Grenzstadtkurier 9 – Ein Fanzine das Maßstäbe setzt…

grenz09Fanzines sind für mich die Leselektüre der Strasse. D.I.Y. pur, spürt man sofort das jeweilige Herz der Macher. Das vorliegende gefällt mir vorallem deshalb weil es einfach ne Herzenssache ist, denn genauso wie bei Borussia, dürfte der Lesezirkel beim FC Kreuzlingen sehr beschränkt sein. Dennoch bringt Daniel das Heft in fröhlicher Regelmäßigkeit heraus und siehe da für deutsche Kunden gibt es das Heft beim nofb.shop zu bestellen. Qualität scheint sich am Ende eben doch durchzusetzen und davon gibt es auch in der vorliegenden Ausgabe reichlich. Neben den Spielberichten des Schweizer Amateurvereins (ich gönne dir den Aufstieg von Herzen), gibt es auch geschichtliches zum einstmals hochklassig spielenden FCK.

Doch auf den 108 Seiten gibt es noch soviel mehr zu entdecken. Vorallem die Interviews zum 1.SC Göttingen, Nordstern Basel (wieder ein historisch interessanter Verein) oder der Basler Fußballbar geben interessante Einblicke. Sehr geil sind die Fotostrecken „Stadionarchitektur der 20er Jahre“, und „Schweizer Provinz“ (kleine Amateurfanszenen). Überhaupt kommen die vielen, vielen Fotos sehr gut rüber. Im Gegensatz zum Internet, findet man hier die Zeit sich in Ruhe den Bildern zu widmen. Schweinfurt 05 darf sich vorstellen. Andreas Gläser ein genialer Schreiber der dem BFC nahe steht wird auf seiner Vorlesetour durch die Schweiz begleitet. Und es gibt eigentlich noch soviel mehr was man hier erwähnen könnte. Das Heft kommt gut recherchiert, fundiert und mit erstklassigen Schreibern in einem Hochglanzcover in Farbe (das gilt auch für sämtliche Fotos) zu euch nach Hause. Da ist es mir wirklich eine Ehre auch mit einem Beitrag zum „Erbsenberg“ einen Teil zum Heft beitragen zu dürfen. Sicherlich ein Heft das nicht den Weg in den Keller findet, sondern ein Ehrenplatz im Wohnzimmer bekommt.

Ganz ehrlich, wer ein Herz für Amateurfußball hat, der sollte, nein der muß hier zuschlagen. Soviel Qualität zu einem verhältnissmäßig kleinen Preis, Hut ab Daniel, da ist dir ein starkes Heft gelungen. Bestellen könnt ihr es beim NOFB Shop (Link folgen) für 3,90 plus Porto…

Inhaltsverzeichnis:

• Editor Speaks, The Seagulls Roar! – aus dem Porteños-Blog
• Old Glory Group: Interview mit Dirk Mederer vom 1. SC Göttingen
• Vergessene Schweizer Legenden: Nordstern Basel
• Kreuzlinger Glanzzeiten: Rückkehr in die 1. Liga mit Rapid-Spieler Madlmayer und ein Rückblick auf die Saison 1937/38
• Mitropa-Cup-Teilnehmer zu Gast beim FC Kreuzlingen
• Didi:Offensiv-Fußballkulturbar in Basel
• Andreas Gläser – schöner Singen!
• Red Rebels in Switzerland
• Historische Matchprogramme als Sammelobjekte
• Kulturteil: Neue Fussballbücher und Fanzines
• Bilderbogen: Dulwich Hamlet FC und Stadionarchitektur der 20er-Jahre und vieles mehr

 

…ich kann sagen, dass ich die Regionalliga lieb gewonnen habe – Interview mit Markus Horn (Blog Rot & Weiß)

Auf Markus bin ich eigentlich erst durch ihn selbst aufmerksam geworden, als er eines Tages einen Beitrag von mir likte. Seitdem verfolge ich seinen Blog Rot&Weiß der sich mit den Offenbacker Kickers und Benfica Lissabon beschäftigt. Vorallem letzteres bietet sehr interessante Einblicke. Doch Markus betreibt noch ein weiteres Blog…Links findet ihr unter dem Text. Wir sprachen aber wie soll es anders sein hauptsächlich ums runde Leder.

Hallo Markus, ich lese jetzt schon ziemlich lange deine Texte, verrat mir doch mal wer hinter den Texten steckt?

Ein Fußballfan aus Offenbach, auch wenn das leider nur die halbe Wahrheit ist. Ich muss mit dem Makel leben, in Frankfurt geboren zu sein. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur vorbringen, dass ich diesen Fehler bereits als Einjähriger korrigiert habe, indem ich auf die richtige Seite des Mains nach Offenbach gezogen bin. Seit 1973 gehe ich sehr regelmäßig auf den Bieberer Berg und komme damit langsam in die Nähe, mich als Stammzuschauer bezeichnen zu dürfen. markus horn Weiterlesen

Neuzugang Yannick Bach…

27.08.14, Regionalliga Südwest: 1. FC Saarbrücken - SVN Zweibrücken 3:1Noch vor ein paar Tagen erwähnte Daniel Paulus auf dieser Seite, dass er sich noch einen Defensivspieler im Winter wünschen würde. Nun gilt Yannick Bach nicht unbedingt als ausgesprochener Defensivspieler, was auf den ersten Blick also irgendwie nicht ganz passen mag. Doch der Transfer hilft Daniel Paulus an einigen Baustellen weiter.

So gilt der 23jährige, der mit dem Fußball spielen beim SV Altstadt angefangen hat, als Mann für die linke Aussenbahn. Dort kann er sowohl offensiv, als auch defensiv agieren. Damit reagiert Paulus auf die Probleme in der Vorrunde, als sowohl Kadrija als auch Jorrin nicht wirklich bleibenden Eindruck hinterliessen. Sicherlich auch weil jeder für sich mit seinen eigenen Problemchen zu kämpfen hatte. Kadrija kam in der vergangenen Rückrunde kaum zu Spielpraxis und dürfte aufgrund seines Alters noch mit Formschwankungen kämpfen. Dasselbe gilt eigentlich auch für Jorrin. Beides Talente die aber Zeit brauchen ihre Erfahrungen zu machen. Dabei kann etwas Konkurrenzkampf nicht schaden. Zumal sie in Yannick Bach einen mit 23 Jahren noch recht jungen, aber schon weitaus erfahreneren Konkurrenten bekommen. Weiterlesen

Walther Bensemann – Der Mann, der den Fussball nach Deutschland brachte

2014-05-20_der_mann_der_den_fussball_nach_deutschland_brachteWirklich gut ist ein Buch, wenn man auch dann noch liesst, obwohl man schon längst keine Zeit mehr dafür haben sollte. So ging es mir mit Bernd- M. Meyers „Der Mann, der den Fussball nach Deutschland brachte“. Einem Roman der sich um „das Leben des Walther Bensemann“ dreht. Ein Mann, der wenn man dem Buch glauben will sein ganzes Leben ausschließlich dem Fußball widmete. Bensemann in Berlin geboren, wuchs in der Schweiz auf. Lernte dort das Spiel mit dem runden Leder kennen und wurde im Laufe seines Lebens zu einem Fussballpionier. Er brachte den Fussball nach Süddeutschland war an zahlreichen Vereinsgründungen beteiligt u.a. beim Karlsruher FV, Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern. Weiterlesen

Rezension: Kleines Land, großer Fußball – Das Saarland in der Bundesliga

Katalog zur Ausstellung

Katalog zur Ausstellung

Das vorliegende kleine Büchlein ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, wobei der Begriff Katalog etwas irreführend ist. Denn mit dem was ich mir so darunter vorstelle hat das wenig zu tun. Ich würde es eher als Bildband im Taschenformat bezeichnen. Das erste was man erblickt ist eine Einleitung von Paul Burgard vom Landesarchiv, locker geschrieben stimmt er den Leser auf die folgenden Seiten ein. Das Buch ist dann auf 5 Kapitel unterteilt. Wobei die Fotografien das „Eigentliche“ sind, garniert mit kurzen Texten die den Hintergrund der Bilder noch etwas mehr erläutern. Weiterlesen

Fanzine Review: Grenzstadtkurier

Fußballfanzines sind in letzter Zeit rar gesät bei mir, um so mehr habe ich mich auf die Neuerscheinung des Grenzstadtkurier gefreut. Ein Heft das seine Ersterscheinung noch im letzten Jahrtausend feierte, trotzdem reden wir hier erst von Ausgabe Nummer 8. Ich vermute einfach mal ins blaue das es an der subkulturellen Geschäftigkeit der Vergangenheit liegt, dass es noch nicht mehr geworden sind. Traditionelle Wertarbeit schlägt Fließbandarbeit kann ich da nur sagen. Oldschool steht auf dem Cover aber ganz so oldschool geht es dann doch nicht zu, immerhin wird hier durchgehend in Farbe berichtet. Was zwar nicht unbedingt meinen Geschmack trifft, in diesem Falle aber die vielen historischen Bilder unterstreicht und somit doch überzeugt. grenz08

Inhaltlich geht es zu fast 100 % um den FC Kreuzlingen, einem schweizer Verein am Bodensee. Während uns Kulturbanausen hierzulande der FCK weniger bis eher gar nicht bekannt ist, zeigen einige historische Spielberichte das dieser heute im unterklassigen Fußball beheimatete Verein auf eine große Vergangenheit zurückblicken kann. Immerhin spielte man in den ersten Jahrzehnten der Vereinsgeschichte zweit und drittklassig. Genau diese Zeit beleuchtet die aktuelle Ausgabe mit einem Einleitungstext, Spielberichten und einer Vorstellung von Alwin Riemke. Dieser war zu seiner Zeit etwa das was man heute Fußballstar nennen würde. Der gebürtige Leipziger stand sowohl mit dem VfB als auch 1860 München Anfang der Dreißiger zweimal im Endspiel um die deutsche Meisterschaft, danach ging er in die Schweiz. Ein sehr interessanter Text, der wahrscheinlich gar nicht so einfach zu recherchieren war.

Natürlich finden sich auch zahlreiche Spielberichte aus der Neuzeit im Heft, dazu gibts noch ein wenig über die Konstanzer Stadtgeschichte zu lesen, der FC Millwall wird besucht und letztlich noch ein Interview mit mir geführt. Am Ende bekommt man alles in allem 56 Seiten reichlich bebildert, locker geschrieben und mit viel Herzblut getränkt. Ein Fanzine das sich durch und durch mit dem eigenen Verein und seiner Geschichte beschäftigt und damit oder trotzalledem ein Blick in den schweizer Alltagsfußball aus früher und heute wirft. Ich habe von Daniel dankenswerterweise eine Schweizer Ausgabe geschickt bekommen, dass Heft gibt es aber aufgrund der recht hohen Porto und Herstellungskosten in der Schweiz, auch als deutsche Ausgabe die vom nofb-shop herausgegeben wird. Dort findet ihr übrigens noch massig mehr Lesestoff…ein Kauf des Grenzstadtkurier wird dringend empfohlen. Ein Interview mit dem Macher findet ihr hier

 

Buchvorstellung – Mein Jahr mit dem Red Star FC

Ich habe mir das Wochenende in knapp vier Stunden das Buch „Bienvenue en Banlieue“ von Christoph Heshmatpour reingepfiffen und muß sagen ich habe schon lange kein so gutes Fußballbuch mehr gelesen. Eigentlich ist es auch gar kein richtiges Fußballbuch, sondern irgendeine Mischung aus vielerlei Dingen.  Im Grunde schreibt Christoph seine persönlichen Erlebnisse in Paris auf. Was damit anfängt das er als Erasmus  Student für ein Jahr nach Frankreich geht um mal fort zu kommen von zu Hause und wenigstens ein bißchen die Welt zu sehen. cover

Doch der Fußball ist letztlich sein roter Faden durch das Buch. Das Stadion von Red Star Paris hat es ihm angetan und so zieht er in jenen Stadtteil wo der Verein beheimatet ist. Er erzählt in entspannt lockerer Weise von der Geschichte Red Stars, ohne große Fakten und Hintergründe, so das es auch jedem der sich nicht mit dem Fußballclub auseinandergesetzt hat verständlich ist. Es geht dabei weniger um die Spiele selbst, als vielmehr um die Geschichten darum. Um irgendwelche Antikicker, einstige Helden die ihre letzten Jahre ausklingen lassen, kriminell vorbelastete Spieler, alles ohne erhobenen Zeigefinger. Das Bild das er dabei zeichnet lässt meine Symphatien für diesen kleinen erfolglosen Verein mit großer Historie, in einem heruntergekommenen Stadion (Woher kenn ich das nur) nur so erblühen.

Er setzt sich mit den Klischees und Vorurteilen über Paris auseinander, zeichnet ein Bild von der Stadt und dem Land das es einfach ein Genuss ist. Dabei darf man sich drauf verlassen das, dass ganze ohne jedes intellektuelle Gequatsche passiert. Christoph geniesst das Jahr vorallem in runtergekommenen Vorortbars wo Touristen niemals hinkommen, da wo Paris, eben wirklich Paris ist. Und doch wird auch jener Stadtteil von der Gentrefizierung erfasst, aber auch hier findet Christoph wahre Worte. Irgendwie ist das Buch eine subkulturelle Mischung aus Reisebericht, Tagebuch und Fußball. Für mich steht fest, ich werde Red Star sicherlich mal einen Besuch abstatten wenn sie wieder in unserer Region zu Gast sind…

Das Buch könnt ihr völlig kostenfrei downloaden und euch auf dem Rechner reinziehen oder auch für 3 Euro als Papierversion zulegen, was ich sicherlich noch tun werde.

OstDerby – Magazin für den Fussballosten

Magazine oder Fussballzeitschriften die sich explizit um ostdeutschen Fussball kümmern, sucht man seit Jahrzehnten vergebens. Seit Februar nun versuchen die Herausgeber von „OstDerby“ diese Lücke zu schließen. Dabei setzt man auf neue Wege, so erscheint das Heft nicht in gedruckter Form im Kiosk und Bahnhofshandel, sondern kann bequem aber ungewohnt per pdf-Datei gegen 3 Euro heruntergeladen werden.OstDerby Cover

Das man thematisch viel aus dem Thema „Ostfussball“ herausholen kann, zeigt schon die Debütausgabe die sich z.B. mit dem Olympiasieg der DDR-Nationalmannschaft 1976 in Montreal befasst oder die Ausführungen über eine Diskussionsrunde des mdr zum Thema Entwicklung des Ostfussballs. Natürlich spielt auch der Vereinsfussball eine entscheidende Rolle so kann man sich nochmal die Wendejahre des FC Energie in Erinnerung rufen oder die große DFB Pokalrunde des 1.FC Magdeburg als man den FC Bayern aus dem Pokal schoß oder weniger nostalgisch warum RB auch in diesem Jahr nicht aufsteigen wird. Aber auch Seitenblicke anderer Art hat man zu bieten, z.B ein ausführliches und lesenswertes Interview mit dem Nachwuchschef des RWE oder warum ausgerechnet ein Cafe am Stadtrand zum Treffpunkt für Erfurter Spieler wurde. Weiterlesen

100 Jahre Ellenfeld-Stadion

Ellenfeld_einband_web-285x280 Pünktlich zum Jubiläum veröffentlichen die beiden Vereinshistoriker Tobias Fuchs und Dr.Jens Kelm dieses fast 200 Seiten starke Bildband. Schon die Aufmachung im ungewöhnlichen Format mit hochwertigen Umschlag samt Prägedruck, unterscheidet dieses Machwerk von vielen anderen in diesem Metier. Was wohl auch der Grund gewesen sein dürfte, dieses Buch in Alleinregie zu veröffentlichen. Verlage hätten bei solch Wünschen wohl gleich den Kostenfaktor ins Spiel gebracht. Um so schöner das die beiden einen anderen Weg suchten um das Projekt zu verwirklichen. Weiterlesen

Josef Gruber: Ultras Italien. Passione e Mentalità.

Josef Gruber: Ultras Italien Bildband. Passione e Mentalità.

Es begab sich Mitte der Neunziger als ich meine erste Ausgabe der „SuperTifo“ in Händen hielt, ergattern konnte ich sie bei einem Umstieg am Frankfurter Hauptbahnhof. Es sollte ein einschneidendes Erlebniss in meinem Leben werden. Zwar konnte ich keinen einzigen Text davon lesen da es sich dabei um eine italienisches Ultramagazin handelte, aber das war auch gar nicht nötig. Die Bilder sprachen Bände, enthusiastische Kurven mit Doppelhaltern und großen Schwenkfahnen garniert hinter riesigen Zaunbannern. Die Südkurve der Roma in ihren besten Tagen mit einer Derbychoreo, die Welt der Ultras hatte mich erfasst. Weiterlesen