Tendenz ist das ich bei Borussia Neunkirchen bleibe. – Tribünengespräch mit Armend Haliti

 

armend haliti Die letzten Jahre befindet sich Borussia in einem ständigen Wechsel zumindest was das Personal auf dem Platz betrifft. Identifikationsfiguren die sich mit dem Verein identifizieren oder die dem Umfeld die Möglichkeit geben sich mit der Mannschaft zu identifizieren gibt es so natürlich kaum. Armend Hailiti seit zwei Jahren bei der Borussia, hat sich mit seiner Art des Fußballs schnell in die Herzen der Zuschauer gespielt. Kämpfer werden im Ellenfeld noch immer hoch geschätzt. Wir haben uns unterhalten über seine Fitness, den Trainer, die Mannschaft und überhaupt. Ein kurzer Plausch der gerne auch hätte etwas länger gehen dürfen…Ich habe versucht alles weitestgehend im Orginal zu lassen, auch wenn es sich vielleicht nicht ganz so flüssig liesst…
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…“das hört sich schon mal alles nicht schlecht an!“ – im Tribünengespräch Jörg Eisenhuth

Jörgs Stammplatz im Stadion

Jörgs Stammplatz im Stadion

Hallo Jörg, schön dich zum Interview begrüßen zu dürfen. Im Borussenkreis bist du sicher nicht unbekannt, aber wir haben ja auch noch andere Leser. Verrate uns doch kurz mit wem wir es hier zu tun haben?

Mein Name ist Jörg Eisenhuth, 44 Jahre alt, habe von 1975-1992 bei Borussia gespielt, habe alle Jugendmannschaften durchlaufen, war in der Saison 88/89 im Oberligakader unter Trainer Gerd Schwickert dabei und spielte danach bis ich 1992 die Borussia verließ in der Landesliga-Mannschaft!

Du erwähntest bereits, dass du 1975 deine ersten Erfahrungen mit der Borussia gemacht hast. Dieses Jahr hast du also 40 jähriges Jubiläum. Welches war dein erstes Spiel live im Ellenfeld, an das du dich erinnerst?

An das erste Spiel kann ich mich nicht erinnern, das Spiel, welches mir meistens zuerst durch den Kopf schießt, war das gegen die Stuttgarter Kickers 1978?, als „Dixie“ Kobel das erste Phantomtor schoss! Ansonsten weiß ich noch, das ich gegen den FC nie mit durfte weil es zu dieser Zeit zu gefährlich war, zumindest meinten das unsere Eltern! Durch die berufliche Tätigkeit unserer Eltern auf der Lakaienschäferei hatten mein Bruder und ich die schönste Kindheit die man sich vostellen konnte, wir hatten unseren eigenen Sportplatz und fast jeden Tag Kontakt mit unseren Stars der Borussia! Ich verdiente mir mein erstes Geld über Jahre als Balljunge indem mir jeder Trainer der da war nach jedem Training 50 Pfennig gab für meine „Arbeit“! Nach fast jedem Training durfte ich unserer Torwart Legende Willi Ertz noch ein paar Bälle auf´s Tor schießen nachdem ich die fußballerische Aufgabe die er mir tags zuvor aufgetragen hatte erfüllte, aber nur dann!!! Das werde ich nie vergessen!!!!

Wie war das damals in deinem Freundeskreis und in der Schule? War da Borussia ein großes Thema, seid ihr zusammen zu Spielen oder habt ihr sogar zusammen bei Borussia gespielt? Waren da bekannte Namen dabei?

Natürlich war Borussia überall ein Thema damals!!! In den unteren Jugendmannschaften spielte man noch mit vielen Kumpels zusammen, ab der C-Jugend wurde dann gefiltert! Es gab ja damals nur drei Vereine, wir, der FC und Homburg!Bei diesen 3 Vereinen verteilten sich die besten Spieler des Landes!Ich habe zusammen gespielt mit den Walle-Zwillingen, Ralph Flausse, Guido Cullmann, David Tröss um mal einige zu nennen die den Sprung geschafft haben! Marco Schmitt war glaube ich ein zwei Jahrgänge unter mir!

In 40 Jahren hast du sicher auch viel mitbekommen. In Facebook hast du schon öfter öffentlich erwähnt, dass es früher einen so großen Zuschauerstamm gab. Gibt es konkrete Ereignisse in der Geschichte bei denen du sagst, die sind dafür verantwortlich, dass es heute nicht mehr ist wie früher, oder war das eher ein schleichender Prozess über die Jahre?

Das ist schwer zu beantworten! Zum Einen denke ich war es ein schleichender Prozess aufgrund immer wieder neuen Enttäuschungen, sei es im sportlichen Bereich oder was die Vereinsführung betrifft! Irgendwann wurden es immer weniger weil die Verbitterung so groß war! Immer wenn ein zartes Pflänzlein am wachsen war wurde es, ich sage es mal krass, durch irgendeinen Mist wieder zertrampelt! Zum Anderen ist es schwer Nachwuchs zu werben, sei es als Spieler oder als Fans, es gibt heute zu viele andere Sachen (PC, Playstation usw.)! Wir hatten damals nur Fußball!!!

Du warst selbst kurze Zeit Mitglied bei der Gruppe „Schienenwolf“. Wie sind deine Erinnerungen an die Fanszene damals?

Anfang der 80er Jahre bestand meine Aufgabe darin, das ich zwischen den Heimspielen Zeitungen sammelte und diese mit der Schere zu Schnipseln verarbeite! An den Spieltagen lief ich dann mit meinem 7 Jahre älteren Bruder mit Schal, Fahne und vier, fünf blauen Säcken voll Schnipsel von der „Lakai“ aus ins Ellenfeld! Damals standen die Fans noch in der „Spieser Kurve“!!! Beim Einlaufen schmiss jeder in der Kurve eine Hand voll Schnipsel und meine Arbeit von 14 Tagen lag innerhalb von 10 Sekunden auf dem Boden! Aber ich war ein Teil dieser Gruppe und das machte mich stolz! Als ich dann in dem Alter war ein anerkanntes Mitglied im Fanclub zu werden ging es Mitte der 80er Jahre bergab und die Fanszene löste sich auch durch das Alter der Mitglieder bedingt langsam auf und aus dem „Schienenwolf“ wurden normale Zuschauer!

Du beschäftigst dich in deiner Freizeit viel und gerne mit dem VfB. Wie schätzt du momentan den Verein, die Mannschaft und das Umfeld ein?

Es wurden jetzt im neuen Jahr einige positive Signale von Seiten des Vereins gesendet, sei es mit dem installieren eines Managers oder Ergänzungen was den Kader betrifft! Die Jugendarbeit soll wieder voran getrieben werden, das hört sich schon mal alles nicht so schlecht an! Es wurde ein klares Ziel definiert indem man kurzfristig die Regionalliga in Angriff nehmen möchte, man wird jetzt abwarten müssen was davon umgesetzt werden kann! Was das Umfeld betrifft bin ich mir sicher das über kurz oder lang die Leute nach und nach wieder kommen wenn der Verein es schafft Ruhe und Konstanz rein zu bringen!

Bei der 0:1 Niederlage in Gonsenheim konntest du nicht dabei sein. Wenn ich mich nicht irre, hast du aber die komplette Hinrunde gesehen, die wir auf Platz 10 beendet haben. Woran liegt es deiner Meinung nach, dass Borussia nicht oben mitspielt?

Es fehlte etwas die Konstanz! Es kamen viele neue Spieler die integriert werden mussten! Dazu die Verletzung von Jens Kirchen der ein Schlüsselspieler dieser Mannschaft ist! Markus Schmitt der als Ersatz für Jens geholt wurde kam selbst aus einer langen Verletzung und konnte logischerweise nicht bei 100 % sein nach der langen Spielpause! Ein weiterer Schlüsselspieler, Armend Haliti, schleppte sich auch fast durch die komplette Vorrunde mit seiner Verletzung, er stellte sich immer wieder in den Dienst von Verein und Mannschaft, was man ihm nicht hoch genug anrechnen kann, aber irgendwann merkte man auch bei ihm das er an seine körperlichen Grenzen stieß! Insgesamt war der Kader in der Breite nicht stark genug um solche Handicaps kompensieren zu können!

Was ist dein Wunsch für den Verein in den nächsten 3 Jahren und was muss passieren, damit daraus Realität wird?

Ich möchte gar nicht so weit in die Zukunft schauen, ich hoffe man gibt Dirk Ex eine faire Chance hier was zu entwickeln, er hat die Messlatte mit dem kurzfristigen Ziel Regionalliga sehr hoch gelegt, ich hoffe das man das ganze untermauert in dem man versucht den jetzigen Kader weitestgehend zusammen zu halten! Des Weiteren hoffe ich, das der Jugend nochmal Leben eingehaucht wird!

Ich bedanke mich für das tolle Interview und die umfangreichen Antworten von dir! Nur eins noch: Kurz und knapp, warum sollte ich zur Borussia gehen, wenn ein paar Kilometer weiter zwei Vereine um den Aufstieg in die 3. Liga spielen?

Kurz und knapp weil die Borussia immer noch was Besonderes ist! Als „echtem Neinkeijer“ stellt sich mir die Frage nach einem anderen saarländischen Verein nicht! Einmal Borusse, immer Borusse!!!

Dieser Überlebenswille und die Verbundenheit reißen dich mit – Interview mit Mirko

SVEGrüß dich Mirko, du schreibst jetzt schon etwas länger für den Stahlwerkblog. Deine Eindrücke, Erfahrungen?

Hallo Nicky! Ja das ist richtig, zum Blog gekommen bin ich ja eher durch Zufall. Eigentlich sollte es ja bei einem Spielbericht zum Pokalspiel in Rockershausen bleiben, bei dem du leider nicht anwesend sein konntest. Daraus hat sich dann aber mehr entwickelt, sodass wir uns gerade die Spielberichte jetzt ja super teilen, finde ich. Bisher habe ich sehr viel gute Erfahrungen hier gemacht, die Leser bestätigen immer wieder, dass die Arbeit hier geschätzt wird und geben auch immer wieder Feedback oder nehmen einen Artikel als Grundlage für eine anregende Diskussion, das gefällt mir sehr.

Nicht ein jeder kennt dich, stell dich doch mal kurz vor?

Zu mir, ich heiße Mirko, mein seltener Nachname ist Müller und ich komme aus dem Baujahr 1995. Ich wohne zusammen mit meinen Eltern in Neunkirchen, für mich immer noch die schönste Stadt. Im Juli schließe ich meine Berufsausbildung als Industriekaufmann ab (wenn alles klappt).
 
Wie bist du zur Borussia gekommen, dein Elternhaus ist ja eher blau-schwarz gefärbt?
 
Mein Vater ist Fan der Landeshauptstadt, richtig. Meine Mutter ist da eher neutral, tendiert aber doch auch schon immer eher zu schwarz-weiß. Mein erstes Spiel der Borussia war 2003, DFB Pokal gegen die Bayern. Damals stand ich mit FCB Trikot, Mütze und mehreren Schals im Block 5, davon war irgendwie dort niemand wirklich begeistert, Haha. Die Kulisse war der Wahnsinn. Da ist die Borussia aber noch nicht wirklich bei mir angekommen. Das kam dann 2005, als ich mit meinen Eltern und meinem Bruder beim Saarlandpokal Halbfinale (?) gegen Homburg im Ellenfeld auf der Gegengerade war. Mehr als das Spiel faszinierte meinen Bruder und mich die Fankurven, die lauten Gesänge, die Fahnen, diese hemmungslose Freude oder eben Traurigkeit wenn ein Tor fällt. Danach begannen wir beide öfters Heimspiele zu besuchen, rückten jeden Samstag etwas näher an den Block 5, waren irgendwann drin und irgendwann dann auch bei denen, die uns 2005 noch so faszinierten. Der Auslöser bei mir war damit weniger der Fußball, mehr die Fanszene.
 
Was macht die Borussia für dich aus?
 
Eine Frage, die man 100 Leute fragen könnte und vielleicht 100 verschiedene Antworten bekommt. Für mich ist es zu einem großen Teil die „Familie“ im Stadion. Ich freue mich immer am Wochenende wieder die Leute im Stadion zu sehen, mit ihnen zu reden und das Spiel zusammen zu erleben. Nicht zu vergessen halte ich auch das Potential im Neunkircher Umfeld für ein Alleinstellungsmerkmal des VfB. Wie bei der Mahnwache im Dezember gesehen, wenn was passiert, sind sofort eine Menge Leute da, auch die, die seit Monaten oder Jahren nicht mehr ins Stadion gehen. Und immer wieder versuchen die Leute etwas zu ändern und egal wie schwer es um den Verein steht, niemand verliert die Hoffnung. Dieser Überlebenswille und die Verbundenheit reißen dich mit und lassen sich nie wieder los von der Borussia. Abgesehen davon ist Borussia Neunkirchen einfach der geilste Club der Welt, da gibt es keine Alternative.
 
Dein bisher größtes Borussenerlebniss?
 
Da kommen einige in Frage. Sei es mein erstes Spiel gegen Bayern im ausverkauften Ellenfeld, der Oberligaauftakt 2007/2008 zu Hause gegen den FCS, das verlorene Saarlandpokalfinale 2010 gegen Elversberg oder der Abstiegskampf in der letzten Saison mit dem eigentlichen sportlichen Abstieg. Ja, ich denke große Ereignisse müssen nicht immer ein gutes Ende haben, deshalb ist mein größtes Erlebnis das Pokalfinale 2008 gegen den FC Homburg in Elversberg. Leider verloren wir 1:2 nach 120 Minuten, wenn ich aber heute zurück denke, war es einfach nur überwältigend. Diese Menge an Neunkircher und Saarbrücker, die Luftballonchoreo, der super Support und der Kampf bis zum Schluss der Mannschaft. Für mich eine der schönsten Erinnerungen überhaupt, wenn wir vom Ergebnis absehen.
 
Was ließt du an anderen Blogs regelmässig?
 
Ich lese oft das FCSBlog, Oldforrest und den Blog rot & weiß.
 
Welche Sachen schreibst du mit Vorliebe für den Blog. Welche fallen dir schwerer?
 
Ich schreibe gerne Spielberichte. Egal wie langweilig vielleicht das Spiel ist, erlebt man auf dem Hin- und Rückweg und im Stadion abgesehen vom Spiel immer etwas Neues, worüber man schreiben kann. Schwerer fällt es mir dagegen über aktuelle Geschehnisse im Verein zu bloggen wie im letzten Jahr die Diskussion um die MV. Irgendwie willst Du auf Missstände hinweisen, gleichzeitig aber deinen Verein nicht zu schlecht da stehen lassen. Die Mischung zu finden ist da schwer. Ohnehin gefallen mir 95% meiner Text selbst am Ende nicht gut, da bin ich aber sicher nicht der Einzige Blogger dem das so geht, richtig?
 
Zum Schluss was wünschst du dir wo soll der Verein in zwei drei Jahren stehen?
 
Sportlich wünsche ich mir den Aufstieg in die Regionalliga, welcher bei momentan Kader machbar sein sollte, wenn man einen Großteil des Teams über den Sommer hinweg halten kann. Noch mehr wünsche ich mir allerdings, dass wieder etwas mehr Struktur und Kommunikation in den Verein kommt, wie bei der Mahnwache gefordert wurde. Angefangen hat man ja schon mit dem neuen Manager, ich bin gespannt was nun noch passiert in Sachen Stadion und Sponsoren.

 

 
 

…ich kann sagen, dass ich die Regionalliga lieb gewonnen habe – Interview mit Markus Horn (Blog Rot & Weiß)

Auf Markus bin ich eigentlich erst durch ihn selbst aufmerksam geworden, als er eines Tages einen Beitrag von mir likte. Seitdem verfolge ich seinen Blog Rot&Weiß der sich mit den Offenbacker Kickers und Benfica Lissabon beschäftigt. Vorallem letzteres bietet sehr interessante Einblicke. Doch Markus betreibt noch ein weiteres Blog…Links findet ihr unter dem Text. Wir sprachen aber wie soll es anders sein hauptsächlich ums runde Leder.

Hallo Markus, ich lese jetzt schon ziemlich lange deine Texte, verrat mir doch mal wer hinter den Texten steckt?

Ein Fußballfan aus Offenbach, auch wenn das leider nur die halbe Wahrheit ist. Ich muss mit dem Makel leben, in Frankfurt geboren zu sein. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur vorbringen, dass ich diesen Fehler bereits als Einjähriger korrigiert habe, indem ich auf die richtige Seite des Mains nach Offenbach gezogen bin. Seit 1973 gehe ich sehr regelmäßig auf den Bieberer Berg und komme damit langsam in die Nähe, mich als Stammzuschauer bezeichnen zu dürfen. markus horn Weiterlesen

Neuzugang Yannick Bach…

27.08.14, Regionalliga Südwest: 1. FC Saarbrücken - SVN Zweibrücken 3:1Noch vor ein paar Tagen erwähnte Daniel Paulus auf dieser Seite, dass er sich noch einen Defensivspieler im Winter wünschen würde. Nun gilt Yannick Bach nicht unbedingt als ausgesprochener Defensivspieler, was auf den ersten Blick also irgendwie nicht ganz passen mag. Doch der Transfer hilft Daniel Paulus an einigen Baustellen weiter.

So gilt der 23jährige, der mit dem Fußball spielen beim SV Altstadt angefangen hat, als Mann für die linke Aussenbahn. Dort kann er sowohl offensiv, als auch defensiv agieren. Damit reagiert Paulus auf die Probleme in der Vorrunde, als sowohl Kadrija als auch Jorrin nicht wirklich bleibenden Eindruck hinterliessen. Sicherlich auch weil jeder für sich mit seinen eigenen Problemchen zu kämpfen hatte. Kadrija kam in der vergangenen Rückrunde kaum zu Spielpraxis und dürfte aufgrund seines Alters noch mit Formschwankungen kämpfen. Dasselbe gilt eigentlich auch für Jorrin. Beides Talente die aber Zeit brauchen ihre Erfahrungen zu machen. Dabei kann etwas Konkurrenzkampf nicht schaden. Zumal sie in Yannick Bach einen mit 23 Jahren noch recht jungen, aber schon weitaus erfahreneren Konkurrenten bekommen. Weiterlesen

Über so einen Verein zu berichten ist schon speziell – Interview mit Sebastian Zenner

szWer aufmerksam die Berichte über die Borussia in der Saarbrücker Zeitung liesst, der wird schon einmal über den Namen Sebastian Zenner gestolpert sein. Seines Zeichens freier Journalist und seit Jahren nah dran am schwarz-weissen Geschehen, doch nicht nur im Ellenfeld findet er seine Themen. Mehr Texte von ihm findet ihr auf seiner Homepage

Du hast ja keine klassische Journalistenausbildung, wie kam es zum Kontakt mit der SZ?

Die Entscheidung, Journalist zu werden, habe ich schon vor meinem Studium getroffen. Ich hatte meinen früheren Jugendtrainer, der damals schon Redakteur bei der SZ war, gefragt, wie ich das am besten anstelle. Er meinte dann zu mir: „Am besten du studierst ein Fach, für das du dich interessierst – selbst, wenn es Mathematik ist. Wenn du gut schreiben kannst, lernst du alles andere bei der Arbeit.“ Ich habe mich dann für Soziologie und Politik entschieden, weil mich beides immer schon sehr interessiert hat. Noch während meines Studiums habe ich dann an einem Grundlagen-Workshop der SZ-Sportredaktion teilgenommen und bekam danach mit den Footballern der Saarland Hurricanes auch gleich schon einen Verein fest zugeteilt. Mit der Zeit wurden es immer mehr Aufträge und nach meinem Studium habe ich mich im November 2009 endgültig dazu entschieden, hauptberuflich als Freier Journalist zu arbeiten.

Du schreibst ja regelmäßig über Borussia. Wie groß war die Freude als du erfahren hast, dass du über Borussia schreiben sollst?

Ich muss zugeben: die war schon sehr groß! Unabhängig von der aktuellen sportlichen Situation als Fünftligist umgibt die Borussia immer noch eine spezielle Aura. Allein das Ellenfeldstadion steht schon für sich und die große Tradition des Clubs. Über so einen Verein zu berichten ist schon speziell und gerade für einen fußballinteressierten Journalisten äußerst interessant und lehrreich. Weiterlesen

Interview mit dem Trainerteam Paulus/Backmann

IMG_3195Ich würde sagen da ist uns kurz vor Jahresende und nach so langer Zeit mal wieder was Gutes geglückt. Ein Interview mit dem Trainer stand schon lange auf der Agenda. Das Daniel Paulus nach einer Halbserie schon in der Kritik steht, gehört scheinbar mittlerweile zum Cheftrainerposten dazu. Es wird halt gerne vergessen, wo der Verein im Sommer stand. Dabei haben der Trainer und sein Team aus ner handvoll Spielern in wenigen Wochen ne konkurrenzfähige Mannschaft gebaut. Unter Bedingungen die wahrlich nicht paradiesisch sind. Der Abstiegskampf, toi toi toi sollte in dieser Saison ohne Borussia laufen.

Gesprächstechnisch wird die Hinrunde mit Stärken und Schwächen abgearbeitet. Wir reden über den Kader, die Tabellenspitze, Saisonziele und der Kritik am Spielsystem. Das Interview haben wir live im Borussenheim geführt. Ich habe die Aussagen versucht so orginal wie nur möglich zu lassen. Das mag nicht immer schön aussehen, aber ich finde es authentischer. Weiterlesen

Klar geht es nicht nur mit jungen Spielern… – Interview mit Sportdirektor Vincenzo Simonetta

Hallo Vincenzo, die Sommerpause ist rum, Urlaubsreif?

Ja Gott sei dank ist die Sommerpause rum und auch positiv für uns mit dem Nichtabstieg. Bin gerade vom Urlaub zurück, war normal nicht geplant das ich fahre, aber nachdem der Kader für die 1. und 2. Mannschaft stand konnte ich doch noch für 12 Tage in meine Heimat nach Italien fahren.

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Du bist seit kurzem Sportdirektor. Was heißt das für dich in der Praxis, wie sieht dein Aufgabengebiet aus?

Ja ab dieser Saison bin ich Sportdirektor. Das heißt das ich für das Sportliche im Verein verantwortlich bin, von der Jugend bis zur 1. Mannschaft. Meine Aufgaben umfassen die gemeinsame Kaderplanung mit unserem Trainer für die 1.Mannschaft und die Vertragsverhandlungen, dass gleiche auch für unsere U23. Außerdem werfe ich ein Auge auf junge talentierte Spieler in der Umgebung. Ich stehe eng in Verbindung zwischen der U23 und der 1. Mannschaft. Das auch da die Spieler die im Oberligakader nicht spielen oder wenig spielen, ihre Spielpraxis sammeln können. Genauso das ein U23 Spieler wenn er durch Leistung überzeugt in die 1 Mannschaft hochrücken kann, in Absprache mit unseren Trainern natürlich. Ich stehe sehr eng im Kontakt mit unserem 1. Vorsitzenden Giuseppe Ferraro, dass bedeutet das ich das Bindeglied zwischen Spielern, Trainern, Betreuern, Funktionären u.s.w bin. Was auch noch ganz wichtig ist und was wir jetzt versuchen wieder auf die Beine zu stellen ist unsere Jugendabteilung. Da stehe ich mit unserem Jugendleiter oft im Kontakt, dass wir auch da wieder alles auf ein vernünftiges Niveau bringen. Und zum Schluss auch für die Damenmannschaft, sie gehören genauso zum Verein wie alle anderen Mannschaften auch. Ich bin froh das wir ab diesem Jahr eine Damenmannschaft präsentieren können. Weiterlesen

von einem der auszog um Bundesligaspieler zu werden…

Vor 50 Jahren steht ein damals 18jähriger aus Bayern mit zwei Koffern am Neunkircher Bahnhof, sein Traum Bundesligafußballer werden… Eine Chance die wie so oft im Leben vom Zufall bestimmt wurde. Den Anfang soll eine Tanzveranstaltung in Zweibrücken gemacht haben, auf der Elmar May und einige andere Borussen zugegen waren. Scheinbar genauso feierfest wie bundesligatauglich verstanden sich die Herrschaften gleich super mit den Profimusikern des Abends, die in Zukunft auch auf der ein oder anderen Veranstaltung der Borussia spielten sollten.

Sammelbildchen von "Bergmann"

Sammelbildchen von „Bergmann“

Dabei erzählten sie in einer Bierlaune auch von ihrem jüngeren Bruder der als A-Jugendlicher über 80 Tore geschossen haben soll. Die Funktionäre bissen an und luden im November 63 den damals noch 17jährigen Willi Seebauer zum Probetraining ein. Der Junge aus der Oberpfalz, kam von der 5.000 Seelengemeinde Markt Bruck ins Saargebiet.

Am Bahnhof in Neunkirchen holte ihn damals der Geschäftsführer des Vereins ab und Seebauer war gleich mittendrin. Statt ankommen und Koffer auspacken ging es direkt mit der Mannschaft zum Training nach Saarbrücken. Wo und von wem damals die Klamotten zum trainieren herkamen daran kann sich Willi Seebauer nicht mehr erinnern, aber an sein erstes Zimmer am Hüttenberg muß er heute noch denken. Ein einfaches Zimmer ohne jeden Luxus wie sanitäre Anlagen, Küche oder ähnliches. Übernommen von Elmar May der sich damals gerade verlobte. An Fenster aufmachen war bei der Lage natürlich auch nicht zu denken und wenn es im Sommer dann doch mal zu heiß wurde, konnte man schon ein Tag später Sau auf den Tisch schreiben. Die Hitt vor der Tür oder Commerson in Wellesweiler? Norbert Engel der Netzwerker sorgte auch für die beruflichen Möglichkeiten seiner Spieler. 35 Jahre blieb Willi Seebauer kaufmännischer Angestellter bei der Firma Commerson, mit ihrem Ende fand er eine neue berufliche Zukunft im Autohaus Jakob. Heute geniesst der bald 68igjährige seinen Ruhestand.

Doch damals in seinem Zimmer am Hüttenberg, da gab es schon manchmal die Versuchung dem Heimweh zu erliegen. Als Status Amateurfußballer war das Geld knapp und sportlich musste er sich erstmal in der Verbandsligamannschaft der Borussia beweisen. Statt Köln, Gadbach oder dem HSV hiessen seine Gegner Kleinottweiler, Friedrichsthal oder Quierschied, doch Seebauer sagte man damals schon eine ungeheure Disziplin nach. Diese Disziplin sollte ihn dann doch noch in die Bundesliga führen, auch wenn es am Ende nur vier Einsätze unter Trainer Zeljko Cajkovski wurden. Zweifelsohne ein Grund dabei, war auch sein gleichzeitiger Grundwehrdienst bei der Bundeswehr. Wo man ihn ursprünglich in die Nähe seiner alten Heimat schicken wollte, aber auch hier konnte der damalige Präsident Norbert Engel zumindest wieder ein wenig nachhelfen und so landete Seebauer in Zweibrücken. Doch zum Training durfte er nur selten und wenn doch einmal kurzfristig eine Erlaubniss kam, dann musste er schauen wer ihn abholen konnte, denn ein Auto war damals für ihn noch unerschwinglich. Erst ein wenig später kaufte er seinem damaligen Mitspieler Wolfgang Gayer dessen verbeulten VW für 350 Mark ab.

stehend der vierte von rechts

stehend der vierte von rechts

Doch von diesen Schwierigkeiten erzählt er nur auf Nachfrage, wie bei so vielen Spielern jener Generation spürt man die Demut vor dieser Zeit und eine Tugend die man manch Bundesligafußballer heute gerne wünschen würde, Bescheidenheit. Lieber erzählt er von einem Ausflug zusammen mit Willi Ertz in seine alte Heimat, der er heute noch sehr verbunden ist. Beide sorgten mit ihrer Anwesenheit für einen Ausnahmezustand in der Gemeinde, mit riesem Brimborium wurden die beiden Stars auf dem örtlichen Fußballplatz präsentiert und auch am Abend war die Dorfkneipe hoffnungslos überfüllt.  Sportlich sollte es für Seebauer nach dem Bundesligaabstieg besser laufen, unter Trainer Jirasek durfte der rechte Halbläufer als Libero spielen und wurde zu einem unverzichtbaren Teil der Mannschaft. 1971 beendete der Bayernfan, der ursprünglich mal großer Fan der Spielvereinigung Fürth war seine aktive Karriere. Es folgte die Spielertrainerstation beim SV Brücken in der Pfalz, ein Verein der damals berühmt dafür war ehemalige Borussenspieler als Trainer zu verpflichten. Danach folgten noch drei Engagements als Trainer beim SSV Wellesweiler, deren Mannschaftsbilder auch den Treppenaufgang zu seiner Wohnung „auf der Scheib“ schmücken. Seit Januar wohnt der Oberpfälzer mit dem Hammerschuß nun schon ein halbes Jahrhundert in Neunkirchen, begangen hat er den Tag mit einem gemütlichen bayrischen Abend. Zu seinen ehemaligen Mannschaftskameraden pflegt er auch heute noch Kontakt, regelmässig trifft man sich Donnerstags im Center beim „Schröder“. Ins Ellenfeld geht er aber nicht mehr, die Oberliga tut ihm dann doch ein wenig zu sehr weh. Vielleicht wieder wenn es Regionalligafußball zu sehen gibt…