensionär prägte das erste Wappen des Vereins und sorgte somit für den Spitznamen „pensioners“.

Jahrzehntelang bot der FC Chelsea – sportlich immer nahe am Abstieg – mit der Gabe versehen verläßlicher Unzuverlässlichkeit Steilvorlagen für Komiker und Karikaturisten. Das Publikum bestand zum großen Teil aus Arbeitern aus dem nahegelegenen Millwall und den reicheren Bürgern Chelseas. Gerade bei diesem Wappen, der Nachbarschaft und dem Spitznamen bot Chelsea alles was man zu einem billigen Lacherfolg brauchte. Der berühmte Fred Karno, großer Revueunternehmer war ein Chelsea Anhänger. Im Chelsea Palace, einem der berühmtesten Varietebühnen im Südwesten Londons, kam er mit einer erfolgreichen Revue heraus, die schlicht „Das Fußballmatch!“ hieß. Als Goalkeeper Stiffey feierte das Talent Charlie Caplin monatelang Erfolge.

150px-FC_Chelsea_(altes_Logo).svgErst mit der Verpflichtung von Ted Drake 1952 änderte sich das Gesicht und die Geschichte des Londoner Vereins. Schon kurz nach seiner Amtsübernahme verschwand der „Pensionär“ von den Spielprogrammen, dem Briefkopf und den Plakaten. Stattdessen erschien ein schlichter C.F.C. Schriftzug und ein Jahr später kam der aufstehende Löwe als neues Emblem. Gekrönt wurde das „neue“ Chelsea als englischer Meister 1955.

Tribünengespräch – mit Ralf Pirmann leidenschaftlicher Historiker des frühen Fußballs

Ich freue mich sehr das Ralf bereit war/ist für diesen Blog ein paar Fragen zu beantworten. In diesem ersten Teil sprechen wir eher über die Anfänge und die Begeisterung der frühen Fußballjahre. Ralf ist in der Hinsicht ein absoluter Nerd, der regelmässig in den Archiven des Landes zu Hause ist. Seine Privatsammlung selbst ist eigentlich schon ein echtes Archiv. Sein Spezialgebiet ist der FC Homburg. Über diesen und seine Fanszene wird es dann in einem zweiten Teil gehen.

Hallo Ralf, wir schreiben zwar schon lange immer wieder miteinander rum, aber wirklich kennen gelernt haben wir uns ja noch nicht, deshalb eine kleine persönliche Vorstellung deinerseits bitte?

Hallo Nicky, seit meiner Geburt 1964 lebe ich in meiner Heimatstadt Homburg und arbeite in der Werkstattannahme eines mittelständischen Baustoff-Transport-Unternehmen. Aber dich interessiert wohl eher meine außerberufliche Aktivität. 😉 Mein Hauptinteresse gilt dem FC 08 Homburg mit all seinen Facetten. Seit den 1970ern pilgere ich ins Waldstadion und hole mir meinen wöchentlichen Kick der Droge Fußball. Mittlerweile bin ich aber über das „normale Fansein“ eines Vereins wohl weit hinaus. Zeitreisender in Sachen FC Homburg trifft es ganz gut.hom waldst.

Wenn ich an das Homburger Waldstadion denke muß ich gestehen das ich nicht viel über die Geschichte des Stadions weiß?

Sehr bedenklich. 😉 Aber dir kann geholfen worden. Das heutige Waldstadion entstand während der Naziherrschaft und war Teil eines Prestigeobjekts des damaligen Kreisleiters Jakob Knissel.

Im Dezember 1936 begannen die Arbeiten an der geplanten Sportanlage, die neben dem Stadion auch eine Turnhalle, Hallen- und Freibad, Tennisplätze etc. beinhalten sollte.
 
Diesem Bauprojekt fielen die Sportanlagen des SC Union (Bau 1920er) und des Freien Turn- und Sportverein (Einweihung 1932) zum Opfer. Das Grundstück des FTSV lag auf dem Gelände des heutigen Tennis-Clubs. Erhalten geblieben ist einzig das Einfahrtstor. Dahinter der Sportplatz der Union, der teilweise im Bereich der heutigen Tribüne lag. Am 14./15. August 1937 erfolgte die Einweihung der Hauptkampfbahn des Sportfelds der Stadt Homburg. Allerdings war bis dahin nur ein Teil der Stehränge fertiggestellt. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und dem Tod von Knissel 1940 kam der Bau mehr oder weniger zum Erliegen.
 
Nach Kriegsende fungierte die Kampfbahn 1945 als Panzerstellplatz. Die Mitglieder unseres Vereins machten den Platz wieder bespielbar und trugen im Februar 1946 das erste Spiel im Waldstadion aus.
Nach und nach wurde das Stadion selbst auf Vordermann gebracht und 1952 erfolgte der Bau der Tribüne im Stadion. Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd 1974 hielten die Zäune zum Spielfeld hin Einzug im Waldstadion. Im Sommer 1986 erfolgte innerhalb von knapp drei Monaten der Umbau des Waldstadions. Die alten Stehränge wurden durch Betonelemente ersetzt und die Tribüne erweitert.

Am 23. Februar 1990 wurde mit dem Bundesligaspiel gegen den FC St. Pauli das Flutlicht eingeweiht.

 
Der FCH spielt ja nicht schon immer dort, warum wurde der ursprüngliche Platz aufgegeben?
Unser alter Sportplatz befindet sich abgelegen im Wald auf dem Schlossberg. Die Infrastruktur selbst war minimalistisch. Nach dem Bau der Holztribüne 1924 mit Umkleide- und Schankraum war es geringfügig besser geworden. Wasser musste aus einer nahegelegenen Quelle herangeschafft werden. An einen Rasenplatz war trotz mehrmaliger Versuche dort oben nicht zu denken. Erst 1937 wurde mit der Schlossberghöhenstraße überhaupt eine richtige Straße angelegt, die auf den Berg führte.
 
Der Sportplatz selbst wurde vom damaligen FVH bzw. VfL Homburg von 1909 bis 1944 genutzt. Nur zu ausgesuchten Spielen wurde überhaupt in der Kampfbahn gespielt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Sportplatz erst 1949 von den französischen Behörden freigegeben. Zwischenzeitlich war die Holztribüne abgebrochen wurden. Die Betonplatten der Umzäunung wurden von den Vereinsmitgliedern mühsam den Berg heruntergeschafft, um das Stadion zu befestigen. Der Sportplatz selbst wurde danach vom SC Union, dem SFB sowie der DJK Homburg genutzt. 1968 verkaufte der FCH das Gelände an die Stadt Homburg.
 
Gauliga Südwest 1939Unser „rumschreiben“ dreht sich meist um historisches, dabei ist völlig egal ob es Statistiken sind, Stadionhefte oder Vereine. Dein Wissen und dein Fundus sind schier unerschöpflich. Wann hat dich diese Sammelleidenschaft gepackt und wann kam das Interesse am historischen dazu?
Naja, übertreib mal nicht. 2-3 Bücher, ein paar Ordner, eine gut gefüllte Festplatte sowie eigene Erlebnisse kommen eher hin. :)
Angefangen hat es Ende der 1970er Jahre mit dem sammeln der Stadionzeitung. Danach reichten die Heimprogramme nicht mehr aus. Die Auswärtshefte kamen hinzu. Tja, dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Der Horizont wollte erweitert werden und die kleine Sammlung bekam in Form von Kicker etc. deutlichen Zuwachs.
 
Durch gelegentliche Anekdoten und Bilder in der Stadionzeitung wurde der Wunsch nach Kenntnissen über die Vergangenheit geweckt. Nach Sichtung der Chronik zum siebzigjährigen Bestehen und den vorhandenen Programmen machte sich Ernüchterung breit. Der Informationsgehalt der vielen Texte schrumpfte auf ein Minimum zusammen. Zudem kursieren in den Presserückblicken über die diversen Vereinsjubiläen Fehler über Fehler. Die angegebenen Ereignisse aus den Erinnerungen ehemaliger Vereinsmitglieder wurden ungeprüft übernommen. Dazu kommen noch Fehler, die die Verfasser im Kontext machen. Und so ziehen sich diese vermeintlichen Tatsachen durch die ganzen Jahre. Zudem konnte ich die Richtigkeit der Angaben mangels Quellen bzw. Zugang zu den Quellen viele Jahre nicht überprüfen. Das Interesse schlummerte ein, lauerte aber immer im Hintergrund. In all den Jahren sollte es zu einer „unersättlichen Bestie“ heranwachsen, die 2009 wieder zum Leben erwachte.
 
Nach reiflicher Überlegung wurde während des Lehrgangs zum Vereinsmanager C die Idee geboren eine ausführliche Vereinschronik herauszugeben, und dabei alles zu erfassen, was relevant für die Vereinsgeschichte ist. Diese Chronik wird sicherlich nicht alles erfassen, was in der Vergangenheit geschehen ist. Vieles bleibt verborgen, weil es entweder keine Quellen mehr gibt oder nicht zugänglich sind. Leider wurden die Quellen über den FC 08 Homburg von Vereinsseite viele Jahre vernachlässigt, sei es, dass sie nur unsystematisch und verstreut oder gar nicht gesammelt wurden und damit schwer oder überhaupt nicht zugänglich waren oder dass sie durch falsche Lagerung Schaden nahmen oder gar achtlos vernichtet wurden. Um das sportgeschichtliche Vermächtnis des FC 08 Homburg zu sichern, begann ich unbedarft mit den Nachforschungen ohne etwas von den Dimensionen zu ahnen, die dieses Vorhaben angenommen hat.
 
Dank der tatkräftigen Unterstützung des Homburger Stadtarchivs konnte zumindest etwas Licht ins Dunkel gebracht werden. Ich begann, die vorhandenen Zeitungsbestände und weitere Unterlagen des Stadtarchivs seit 1899 zu durchkämmen. Hinzu kam die Mithilfe von einigen ebenso Infizierten wie Markus Röder und Eric Lindon aus Kaiserslautern oder Jörg Rodenbüsch sowie „Hobbyphysiker“ Tobias Fuchs vom Ellenfeld e.V.. Mittlerweile besteht ein roter Faden von den Anfängen des Fußballs um die Jahrhundertwende bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Seit dem Eintritt in den Verband süddeutscher Fußball-Vereine 1910 und der damit verbundenen Teilnahme am Spielbetrieb kann ich mittlerweile alle Spielklassenzugehörigkeiten des FCH von 1911 bis heute belegen.
 
Du hast mal irgendwann geschrieben das dich der ganze frühe Fußball begeistert! Was ist der Reiz an dieser Zeit?
Gegenfrage: Was sollte mich an der heutigen Zeit noch reizen? Aber zurück zu deiner Frage.
Ganz allgemein stand am Anfang der Reiz an der Vereinsgeschichte. Mit dem eintauchen in die alten Zeitungsbände und der mühseligen Suche nach Kurzmeldungen über den FCH oder eine simple Spielankündigung eröffnete sich eine andere Welt. Aufmerksames Lesen der deutschen Druckschrift war vonnöten, um die Zeitungsmeldungen richtig zu verstehen. Dies ist zwar auch heute noch nötig, allerdings musste ich mich erst mit dem damaligen Sprachgebrauch zurechtfinden. Ganz schnell reifte die Einsicht, dass ich den Verein nicht als isoliertes Gebilde sehen darf, sondern das Zeitgeschehen miteinbeziehen musste. Ganz nebenbei eignete ich einiges an Wissen über meine Heimatstadt an, dass ich sonst nicht erworben hätte.
 
Dadurch bekommt man eine andere Perspektive zum Geschehen und kann nachvollziehen, wie und warum sich z.B. der Fußball in Deutschland im Hinblick auf das Profitum anders entwickelte als in anderen europäischen Ländern. Darüber gibt es mittlerweile genügend Literatur, aber das Arbeiten mit Primärquellen in Verbindung mit dem heutigen Kenntnisstand macht es erst greifbar und erlebbar. Es ist unheimlich spannend zu erleben, wie sich der Fußballsport gegen alle Widerstände durchsetzte. Anhand der Berichterstattung in der Lokalzeitung zeigt sich die Entwicklung des Sports. Anfangs konnte ich froh sein, wenn alle paar Wochen ein Drei- oder Vierzeiler zu finden war.  Mit der Zeit wurden die Spielberichte länger. Nach dem Ersten Weltkrieg sind ganze Seiten voll mit Berichten zum aktuellen Spielbetrieb der obersten Klassen. Unter der Woche wurden die restlichen tieferklassigen Homburger Vereine abgehandelt.
Aber nicht nur die Beschäftigung mit der Geschichte macht Spaß, sondern auch deren Vermittlung, ob in unserer Stadionzeitung mit meiner Rubrik „Sellemols“ oder auch Führungen über unser fast verschwundenes Sportgelände auf dem Schlossberg.
 
borussia neunkirchenWie ist der Fußball an der Ostsaar entstanden, gab es da eigentlich Unterschiede zwischen den preußischen und bayrischen Teilen des Saarlandes?
An der heutigen Ostsaar verliefen die Geburtswehen nicht anders als im Rest von Deutschland. Schüler der Mittelschulen und Gymnasien ebneten den Weg für den neuen Sport, dem sich bald darauf die Mittelschicht anschloss. Während im preußischen Teil der Fußball von der Obrigkeit unterstützt wurde, gab es 1912 in Bayern ein Verbot für Schüler, das bis in die späten 1920er Jahre Bestand hatte. Selbst nach der Abtrennung der saarpfälzischen Gebiete 1920 von der bayrischen Pfalz und der Zugehörigkeit zum Saargebiet wurde zumindest in Homburg das Verbot von den Schulen weiter durchgesetzt. Wer sich intensiver mit der Entwicklung des Fußballs im Saargau und Lothringen beschäftigen möchte, kann dies mit dem hervorragenden Buch von Bernd Reichelt „Fußball im deutsch-französischen Grenzraum Saarland/Moselle 1900-1952″ tun.

Billy Wright – The Ironbridgerocket

Wer schon einmal das Vergnügen hatte vor dem „Molineux Stadium“ in Wolverhampton zu stehen, der kennt die Statue von Billy Wright. Seine Verehrer ließen einst dieses lebensgroße Denkmal errichten, auch eine Tribüne des Stadions trägt seinen Namen. Doch Billy Wright ist weit mehr als nur eine Wolverhampton Legende…

wrightWilliam Ambrose Wright wurde am 6.Februar 1942 in Ironbrigde geboren. Ironbrigde ist ein kleines Dorf unweit von Wolverhampton, das wie der Name schon verrät, wohl nur deshalb existiert weil es dort eine Brücke aus Eisen gibt. Der kleine William fällt früh durch seine fussballerische Begabung auf. Im Schulteam avanciert er zum Topscorer, obwohl er gar kein Stürmer ist. Mit 14 schafft er es dank der guten Kontakte seines Sportlehrers zu einem Training der Wolves. Doch der legendäre Manager Frank Buckley lässt ihn aufgrund seiner schmächtigen Statur abblitzen. Holt ihn wenig später als Stiefelputzer dann doch zu den Wanderers. Das war 1938, ein Jahr später kam der Krieg und Billy darf mit 15 zum ersten mal das gelb-schwarze Trikot tragen. Weiterlesen

Der „unvergessene“ DSC – Erinnerung an die große sächsische Meisterelf

Sie waren der letzte deutsche Meister vor der Teilung Deutschlands. Sie waren die vielleicht beste Mannschaft jener Zeit Anfang Mitte der Vierziger und bestimmten auch in den ersten Jahren den Fußball in der sowjetischen Besatzungszone. Mit dem Ende des „unvergessenen DSC“ verabschiedete sich fast die komplette Mannschaft in den Westen der Republik.

Tschammer1Die Ursprünge des Dresdner SC beginnen 1874 mit dem Dresden English Fo0tball Club, der erste Verein weltweit der das Fußballspiel in jener Zeit nach den heute gültigen Regeln außerhalb Englands spielte. 20 Jahre lang verlor der DFC kein einziges Spiel, nicht mal ein einziges Tor schafften die Gegner in jener Zeit. Als 1894 die Berliner Victoria (nach der Jahrhundertwende zweimaliger Meister) dem DFC eine 2:0 Niederlage zusetzte, wollte das die Fußballwelt erst gar nicht glauben. Weiterlesen

Auf Wiedersehen Borussia…!!!

Nach vier Jahren verabschiedet sich der Stahlwerkblog als Borussenblog. Borussia Neunkirchen wird hier in Zukunft nur noch eine Rolle in der Vergangenheitsform einnehmen. Wieso, weshalb, warum…Nein ich lasse niemanden im Stich, ich habe in den vergangenen Monaten und Jahren meins getan. Ich habe gestritten, meine Meinung vertreten, eingesteckt und auch ausgeteilt. Doch am Ende steht für mich das Gefühl nichts mehr bewegen zu können oder zumindest nicht so wie ich das will und das Kompromisse in manchen Dingen nicht mein Fall sind, hat spätestens die „Käfer-Tour“ gezeigt.

Persönlich ist mir der Druck der auf meiner Person und dieser Seite liegt zu groß geworden. Freies schreiben ist einfach nicht mehr möglich und das mit den Kompromissen hatten wir ja gerade. Es gibt nicht diesen einen Anlass, es war eine Entwicklung die unter Ferraro begonnen hat und die heute bzw. morgen endet. In den vier Jahren gab es soviele negative Auswüchse im Umgang mit Spielern, Trainern, ganzen Abteilungen das ich mich heute noch grusele. Und wieviele haben dagegen aufbegehrt? Manche haben zugeschaut wie ihre Freunde rasiert wurden. Von alldenen die heute in Ämtern sitzen war niemand dabei bei der Mahnwache. 

Bis heute darf der Aufsichtsratsvorsitzende seines Amtes walten, obwohl er zweifelsfrei die Mitgliederversammlung belogen hat. Wo bleibt da die Achtung vor dem Amt? Kein freiwilliger Rückzug und kein drängen darauf von sonst woher. Das sind nicht die Handlungen die mich beruhigen oder mir das Gefühl geben das sich hier wirklich was verändert hat. Nein wir sind nicht alle Borussen, zumindest nicht in meinen Augen. Ständig und immer geht es um Posten, Ego, Einfluss und Macht. Bitte schön, ich brauche das nicht…Ich stelle allerdings eine letzte Frage? Wie kann es möglich sein das ein Verein eine solch lange Talfahrt erlebt…ich habe meine Antwort darauf gefunden in den letzten Wochen.

Ich wünsche dem Vorstand und dem Verein für die Zukunft alles Gute, vorallem die Weisheit zu unterscheiden welche Personen es gut mit dem Verein meinen und welche sich nur was davon versprechen. Mach es gut Block5, Bierstand und alljene denen dieser Verein ans Herz gewachsen ist…Ich werde Menschen enttäuschen, liebgewonnene zurücklassen, aber irgendwann werden wir nochmal auf dem Rasen tanzen…in unserem Ellenfeld! Auf Wiedersehen Borussia!!!

P.S. Der Blog wird ganz sicher weitergehen, Fußball wird hier das beherrschende Thema bleiben. Wie genau das aussehen wird, zeigt die Zukunft. Wenn die Tränen getrocknet sind…