„Alte Liebe lebt“…

Es sieht so aus als sollte es am Ende nochmal gut ausgehen, aber auch die neue Saison muß finanziert werden…

Podcasts erobern die Welt…

podcast-1024x902Podcasts sind wohl im Moment der heisseste Scheiß in der Bloggerszene. Wohin man schaut wachsen neue Formate. Die Fanszenen der Erstligavereine sind fast komplett durch die Reihe am Start. Die zweite Liga hat zwar bisher nur ne handvoll, aber mit dem Textilvergehen (Union Berlin) einen der ältesten und definitiv besten Podcast am Start. Das coole an den Formaten ist ihre Unterschiedlichkeit. Von der reinen Skype Truppe  bis zu lockeren Runden in Berliner Küchen oder Fanräumen ist alles dabei. Die einen kümmern sich rein um das sportliche, andere haben auch den Blick auf die eigene Fankurve dabei, reden über Vereinsveranstaltungen oder Entwicklungen ihres Clubs.

Der Rasenfunk hat sich in seiner neusten Ausgabe des „Tribünengesprächs“ mal tiefer mit der Materie beschäftigt und stellt zusammen mit Maik vom „Millernton“ und Klaas Reese von „Collinas Erben“ (Schiedsrichterpodcast) einige Fußballpodcasts vor. Der perfekte Einstieg sozusagen um sich mal einen ersten Überblick einzuholen. Eine Sammlung diverser Links findet man ebenfalls in den Shownotes der Sendung.

 

 

Der Vorstand hat den Verein aufgegeben, wir nicht!!!

22293_850984101642557_565256812543086446_nNachdem ich gestern Abend den aktuellen Bericht im SR gesehen habe, war die letzte Nacht etwas kurz. Viel zu viele Fragen und Gedanken waren im Kopf, viel zu viel Angst machte sich breit. Leider war und ist diese Angst alles andere als unbegründet. Ein paar Gedanken möchte ich an dieser Stelle mit euch teilen.

Man, man, man.. Erst stellt sich ein OB Fried vor die Kamera, lächelt und teilt ganz selbstverständlich mit, dass die Stadt Neunkirchen Borussia kein Geld gibt. Dann kommt plötzlich ein Master Plan, der beinhaltet, dass die Sparkasse dem Verein einen Darlehen von 110.000€ gibt und als Sicherheit die Ersparnisse durch die Photovoltaikanlage (ca. 8.000€ pro Saison) erhält. Nun, viele werden an dieser Stelle gedacht haben, damit wäre alles gerettet und geklärt. Das ist aber nicht der Fall!

Sollte dieser Deal zustande kommen, so kann Borussia die Kosten des Stadions nicht mehr decken und muss zwangsläufig ausziehen, so der Sprecher des SR. Plötzlich dann Klaus Hofmann, von dem man sehr lange nichts mehr gehört hat, an der Lakaischäferei vor der Kamera, der uns erzählen will, dass man hier super eine kleine Tribüne und moderne Sanitäranlagen hinbauen könnte. ERNSTHAFT?????

Klar sein dürfte, dass der Vorstand damit endgültig resigniert hat. Wie sonst soll man sich erklären, dass hier eine Lösung präsentiert wird, die ein Auszug aus dem Stadion beinhaltet? Wie kann ich als „echter Borusse“ überhaupt über so eine Lösung nachdenken?
Bach, Krebs und Co. sind jetzt bald drei Monate im Amt. Außer viel Show konnte man bisher aber nichts Produktives sehen. Schauen wir mal, was seit der Amtszeit passiert ist:
-1.000 + X gegen Saar 05 (allein von Fans organisiert)
-Käfer Tour (Idee + Umsetzung durch Nicky und Jörg)
-Käfer Verkauf
-Benefizspiel gegen Mainz

Bleiben für den Vorstand also noch der Verkauf des Käfers und das Benefizspiel gegen Mainz 05. Das haben sie aber beides leider auch sehr schlecht bis unterirdisch gemacht. Eigentlich haben wir für einen Oberligaverein eine sehr große Marketing Abteilung mit einem Profi Klaus Hofmann und Co. Wie kann es dann bitte sein, dass ein Käfer unter Wert verkauft wird, weil er nur beim Doppelpass und in Facebook angekündigt wurde? Wenn ich sehe, dass ein Link zur Auktion einmal in Facebook gestellt wird und das nächste was man liest ist über einen Monat später, dass der Käfer verkauft wurde, dann wird mir leider schlecht. Der Käfer war unser einziger wirklicher Trumph und man hat sich kein Stück bemüht, dass möglichst viele Leute auf ihn und die Auktion aufmerksam werden.
Dazu kommt eine anonyme Auktion, was bedeutete, dass jeder nur ein Gebot abgab. Hätte man sehen können, wo das aktuell höchste Gebot liegt, hätten sich auch vielleicht mehrere gegenseitig überboten. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass die Leistung des Vorstandes hier miserabel war.

Das Testspiel gegen Mainz war dann auch nicht viel besser. Denn außer das Spiel war gar nichts. Bei solch einem „Event“ muss man einfach mehr bieten, um mehr Menschen ins Stadion zu ziehen. Auch hier war es eine große Chance mehr Geld zu machen, die aber wieder mal grandios in den Sand gesetzt wurde. Und das Gleiche wird am 07.07. gegen den FCS passieren, weil auch hier wieder viel zu wenig Werbung etc. gemacht wird. Ich frage mich wie naiv man sein muss, um tatsächlich zu glauben, dass eine Spielankündigung reicht, damit 1000e Zuschauer kommen?!

Und damit will der Vorstand nun sagen, sie hätten alles versucht? Das darf so niemand durchgehen lassen! Wir müssen aufwachen und dürfen nicht mehr weg sehen. Die wollen uns aus unserem Ellenfeldstadion raus nehmen!!
Statt Sponsoren zu suchen, die die Kosten des Stadions decken, wird schon der Auszug und der Umbau an der Lakai geplant?! Wenn kein Geld für das Stadion da ist, wo kommt dann das Geld für den Umbau der Lakai her? Merkt der Vorstand und die Stadt denn nicht, dass sie sich selbst widersprechen?

Wir können und dürfen nicht länger still sein und zusehen. Jeder sollte jetzt mithelfen! Beteiligt euch an unseren Aktionen und wenn ihr selbst eine Idee habt, sie aber nicht direkt umsetzen könnt, dann schreibt uns doch einfach und wir können gemeinsam schauen, was zu tun ist.

Der Vorstand hat den Verein aufgegeben, wir nicht!!!

Unbenannt

Morgen ist die außerordentliche MV. Diesen Kommentar hat Martin Bach am 30.12. unter einem Bild zur Mahnwache geschrieben. Morgen kann er beweisen, ob er es jetzt als Vorsitzender besser macht und die Satzung endlich wieder ändert. Ich gehe aber davon aus, dass mal wieder andere Dinge sooo viel wichtiger waren als diese Satzungsänderung. Aber auch diese Entschuldigung zählt nicht mehr, weil eine solche Änderung 2 Minuten der MV beanspruchen würde. Es wird morgen definitiv Fragen dazu geben und ohnehin eine hitzige MV werden, wenn alle endlich ihre Stimme erheben.

Die Fans sind der Verein!

 

Charlie Chaplin im Tor von Chelsea!

Wer sich erst in den letzten Jahren mit dem englischen Fußball auseinandersetzt, der könnte glauben der FC Chelsea gehöre schon immer zu den Topadressen im Mutterland des Fußballs. Dabei entstand der Verein erst verhältnismäßig spät und auf sehr ungewöhnliche Weise. Denn es waren keine Arbeiter oder Schüler die den FC Chelsea zu Leben erweckten, sondern der pure Zufall zweier Brüder.tumblr_m7kf9utJSY1qhfgjbo1_1280

Es waren die Anfangsjahre des 20.Jahrhunderts. Die Stamford Brigde war ein rießiger Schutthaufen. Damals baute man gerade Londons Untergrundbahn und man brauchte einen geräumigen Platz um die Erde hinzuschütten. Die Bauunternehmer, Henry Augustus und Joseph Mears, zwei fußballbegeisterte Brüder, besaßen ein passendes Riesengelände – Stamford Bridge. Beiden war schnell klar das sie auf dem Gelände Fußballspiele austragen lassen wollten. Aus dem angehäuften Schutt wurde eine Platzanlage gebaut. Die Tribüne wies 5000 Sitzplätze auf, auch in England anno 1905, eher noch eine Ausnahme und auf den Schuttrampen hätten noch weitere 60.000 Platz gefunden, so sie denn gekommen wären. Doch der FC Fulham der als Verein der Nachbarschaft ein Angebot zur Nutzung bekam, lehnte aufgrund der Kosten ab.

ChelseaFC-1905-52.svgEs war dann Henry „Gus“ Augustus Mears der den Plan aufwarf einen eigenen Verein zu gründen. Nachdem der Vater sich einverstanden zeigte, wurde ein Vorstand gebildet. Als Präsidenten suchte man sich den „Earl of Cadogan“, den Träger eines der ältesten Adelsnamen Englands aus. Der neue Klub wählte sich die Farben des Cadoganschen Rennstalls, Etonblau, das später zu Königsblau verdunkelt wurde. Keine hundert Meter von der Stamford Bridge entfernt gab es ein Veteranenheim. „Die Pensionäre“ pflegten auch eine eigene Uniform, lange, purpurrote Waffenröcke, die bis zum Knie reichten, blaue Hosen und blaue Tschakos, leuchtende Goldknöpfe…genau ein solcher Pensionär prägte das erste Wappen des Vereins und sorgte somit für den Spitznamen „pensioners“.

Jahrzehntelang bot der FC Chelsea – sportlich immer nahe am Abstieg – mit der Gabe versehen verläßlicher Unzuverlässlichkeit Steilvorlagen für Komiker und Karikaturisten. Das Publikum bestand zum großen Teil aus Arbeitern aus dem nahegelegenen Millwall und den reicheren Bürgern Chelseas. Gerade bei diesem Wappen, der Nachbarschaft und dem Spitznamen bot Chelsea alles was man zu einem billigen Lacherfolg brauchte. Der berühmte Fred Karno, großer Revueunternehmer war ein Chelsea Anhänger. Im Chelsea Palace, einem der berühmtesten Varietebühnen im Südwesten Londons, kam er mit einer erfolgreichen Revue heraus, die schlicht „Das Fußballmatch!“ hieß. Als Goalkeeper Stiffey feierte das Talent Charlie Caplin monatelang Erfolge.

150px-FC_Chelsea_(altes_Logo).svgErst mit der Verpflichtung von Ted Drake 1952 änderte sich das Gesicht und die Geschichte des Londoner Vereins. Schon kurz nach seiner Amtsübernahme verschwand der „Pensionär“ von den Spielprogrammen, dem Briefkopf und den Plakaten. Stattdessen erschien ein schlichter C.F.C. Schriftzug und ein Jahr später kam der aufstehende Löwe als neues Emblem. Gekrönt wurde das „neue“ Chelsea als englischer Meister 1955.

Ein Besuch im Ludwigspark – 1.FCS vs. FWK

IMG_20150528_174147So, eigentlich ist die Saison vorbei und man ist schon im Sommerpausen-Modus. Aber da sind ja noch die Relegations- und Aufstiegsspiele in den verschiedenen Ligen. Und da Fußball einfach der schönste Sport ist und man nie genug davon bekommt, entschied ich mich mal zum FC zu gehen, die gestern die Würzburger Kickers empfingen.

Da die Parkmöglichkeiten in Saarbrücken bekannterweise eher begrenzt sind, ging es um 16:40 Uhr schon ab Ottweiler in Richtung Saarbrücken. Dort kam ich mit einem Freund dann auch schon gegen 17:10 Uhr an und so konnten wir noch den allerletzten Parkplatz an der Saarlandhalle erobern, grandios. Ok, nur noch knapp zwei Stunden bis zum Spiel, aber diverse Gespräche vorm Blockeingang und das Beobachten, wann denn so die Ultras etc. eintrudeln machte die Wartezeit relativ kurz. Hat ja auch etwas gedauert, bis die erste Welle im Stadion war und alle abgetastet waren etc. Weiterlesen

Relegation – Muss das sein?

Relegation 13/14: Darmstadt rauf, Bielefeld runter.

Relegation 13/14: Darmstadt rauf, Bielefeld runter.

Am Donnerstag, Freitag, sowie am kommenden Montag und Dienstag stehen sie wieder an: Die Relegationsspiele! Wer in der nächsten Saison erstklassig spielen darf, entscheidet sich im Duell zwischen dem Hamburger SV (16. in der Bundesliga) und dem Karlsruher SC (3. in der 2. Liga). Freitags und dienstags spielen dann der TSV 1860 München (16. in der 2. Liga) und Holstein Kiel (3. der 3. Liga) um den letzten verfügbaren Platz in der 2. Bundesliga.

Zu erwarten sind also vier Abende mit vollen Stadien, die ganz großen Spiele, viel Dramatik und noch mehr Tränen. Die einen freuen sich über Aufstieg oder Klassenerhalt, die anderen werden traurig sein über Abstieg oder Nicht-Aufstieg. Selten sind Freud und Leid so nah beieinander, wie in den kommenden Spielen.
Für den neutralen Zuschauer ist das jedes Jahr eine willkommene Abwechslung zum normalen Saisonalltag und dem DFB-Pokalfinale am Samstag und dem CL-Finale in der darauffolgenden Woche Samstag. Für den Fan eines Vereins in der Relegation sind die Tage hingegen der blanke Horror. Nervosität dürfte sich gerade bei den 16. der Ligen breit machen. Etwas mehr Vorfreude dürfte man bei den Drittplatzierten beobachten können.

Allerdings frag ich mich seit längerem, muss das eigentlich sein? Ähnlich der schwachsinnigen Regelung der Aufstiegsspiele zur 3. Liga bin ich auch hier der Meinung, dass man entweder gut genug war um aufzusteigen, oder nicht bzw. so schlecht war, dass man absteigt oder nicht. Natürlich hat die Relegation eigentlich Tradition im deutschen Fußball, wurde sie ja nur für ein paar Jahre nicht ausgetragen. Aber man hätte es dabei belassen sollen.
Wie kann man beispielsweise einen Klassenerhalt des HSV mit zwei guten Spielen gegen Karlsruhe rechtfertigen, wo sie doch die ganze Saison über nicht besser waren, als ein Absteiger?

Abgesehen davon hinkt das Argument zu sehen, ob der Zweitligist überhaupt Bundesligareif ist, für mich stark. Karlsruhe tritt am Donnerstag und Montag mit einem Zweitliga Kader gegen einen Erstliga Kader an. Natürlich gab es schon öfter Überraschungen, gerade in der Relegation zur 2. Liga konnte sich der Drittligist oft durchsetzen, allerdings wird hier nicht beachtet, dass z.B. Karlsruhe bei einem Aufstieg noch eine gesamte Transferperiode Zeit hätte, um die Mannschaft für die Bundesliga fit zu machen.
So werden sie aber an ihrem Kader für die zweite Liga gemessen, ob sie gut genug sind für die Erste.

Ich sehe die Relegation sehr kritisch, hier wird künstliche Spannung und Dramatik erzeugt, um den Zuschauern noch etwas nach der Saison zu bieten. Und das auf Kosten der Vereine, schließlich ist der Einnahmenunterschied zwischen den Ligen nicht gerade gering. Wo bleibt die Fairness, wenn ein Verein, der sich über 34 Spiele den 3. Platz erkämpft hat, aufgrund einem oder zwei schlechten Tagen, an denen es nicht gegen eine Mannschaft aus einer höheren Liga reicht, trotzdem eine weitere Saison in der unteren Liga spielen muss? Vielleicht sollte man diese Regelung doch nochmal überdenken.

Trotzdem wünsch ich jedem vier schöne und faire Fußballspiele und den Vereinen viel Erfolg bei ihren unterschiedlichen Missionen.

 

Hinweis: Dies ist eine rein subjektive Meinung eines Einzelnen, nicht zwingend die des gesamten Blogs Stahlwerk.

Tribünengespräch – mit Ralf Pirmann leidenschaftlicher Historiker des frühen Fußballs

Ich freue mich sehr das Ralf bereit war/ist für diesen Blog ein paar Fragen zu beantworten. In diesem ersten Teil sprechen wir eher über die Anfänge und die Begeisterung der frühen Fußballjahre. Ralf ist in der Hinsicht ein absoluter Nerd, der regelmässig in den Archiven des Landes zu Hause ist. Seine Privatsammlung selbst ist eigentlich schon ein echtes Archiv. Sein Spezialgebiet ist der FC Homburg. Über diesen und seine Fanszene wird es dann in einem zweiten Teil gehen.

Hallo Ralf, wir schreiben zwar schon lange immer wieder miteinander rum, aber wirklich kennen gelernt haben wir uns ja noch nicht, deshalb eine kleine persönliche Vorstellung deinerseits bitte?

Hallo Nicky, seit meiner Geburt 1964 lebe ich in meiner Heimatstadt Homburg und arbeite in der Werkstattannahme eines mittelständischen Baustoff-Transport-Unternehmen. Aber dich interessiert wohl eher meine außerberufliche Aktivität. 😉 Mein Hauptinteresse gilt dem FC 08 Homburg mit all seinen Facetten. Seit den 1970ern pilgere ich ins Waldstadion und hole mir meinen wöchentlichen Kick der Droge Fußball. Mittlerweile bin ich aber über das „normale Fansein“ eines Vereins wohl weit hinaus. Zeitreisender in Sachen FC Homburg trifft es ganz gut.hom waldst.

Wenn ich an das Homburger Waldstadion denke muß ich gestehen das ich nicht viel über die Geschichte des Stadions weiß?

Sehr bedenklich. 😉 Aber dir kann geholfen worden. Das heutige Waldstadion entstand während der Naziherrschaft und war Teil eines Prestigeobjekts des damaligen Kreisleiters Jakob Knissel.

Im Dezember 1936 begannen die Arbeiten an der geplanten Sportanlage, die neben dem Stadion auch eine Turnhalle, Hallen- und Freibad, Tennisplätze etc. beinhalten sollte.
 
Diesem Bauprojekt fielen die Sportanlagen des SC Union (Bau 1920er) und des Freien Turn- und Sportverein (Einweihung 1932) zum Opfer. Das Grundstück des FTSV lag auf dem Gelände des heutigen Tennis-Clubs. Erhalten geblieben ist einzig das Einfahrtstor. Dahinter der Sportplatz der Union, der teilweise im Bereich der heutigen Tribüne lag. Am 14./15. August 1937 erfolgte die Einweihung der Hauptkampfbahn des Sportfelds der Stadt Homburg. Allerdings war bis dahin nur ein Teil der Stehränge fertiggestellt. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und dem Tod von Knissel 1940 kam der Bau mehr oder weniger zum Erliegen.
 
Nach Kriegsende fungierte die Kampfbahn 1945 als Panzerstellplatz. Die Mitglieder unseres Vereins machten den Platz wieder bespielbar und trugen im Februar 1946 das erste Spiel im Waldstadion aus.
Nach und nach wurde das Stadion selbst auf Vordermann gebracht und 1952 erfolgte der Bau der Tribüne im Stadion. Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd 1974 hielten die Zäune zum Spielfeld hin Einzug im Waldstadion. Im Sommer 1986 erfolgte innerhalb von knapp drei Monaten der Umbau des Waldstadions. Die alten Stehränge wurden durch Betonelemente ersetzt und die Tribüne erweitert.

Am 23. Februar 1990 wurde mit dem Bundesligaspiel gegen den FC St. Pauli das Flutlicht eingeweiht.

 
Der FCH spielt ja nicht schon immer dort, warum wurde der ursprüngliche Platz aufgegeben?
Unser alter Sportplatz befindet sich abgelegen im Wald auf dem Schlossberg. Die Infrastruktur selbst war minimalistisch. Nach dem Bau der Holztribüne 1924 mit Umkleide- und Schankraum war es geringfügig besser geworden. Wasser musste aus einer nahegelegenen Quelle herangeschafft werden. An einen Rasenplatz war trotz mehrmaliger Versuche dort oben nicht zu denken. Erst 1937 wurde mit der Schlossberghöhenstraße überhaupt eine richtige Straße angelegt, die auf den Berg führte.
 
Der Sportplatz selbst wurde vom damaligen FVH bzw. VfL Homburg von 1909 bis 1944 genutzt. Nur zu ausgesuchten Spielen wurde überhaupt in der Kampfbahn gespielt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Sportplatz erst 1949 von den französischen Behörden freigegeben. Zwischenzeitlich war die Holztribüne abgebrochen wurden. Die Betonplatten der Umzäunung wurden von den Vereinsmitgliedern mühsam den Berg heruntergeschafft, um das Stadion zu befestigen. Der Sportplatz selbst wurde danach vom SC Union, dem SFB sowie der DJK Homburg genutzt. 1968 verkaufte der FCH das Gelände an die Stadt Homburg.
 
Gauliga Südwest 1939Unser „rumschreiben“ dreht sich meist um historisches, dabei ist völlig egal ob es Statistiken sind, Stadionhefte oder Vereine. Dein Wissen und dein Fundus sind schier unerschöpflich. Wann hat dich diese Sammelleidenschaft gepackt und wann kam das Interesse am historischen dazu?
Naja, übertreib mal nicht. 2-3 Bücher, ein paar Ordner, eine gut gefüllte Festplatte sowie eigene Erlebnisse kommen eher hin. :)
Angefangen hat es Ende der 1970er Jahre mit dem sammeln der Stadionzeitung. Danach reichten die Heimprogramme nicht mehr aus. Die Auswärtshefte kamen hinzu. Tja, dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Der Horizont wollte erweitert werden und die kleine Sammlung bekam in Form von Kicker etc. deutlichen Zuwachs.
 
Durch gelegentliche Anekdoten und Bilder in der Stadionzeitung wurde der Wunsch nach Kenntnissen über die Vergangenheit geweckt. Nach Sichtung der Chronik zum siebzigjährigen Bestehen und den vorhandenen Programmen machte sich Ernüchterung breit. Der Informationsgehalt der vielen Texte schrumpfte auf ein Minimum zusammen. Zudem kursieren in den Presserückblicken über die diversen Vereinsjubiläen Fehler über Fehler. Die angegebenen Ereignisse aus den Erinnerungen ehemaliger Vereinsmitglieder wurden ungeprüft übernommen. Dazu kommen noch Fehler, die die Verfasser im Kontext machen. Und so ziehen sich diese vermeintlichen Tatsachen durch die ganzen Jahre. Zudem konnte ich die Richtigkeit der Angaben mangels Quellen bzw. Zugang zu den Quellen viele Jahre nicht überprüfen. Das Interesse schlummerte ein, lauerte aber immer im Hintergrund. In all den Jahren sollte es zu einer „unersättlichen Bestie“ heranwachsen, die 2009 wieder zum Leben erwachte.
 
Nach reiflicher Überlegung wurde während des Lehrgangs zum Vereinsmanager C die Idee geboren eine ausführliche Vereinschronik herauszugeben, und dabei alles zu erfassen, was relevant für die Vereinsgeschichte ist. Diese Chronik wird sicherlich nicht alles erfassen, was in der Vergangenheit geschehen ist. Vieles bleibt verborgen, weil es entweder keine Quellen mehr gibt oder nicht zugänglich sind. Leider wurden die Quellen über den FC 08 Homburg von Vereinsseite viele Jahre vernachlässigt, sei es, dass sie nur unsystematisch und verstreut oder gar nicht gesammelt wurden und damit schwer oder überhaupt nicht zugänglich waren oder dass sie durch falsche Lagerung Schaden nahmen oder gar achtlos vernichtet wurden. Um das sportgeschichtliche Vermächtnis des FC 08 Homburg zu sichern, begann ich unbedarft mit den Nachforschungen ohne etwas von den Dimensionen zu ahnen, die dieses Vorhaben angenommen hat.
 
Dank der tatkräftigen Unterstützung des Homburger Stadtarchivs konnte zumindest etwas Licht ins Dunkel gebracht werden. Ich begann, die vorhandenen Zeitungsbestände und weitere Unterlagen des Stadtarchivs seit 1899 zu durchkämmen. Hinzu kam die Mithilfe von einigen ebenso Infizierten wie Markus Röder und Eric Lindon aus Kaiserslautern oder Jörg Rodenbüsch sowie „Hobbyphysiker“ Tobias Fuchs vom Ellenfeld e.V.. Mittlerweile besteht ein roter Faden von den Anfängen des Fußballs um die Jahrhundertwende bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Seit dem Eintritt in den Verband süddeutscher Fußball-Vereine 1910 und der damit verbundenen Teilnahme am Spielbetrieb kann ich mittlerweile alle Spielklassenzugehörigkeiten des FCH von 1911 bis heute belegen.
 
Du hast mal irgendwann geschrieben das dich der ganze frühe Fußball begeistert! Was ist der Reiz an dieser Zeit?
Gegenfrage: Was sollte mich an der heutigen Zeit noch reizen? Aber zurück zu deiner Frage.
Ganz allgemein stand am Anfang der Reiz an der Vereinsgeschichte. Mit dem eintauchen in die alten Zeitungsbände und der mühseligen Suche nach Kurzmeldungen über den FCH oder eine simple Spielankündigung eröffnete sich eine andere Welt. Aufmerksames Lesen der deutschen Druckschrift war vonnöten, um die Zeitungsmeldungen richtig zu verstehen. Dies ist zwar auch heute noch nötig, allerdings musste ich mich erst mit dem damaligen Sprachgebrauch zurechtfinden. Ganz schnell reifte die Einsicht, dass ich den Verein nicht als isoliertes Gebilde sehen darf, sondern das Zeitgeschehen miteinbeziehen musste. Ganz nebenbei eignete ich einiges an Wissen über meine Heimatstadt an, dass ich sonst nicht erworben hätte.
 
Dadurch bekommt man eine andere Perspektive zum Geschehen und kann nachvollziehen, wie und warum sich z.B. der Fußball in Deutschland im Hinblick auf das Profitum anders entwickelte als in anderen europäischen Ländern. Darüber gibt es mittlerweile genügend Literatur, aber das Arbeiten mit Primärquellen in Verbindung mit dem heutigen Kenntnisstand macht es erst greifbar und erlebbar. Es ist unheimlich spannend zu erleben, wie sich der Fußballsport gegen alle Widerstände durchsetzte. Anhand der Berichterstattung in der Lokalzeitung zeigt sich die Entwicklung des Sports. Anfangs konnte ich froh sein, wenn alle paar Wochen ein Drei- oder Vierzeiler zu finden war.  Mit der Zeit wurden die Spielberichte länger. Nach dem Ersten Weltkrieg sind ganze Seiten voll mit Berichten zum aktuellen Spielbetrieb der obersten Klassen. Unter der Woche wurden die restlichen tieferklassigen Homburger Vereine abgehandelt.
Aber nicht nur die Beschäftigung mit der Geschichte macht Spaß, sondern auch deren Vermittlung, ob in unserer Stadionzeitung mit meiner Rubrik „Sellemols“ oder auch Führungen über unser fast verschwundenes Sportgelände auf dem Schlossberg.
 
borussia neunkirchenWie ist der Fußball an der Ostsaar entstanden, gab es da eigentlich Unterschiede zwischen den preußischen und bayrischen Teilen des Saarlandes?
An der heutigen Ostsaar verliefen die Geburtswehen nicht anders als im Rest von Deutschland. Schüler der Mittelschulen und Gymnasien ebneten den Weg für den neuen Sport, dem sich bald darauf die Mittelschicht anschloss. Während im preußischen Teil der Fußball von der Obrigkeit unterstützt wurde, gab es 1912 in Bayern ein Verbot für Schüler, das bis in die späten 1920er Jahre Bestand hatte. Selbst nach der Abtrennung der saarpfälzischen Gebiete 1920 von der bayrischen Pfalz und der Zugehörigkeit zum Saargebiet wurde zumindest in Homburg das Verbot von den Schulen weiter durchgesetzt. Wer sich intensiver mit der Entwicklung des Fußballs im Saargau und Lothringen beschäftigen möchte, kann dies mit dem hervorragenden Buch von Bernd Reichelt „Fußball im deutsch-französischen Grenzraum Saarland/Moselle 1900-1952″ tun.

Billy Wright – The Ironbridgerocket

Wer schon einmal das Vergnügen hatte vor dem „Molineux Stadium“ in Wolverhampton zu stehen, der kennt die Statue von Billy Wright. Seine Verehrer ließen einst dieses lebensgroße Denkmal errichten, auch eine Tribüne des Stadions trägt seinen Namen. Doch Billy Wright ist weit mehr als nur eine Wolverhampton Legende…

wrightWilliam Ambrose Wright wurde am 6.Februar 1942 in Ironbrigde geboren. Ironbrigde ist ein kleines Dorf unweit von Wolverhampton, das wie der Name schon verrät, wohl nur deshalb existiert weil es dort eine Brücke aus Eisen gibt. Der kleine William fällt früh durch seine fussballerische Begabung auf. Im Schulteam avanciert er zum Topscorer, obwohl er gar kein Stürmer ist. Mit 14 schafft er es dank der guten Kontakte seines Sportlehrers zu einem Training der Wolves. Doch der legendäre Manager Frank Buckley lässt ihn aufgrund seiner schmächtigen Statur abblitzen. Holt ihn wenig später als Stiefelputzer dann doch zu den Wanderers. Das war 1938, ein Jahr später kam der Krieg und Billy darf mit 15 zum ersten mal das gelb-schwarze Trikot tragen. Weiterlesen

Der „unvergessene“ DSC – Erinnerung an die große sächsische Meisterelf

Sie waren der letzte deutsche Meister vor der Teilung Deutschlands. Sie waren die vielleicht beste Mannschaft jener Zeit Anfang Mitte der Vierziger und bestimmten auch in den ersten Jahren den Fußball in der sowjetischen Besatzungszone. Mit dem Ende des „unvergessenen DSC“ verabschiedete sich fast die komplette Mannschaft in den Westen der Republik.

Tschammer1Die Ursprünge des Dresdner SC beginnen 1874 mit dem Dresden English Fo0tball Club, der erste Verein weltweit der das Fußballspiel in jener Zeit nach den heute gültigen Regeln außerhalb Englands spielte. 20 Jahre lang verlor der DFC kein einziges Spiel, nicht mal ein einziges Tor schafften die Gegner in jener Zeit. Als 1894 die Berliner Victoria (nach der Jahrhundertwende zweimaliger Meister) dem DFC eine 2:0 Niederlage zusetzte, wollte das die Fußballwelt erst gar nicht glauben. Weiterlesen