Sonntags gibt’s Rotwein und Käse

P1040954Irgendwie ist der letzte Tag der Woche nicht für Fußball gedacht. Aufgrund der Tatsache, dass man, insofern man überhaupt weg geht, dies am Samstagabend macht, ist man sonntags eher im Eimer und wünscht sich Schlaf. Natürlich geht das nicht, wenn der Verein ruft und ein Auswärtsspiel ansteht. Also war aufstehen angesagt, schließlich mussten wir ja noch knapp 100 Kilometer zum Spiel in Pfeddersheim fahren. Dies war übrigens meine erste Auswärtsfahrt, die ich mit eigenen PKW gemacht habe, vorher war ich immer nur Mitfahrer.

Was als erstes sehr erschreckend war, war die Tatsache, dass es nur grobe Wurst gab, nicht mal normale Wurst als Alternative. Im Sportheim hörte man dann, wie die nette Frau die Herren fragte, ob sie Rotwein und Käse wollen, was mich auch etwas verwirrte, immerhin waren wir doch beim Fußball und nicht beim feinen Dinner. Naja, andere Länder, andere Sitten. das Verletzungspech will dieses Jahr auch mal wieder P1040946kein Ende nehmen, Trainer Paulus musste nun auch noch auf den Stürmer Dausend verzichten. Mbote durfte nach seiner Sperre wieder ran, was dann folgende Aufstellung ergab: Flauss – Cullmann, Mbote, Backmann, Kizmaz – Steis, Iashvilli – Schmitt, Kadrija, Simonetta – Haas. Wenn ich mich recht erinnere, dann ist das das erste Mal, dass wir ein 4-2-3-1 und kein 4-1-3-2 spielten, wir haben ja aber auch keinen Stürmerersatz für Dausend.

Die erste Szene des Spiels ließ dann auch gar nicht lange auf sich warten, in der 8. Minute pfiff der Schiri Elfmeter für Pfeddersheim und zog rot gegen Backmann. Aber moment, unkommentiert kann man diese Szene nicht lassen. Über den Elfmeter will ich nicht lange reden, man kann ihn durchaus geben, muss aber nicht unbedingt. Die rote Karte für Backmann hingegen ist mit Abstand die lächerlichste Entscheidung in der letzten Zeit. Nein, er flog nicht für das Foul vom Platz, das beging nämlich Cullmann. Backmann ging vom Platz, weil er zu Cullmann sagte, dass er im 16er nicht so dumm hingehen darf, der Schiri Kreutz (jener Schiri, der uns gegen Wirges zu Hause schon verpfiffen hat) verstand, dass Backmann „du bist dumm“ zu ihm sagte. Ich weiß echt nicht, ob ich über diese Sache lachen oder weinen soll, es ist einfach eine Frechheit, dass man einen Schiri, der scheinbar Hörschwierigkeiten hat, in der Oberliga pfeifen lässt. Nach langen Diskussionen ging Backmann dann vom Feld, ebenfalls wurde Paulus hinter die Absperrung geschickt, nach dem er auch in den Strafraum gelaufen war. Der Elfmeter war drin, 0:1 aus Borussensicht.

Neue Trainerbank

Neue Trainerbank

Nach 12 Minuten dann der taktische Wechsel: Steis ging in die Abwehr, Becker kam für Simonetta ins Spiel. Brachte aber nichts, beide Teams ohne Ideen, ohne Zug zum Tor. Neunkirchen war mit Sicherheit gleichwertig, auch mit einem Mann weniger, leider muss man aber sagen, dass beide eher gleich schlecht als gleich gut waren. Ich wäre jetzt auch eigentlich schon mit meinem Bericht zu Ende, weil es über die 90 Minuten Fußball nichts zu berichten gibt, einfach ein langweiliger Kick von beiden. Aber es gab noch eine Szene, die ich niemand vorenthalten will. Nach 71 Minuten will Kizmaz den Ball an der Eckfahne nach vorne schlagen und die Szene klären, zeitgleich wollte der Linienrichter schauen, ob der Ball ins Aus rollt. Was dann passierte, könnt ihr  euch sicher denken.

Der Ball flog dem SRA Skala frontal ins Gesicht, wer Kizmaz kennt, weiß, dass er nicht gerade locker schießt. So lag Skala dann auch 15 Minuten am Boden, die ersten 10 war er komplett weg und nicht ansprechbar. Er wurde danach sofort ins Krankenhaus gefahren.

SRA wird behandelt

SRA wird behandelt

Das krasse an dieser Situation war aber, dass der Trainer, sowie alle Spieler der TSG Kizmaz Absicht unterstellen wollten, ihn teilweise angegangen sind. Leute, ich bitte euch, Kizmaz schaute auf den Ball und wollte ihn wegschlagen, er konnte nichts dafür, dass der SRA da steht. Anschließend wurde ein Ersatzschiri gesucht. Es meldete sich ein unabhängiger, der mit keinem Verein was zu tun hatte und einer, der bei der TSG Pfeddersheim als Schiedsrichter gemeldet ist. Und, wen wundert es, natürlich wurde der TSG’ler genommen. Trotz, dass sowohl Flauss als Kapitän, sowie Paulus als Trainer ihn abgelehnt haben.  Schiri Kreutz rief extra den Spielleiter Hemmler an, um sicher zu gehen, dass er das auch darf. Nach 19 Minuten Unterbrechung ging es dann weiter, bis zum Schlusspfiff passierte nichts mehr.

Nun, was bleibt von diesem Spiel hängen? Die Mannschaft wurde nach 8 Minuten stark benachteiligt, ich kann aber nicht sagen, ob es mit 11 Mann zwingend besser gelaufen wäre. Die Leistung eines jeden Einzelnen war einfach nicht diese, wie sie es vor 4 Wochen noch war. Jeder Spieler wirkt müde, als würden sie mal 1 Woche Pause gebrauchen können. Dennoch müssen wir schauen, dass wir die Kurve kriegen und die Talfahrt schnellstmöglich beenden.

Bilder hat wie immer Carsten gemacht, danke dafür!

Das alte Leid im Ellenfeld…

14_09_20 Borussia Neunkirchen - Arminia Ludwigshafen (2)

Unser Ellenfeldstadion

Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie quält mich seit Samstag das Gefühl, dass ich jede Saison ziemlich genau das gleiche zu sehen bekomme. Wir spielen gut, wir spielen uns oben dran, wir verlieren das Topspiel und plötzlich wissen wir nicht mehr, wie man Fußball spielt. Für mich hat der Samstag eine Menge Fragen aufgeworfen, die man wohl nie beantwortet bekommt, insofern sie überhaupt jemand beantworten kann.

Ritaul seit dem ersten Heimspiel der Saison

Ritual seit dem ersten Heimspiel der Saison

Doch kommen wir erstmal zum Spiel. Borussia begrüßte als Gast die Arminia aus Ludwigshafen. Ein unbequemer Gegner den man nach den ersten neun Spielen auch schlecht einschätzen konnte. 3 Siege, 2 Unentschieden, 4 Niederlagen bei einer Torbilanz von 18:17 standen bis Samstag auf dem Konto der Arminia. Unsere Borussia hatte zu dem den Verletzungsausfall von Haliti, sowie den Ausfall des rotgesperrten Mbote zu beklagen. Das warf beio der Aufstellung ganz klar ein Problem in der Abwehr auf. Mit solch einem Pech hat man bei der Kaderplanung sicher nicht gerechnet. So liefen die Schwarz-Weißen dann wie folgt auf: Flauss – Cullmann, Steis, Backmann, Kizmaz – Iashvilli – Schmitt, Kadrija, Jorrin – Dausend, Haas.

Ich denke, dass war die beste aller Lösungen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob Steis zu 100% spielbereit war, teilweise sah es zumindest nicht so aus.
Schon nach 10 Minuten waren aber die meisten der 400 Zuschauer geschockt. Es spielte von Beginn an nur eine Mannschaft, das Gästeteam. So hat sich das wohl niemand vorgestellt, aber irgendwie funktionierte gar nichts. Das Aufbauspiel wurde sehr früh von den Ludwigshafenern unterbunden, viele einfache Ballverluste und die Abwehr stand alles andere als sicher. Dies änderte sich auch nicht und so fiel in der 32. Minute das längst überfällige 0:1.

Block 5 vor dem Spiel

Block 5 vor dem Spiel

In der Halbzeit wurde gerätselt, was da auf dem Platz eigentlich gerade abging. Borussia war kein bisschen Borussia, so wie man sie die letzten Wochen erlebte. Keine Ahnung ob das Hauensteinspiel noch in den Knochen der Spieler verweilt, ob sie den Gegner einfach unterschätzt haben oder ob irgendein anderes Problem ausschlaggebend war. Jedenfalls kann man diese Halbzeit gerne aus dem Gedächtnis streichen, denn sowas schlechtes habe ich im Ellenfeld lange nicht gesehen.

Nach der Pause sah man dann so ziemlich das gleiche Bild und wir kassierten den frühen 0:2 Treffer in der 53. Minute. Und danach ging es dann los. Plötzlich war Neunkirchen wieder da. Plötzlich spielten sie wieder Fußball, wie sie es die letzten Spiele gezeigt haben. Vom Anstoß weg ging man viel engagierter in die Zweikämpfe, fightete um den Ball und kombinierte sich vors gegnerische Tor. Immer wieder gab es dicke Chancen, die nicht verwertet wurden. In der 70. Minute dann der Doppelwechsel: Iashvilli ging angeschlagen (nach einem harten Aufprall nach einem Zweikampf in der Luft) und Becker kam. Zusätzlich kam der immer kämpferische Weston für den unauffälligen Jorrin, der schon in der ersten Hälfte mit Schmitt die Seiten tauschte, was aber leider wirkungslos blieb für beide. 4 Minuten später dann der Anschlusstreffer durch Backmann, nach einem Freistoß. Und der VfB lag nochmal einen Zahn zu. 16 Minuten Dauerfeuer, eine Chance nach der anderen, aber immer war entweder das Aluminium, oder Klug, der Torwart der Arminen im Weg. In der 90. Minute fing man sich dann noch das 1:3 durch einen Konter.

Irgendwie war es zum Haare raufen, hatte man doch so viele Chancen in der Schlussviertelstunde. Doch wenn ich objektiv bin, wäre es nicht verdient gewesen, nicht nach diesen schlechten 55 Minuten, die die Mannschaft da gezeigt hat. Und so bleibt nur eine Niederlage und die eine Frage: Was war in der ersten Halbzeit mit der Mannschaft los???

Am Sonntag geht es dann nach Pfeddersheim, Anstoß ist um 15:00 Uhr.

PS: Danke geht erneut an Carsten Hör, der wieder mal super Bilder für den Bericht stellt.

Klar geht es nicht nur mit jungen Spielern… – Interview mit Sportdirektor Vincenzo Simonetta

Hallo Vincenzo, die Sommerpause ist rum, Urlaubsreif?

Ja Gott sei dank ist die Sommerpause rum und auch positiv für uns mit dem Nichtabstieg. Bin gerade vom Urlaub zurück, war normal nicht geplant das ich fahre, aber nachdem der Kader für die 1. und 2. Mannschaft stand konnte ich doch noch für 12 Tage in meine Heimat nach Italien fahren.

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Du bist seit kurzem Sportdirektor. Was heißt das für dich in der Praxis, wie sieht dein Aufgabengebiet aus?

Ja ab dieser Saison bin ich Sportdirektor. Das heißt das ich für das Sportliche im Verein verantwortlich bin, von der Jugend bis zur 1. Mannschaft. Meine Aufgaben umfassen die gemeinsame Kaderplanung mit unserem Trainer für die 1.Mannschaft und die Vertragsverhandlungen, dass gleiche auch für unsere U23. Außerdem werfe ich ein Auge auf junge talentierte Spieler in der Umgebung. Ich stehe eng in Verbindung zwischen der U23 und der 1. Mannschaft. Das auch da die Spieler die im Oberligakader nicht spielen oder wenig spielen, ihre Spielpraxis sammeln können. Genauso das ein U23 Spieler wenn er durch Leistung überzeugt in die 1 Mannschaft hochrücken kann, in Absprache mit unseren Trainern natürlich. Ich stehe sehr eng im Kontakt mit unserem 1. Vorsitzenden Giuseppe Ferraro, dass bedeutet das ich das Bindeglied zwischen Spielern, Trainern, Betreuern, Funktionären u.s.w bin. Was auch noch ganz wichtig ist und was wir jetzt versuchen wieder auf die Beine zu stellen ist unsere Jugendabteilung. Da stehe ich mit unserem Jugendleiter oft im Kontakt, dass wir auch da wieder alles auf ein vernünftiges Niveau bringen. Und zum Schluss auch für die Damenmannschaft, sie gehören genauso zum Verein wie alle anderen Mannschaften auch. Ich bin froh das wir ab diesem Jahr eine Damenmannschaft präsentieren können. Weiterlesen

WM-Blogstöckchen do Brasil

Das Stöckchen wurde mir heute aus Berlin zugeworfen, entworfen hat es „Der Libero“ und weiter geschickt wird es von mir in die Schweiz (die Fragen darfst du gerne für euch Eidgenossen anpassen) und nach Altenwald.

Mein erstes bewusstes WM-Erlebnis?

wmblogstöckchen2Ich hab zwar noch ein paar rudimentäre WM Erinnerungen an Mexiko, aber wirklich bewusst war dann die WM 1990 in Italien. Die erste WM in einer damals anarchistisch anmutenden DDR in ihren letzten Tagen. Die toten Hosen lieferten den Soundtrack zur WM und während der Kaiser und seine Jungs noch mit deutschen Tugenden den Triumph entgegeneilten, zeichneten sich für mich die letzten Tage in der DDR ab. So saßen dann im Finale auch nur noch Vati mit seinen zwei Söhnen zusammen in unserer Plattenbauwohnung und schauten einst verbotenes Westfernsehen. Die Mama bereitete derweil schon mal mit Job und Wohnungssuche den Abgang vor. Das Finale war dann arm an Höhepunkten, aber reichlich spannungsgeladen. Andi Brehmes Siegtor war zugleich das erste und bisher einzige Mal das die „Männer“ des Hauses gemeinsam bei einem Fußballspiel jubelten.

Mit welcher WM-Legende würde ich gern einmal Doppelpass spielen?

Michel Platini, ein fürchterlicher Funktionär aber als Spieler eine Augenweide.

Welchem TV-Kommentator werde ich bei der WM gerne zuhören?

noch am ehsten Bela Rethy

Die Iren haben sich für die WM am Zuckerhut leider nicht qualifiziert. Welchem weiteren Land drücke ich neben Jogis Jungs als „Zweitteam“ die Daumen?

Belgien, weil man konsequent auf Nachwuchsförderung gesetzt hat…

Zu Jogis Jungs: Meine beiden Lieblingskicker aus dem deutschen Kader sind?

Oje mein Verhältniss zur deutschen Elf besteht aus einer Hassliebe, aus rein fußballerischer Sicht wären das aber Toni Kroos und Thomas Müller.

Wie weit kommen Jogis Jungs?

ist Vorrundenaus ok?, dann wäre dieser Schwarz-Rot-Gold Albtraum schneller beendet…

(Wenn nicht Jogis Jungs:) Wer wird am 13.07.2014 im Maracanã Weltmeister?

Holland wäre mal dran…

Saisonrückblick Teil3

Nach dem zweiteiligem Versuch und gerade im zweiten Teil war es nicht mehr als ein Versuch (Teil 1 | Teil 2) nüchtern und sachlich die Ursachenkette zu beleuchten, die abseits der Spielergebnisse den Abstieg mit begleiteten, fehlt deren Bewertung. Doch die kann nur subjektiv sein, zudem begrenzt durch den Horizont der eigenen Wahrnehmung. Hier also der Kommentar der natürlich Widerspruch auslösen darf und gegensätzliche Meinungen verträgt.

Bei einem genauen Blick auf die Saison bleibt das Gefühl es spiegelt die vier Jahre Vorstandsarbeit bisher perfekt wieder. Guter Anfang, schleichender Absturz ohne das wirkliche Gefühl den Tiefpunkt schon erreicht zu haben. Am Ende könnte man es auch auf einen Nenner bringen, fehlende Kompetenz gepaart mit fehlenden finanziellen Möglichkeiten haben den Verein dahin gebracht wo er heute steht. Das Tabellenbild ist nicht bloßer Zufall, sondern Ergebniss katastrophaler Vorstandsarbeit.

Nachhaltigkeit war das Wort was Giuseppe Ferraro vor der Saison in einem Interview des „forum magazin“ schon fast gebetsmühlenartig runterpredigte. Damit meinte er finanzielle Einsparnisse, gepaart mit einem Aufbau einer jungen Mannschaft. Herausgekommen ist am Ende ein sportliches Desaster, weil man mit dem finanziellen Rotstift und ohne jegliche Sachkenntniss vom Fußball versuchte eine Mannschaft zusammenzubauen, bei der schon im Sommer der Eindruck entstand es ging nur darum schnellst möglich irgendwie 20 kostengünstige Spieler zusammenzubekommen.

Kein Wunder hatte man einmal mehr verpennt andauernd und rechtzeitig am Kader zu basteln. Man sprach von einem Konzept das man nicht hatte und von dem man hätte wissen müssen das es viel viel Weitsicht und frühe Planung verlangt. Das es die nicht gab bestätigte Christian Frank bei seinem Wechsel nach Elversberg, als er davon sprach das der Verein viel zu spät auf ihn zukam. Sicherlich neben der Tatsache das es einfach an sportlicher Kompetenz mangelt, ist diese Handlung auch ein Produkt daraus das man erst zu spät einen Etat aufgestellt hatte. Wenn es denn sowas wirklich bei Borussia Neunkirchen noch gibt. Man lebt augenscheinlich von der Hand in den Mund. Für Sponsoren dürfte es auch nur wenig bis gar keine Anreize geben sich bei Borussia noch finanziell zu engagieren. Der 3000er Club ist außerhalb des VIP Raums nicht sichtbar und innerhalb des VIP Raums auch noch weit weit von der 100er Marke entfernt. (nach 3 Jahren)

Mit Dieter Ferner hatte man zwar einen ausgewiesenen Fachmann, der allerdings wollte nichts anderes sein als Trainer. Irgendwie eine Geschichte die von außen betrachtet als Fehler enden musste. Denn wenn dieser Verein in der aktuellen Konstellation einen Trainer braucht, dann einen der seine Erfahrungen und Kontakte einbringt auf allen Ebenen. Und ob Dieter Ferner der richtige Mann für eine junge unerfahrene Mannschaft gewesen wäre, die vielleicht im unteren Mittelfeld mitspielt? Es wäre auf jeden Fall nicht sein Anspruch gewesen, auch da stellt sich die Frage wieviel Überlegung eigentlich hinter diesem Konzept steckte.

Die Problematik Sportvorstand Martin Bach der ja seit über einem halben Jahr augenscheinlich mit diesem Vorstand nichts mehr zu tun hat, belastet den Verein über Gebühr. Denn genau diese Position hätte es im Winter nach den Abgängen von Mehmedovic und Schmitt und nach dem Trainerrücktritt von Dieter Ferner gebraucht, um mit schnellem handeln womöglich den Bock noch umzustoßen. Was immer die genauen Gründe sind, dass es so ist wie es ist, es kann defacto nicht im Interesse des Vereins sein. All diese Geschichten vom fehlenden Geld, ausstehenden Gehältern, mangelnden Konzepten einhergehend mit schlechter Presse und Öffentlichkeitsarbeit auch den eigenen Fans, Zuschauern und Mitgliedern gegenüber haben den Verein in seiner Gesamtheit an eine Grenze geführt.

Mittlerweile hat man Ende Mai, in wenigen Wochen beginnt schon wieder die neue Saison und wieder steht man ohne Sportvorstand, ohne sportliche Kompetenz vor der nächsten Herculesaufgabe. Offiziell gibt es noch keinen Trainer, bis auf vier Spieler keine Mannschaft und bei den meisten Fans, Zuschauern und Mitgliedern keinen Kredit mehr. Statt endlich mal aufzuwachen, sich selbst, seine Arbeit und sein Verhalten zu hinterfragen will man jetzt erstmal mit dem Aufsichtsrat sprechen, jenem Gremium das vorallem dadurch auffällt das es überhaupt nicht auffällt. Das scheinbar weit davon entfernt ist die Zustände in diesem Verein mal anzuprangern, Kritik zu üben oder gar Eigeninitiative zu ergreifen. Welch Wunder wenn der Aufsichtsratsvorsitzende mehr Nähe zum 1.Vorsitzenden pflegt als diesem Amt gut tut. Es geht hier verdammt nochmal nicht um Egos und Personen, es geht um Borussia Neunkirchen und sonst um gar nichts. Wer das nicht verstehen will der ist hier am falschen Platz und im falschen Verein.

Es geht um Alles, es geht um 109 Jahre Vereinsgeschichte und darum das diese noch lange nicht das Ende sind…

 

 

 

 

 

Saisonrückblick Teil 2

Nach dem Blick auf Trainer und Mannschaft geht es im zweiten Teil um das Umfeld und den Verein.

Das Umfeld

äußerte schon früh in der Saisonvorbereitung seine Bedenken, trotzdem ging es auch nach dem klassischen Fehlstart recht ruhig ums Ellenfeld zu. Das Vertrauen in Trainer Dieter Ferner war über die ganze Saison spürbar groß, im Vergleich zu vielen seiner Vorgänger konnte er auch nach schwachen Auftritten in Ruhe seine Arbeit machen. Selbst als der Negativlauf schon in vollen Zügen lag,  kam kaum Kritik am Trainer auf. Auch die Mannschaft wurde lange Zeit geschont, erst als die Ergebnisse erschreckende und bisher völlig unbekannte Ausmaße annahm, wurden nun auch Spieler mit Kritik konfrontiert. Einzige Ausnahme das blamable Ausscheiden im Saarlandpokal. Zum Rundenende schien kurzzeitig die Stimmung völlig zu kippen, doch die Mannschaft konnte durch zumindest zwei Spiele in denen man ihnen vom Einsatz her keinen Vorwurf machen konnte, die Eskalation verhindern.

Die Fanszene in den letzten Jahren eher mit dem überleben beschäftigt, konnte gerade gegen Hinrundenende einige schöne Momente feiern. Erster Höhepunkt war sicherlich das Auswärtsspiel in Idar-Oberstein, wo es dank der Masse gelang den schäbigen Auswärts“block“ zu entgehen. Mit Hauenstein folgte schon der nächste Höhepunkt als es nach vielen Jahren mal wieder gelang einen gemeinsamen Autokorso auf die Beine zustellen. Das am Ende in beiden Spielen nicht die Big Points gemacht wurden, konnte dann vorallem der Kassenwart im heimischen Ellenfeld spüren. Auch das Jahr 2014 mit der Zugfahrt nach Ludwigshafen wird für viele noch lange in Erinnerung bleiben, wobei man hier besonders hervorheben muß, dass diese Idee mal nicht aus dem „typischen“ Kern kam. Überhaupt gab es in jenen Monaten viele unbekannte Gesichter zu begrüßen, was sich auch in der Stimmung positiv niederschlug. Die letzten beiden Spiele gegen Elversberg und Hauenstein zeigten dann das die Entwicklung weiterhin anhält. Das erste Jahr Bierstand dürfte man bei allen Verbesserungen die es noch so gibt, durchaus als positiv bewerten. Negativ sind sicherlich die Stadionverbote nach dem Pokalspiel in Dillingen, in solchen Situationen würde man sich wünschen das die Selbstkontrolle durch die Anwesenden (nicht nur Block5) besser gelingt. Dasselbe gilt auch im Verhalten einiger gegenüber, eigenen Spielern, Betreuern oder Funktionären.

Der Verein

Zu guterletzt die Vereinsführung, die man in diesem Jahr recht wenig wahr nehmen konnte, sowohl in der Außendarstellung, noch in den eigenen Medien. Berichte auf der eigenen Homepage beschränkten sich zumeist auf Spielberichte. Im Stadionheft gab es wohl noch nie eine Saison in der so wenig Vorworte von Funktionsträgern des Vereins kamen, meist waren diese auch nur sehr kurz oder allgemein gehalten. Dass man dabei auf eine positive Außendarstellung bedacht war, liegt nahe, in Anbetracht bspw. der katastrophalen Rückrunde grenzte es aber bisweilen doch an Schönfärberei, was so manchen Fan auf die Palme brachte. Einen solchen Sturzflug kann man einfach nichts positives mehr abgewinnen.

Der Aufsichtsrat war auch in dieser Saison lediglich durch den Aufsichtsratsvorsitzenden und Pressesprecher Roland Eich zu vernehmen. Was etwas verwundert, gab es doch durchaus die ein oder andere Angelegenheit in der auch der Aufsichtsrat gefragt gewesen wäre z.B. Thema Mitgliederversammlung, der „Verbleib“ vom Sportvorstand oder die oft vorgetragene Kritik am Vorstand. Von der allgemeinen Entwicklung des Vereins ganz zu schweigen. Es bliebe auch noch die Frage nach der Vollzähligkeit.

Der Vorstand war zuletzt nur noch durch die Position des 1.Vorsitzenden zu vernehmen, dazu gesellt sich noch Dr.Sven Jager der aber eher im Hintergrund bleibt und selten den Weg in die Öffentlichkeit sucht. Der dritte im Bunde Sportvorstand Martin Bach wurde schon seit Monaten nicht mehr gesichtet, aber laut Aussage des 1.Vorsitzenden hat er diese Position noch inne. Das der Vorstand nach einer solchen Saison in der Kritik steht und sich hinterfragen lassen muß, steht wohl außer Frage. Schließlich wurden Entscheidungen im sportlichen Bereich ohne den sportlichen Vorstand entschieden. Das zögerlich anmutende Verhalten nach dem Rücktritt von Dieter Ferner auf die Niederlagenserie, die Frage nach den Konzepten sowohl sportlich als auch grundsätzlich bleiben weiterhin unbeantwortet. Die Entwicklung des Vereins als solche bleibt völlig unbeantwortet.  Als Hauptakteur in einer Saison voller Schwierigkeiten und gewichtiger (Nicht)Entscheidungen steht am Ende der Abstieg und die Frage nach dem Verein in seiner Gesamtheit und da sind Zweifel an der Person Giuseppe Ferraro einfach nur logisch.

Die Schlussrechnung

Nimmt man die Positionen zusammen, so sieht man genau das Ergebnis, welches man eben vorliegen hat: Der Abstieg. Um nun notwendige Konsequenzen abzuleiten muss die Frage nach dem Verschuldensanteil geklärt werden.

Fehler machen wir alle, und Fehler führen nicht immer automatisch zum Scheitern. Das Scheitern ist meist die Häufung von Fehlern, bei dem alle Schutzvorkehrungen versagten. Fragt man aber nach der Verantwortung, dann muss man die Fehler bewerten. Man muss die Intention der Handelnden einbeziehen und man muss nach Vermeidbarkeit und Handlungsfähigkeit bewerten. Und spätestens ab hier wechselt es nun von einer nüchterner Feststellung von Fakten zu einer subjektiven Bewertung und dazu eignet sich nichts besseres als der Kommentar. Den es in einem dritten Teil geben wird.

 

 

 

Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt….

Ich hatte gestern nachgefragt wer Interesse hat nen Spielbericht zu schreiben, gemeldet hat sich ein alter Bekannter. Russel schrieb irgendwann kurz vor dem Ende meines ersten Blogs „schwarz-auf-weiss“ Spielberichte. Vielleicht waren es die alten Zeiten, vielleicht hat es ihm auch einfach gefehlt, auf jeden Fall Danke fürs einspringen…

Trotz aller Hoffnung muss ich zugeben, dass für mich der Abstieg eigentlich schon vor dem Anpfiff feststand.
Deutliche Pleiten gg Abstiegskandidaten machten mir wenig Hoffnung, ausgerechnet gg Hauenstein den Klassenerhalt einzutüten.

Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Im Stadion fand ich den Zuschauerzuspruch bei diesen Voraussetzungen gar nicht einmal so schlecht.

Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen, Bittner profitierte in der Abwehr gleich von den Fehlern dreier Abwehrspieler und köpfte ohne Mühe zur Führung ein.
Das waren drei Stellungsfehler, die einer Schülermannschaft nicht passieren dürfen.
Eine Chance gab es von Seiten der Borussia zu bestaunen, bevor in der 23. Minute Krob den Sack schon fast zumachte. Ein simpler langer Ball in die Mitte gedroschen reichte aus, um die Borussendefensive wieder ganz schlecht aussehen zu lassen.
Dann gab es eine längere Verletzungsunterbrechung, weil der Schiedsrichter sich die Achillessehne abriss. Von dieser Stelle gute Besserung.

Nicht zu verstehen war, dass man von der Aufstellung her defensiv agierte.
Ich begreife es nicht, dass man noch vor ein paar Wochen offensiv dem Gegner ins Messer lief zu einem Zeitpunkt, wo Punktesicherung noch eine sinnvolle Massnahme gewesen wäre. Warum man das aber dann in Elversberg und in Hälfte Eins gegen Hauenstein tat, wo nichts anderes als ein Sieg gezählt hat?

In Hälfte 2 agierten Kirchen und Kizmaz offensiver und es gab wenigstens 2-3 Chancen zu bejubeln.
Mehr als der Anschlusstreffer in der Schlussminute sollte aber nicht mehr herausspringen.
Auch wenn der Einsatz und Kampf gestimmt hat, wäre ein Punktgewinn wohl zuviel des Guten gewesen.
Hätte man die Einstellung der letzten beiden Spiele öfters in der Rückrunde gezeigt, wäre man wohl nicht in dem Schlamassel, in dem man jetzt steckt.

Meiner Meinung nach hat man sich diesen Abstieg, vor allem in der Führungsetage, ganz hart erarbeitet und damit redlich verdient.
Ausser den Schnellschüssen kurz vor Ende der Saison gab es kein Konzept zu erkennen, wie man den drohenden Absturz noch verhindern will.
Persönliche Beleidigungen, das möchte ich vorausschicken, gehen nicht. Aber der Vorstand muss sich Kritik jetzt gefallen lassen, ebenso muss er sich gefallen lassen, dass weite Teile der Zuschauer am Samstag den Rücktritt forderten.
Ein Fantreffen reicht da nicht! Jetzt will man Planungen und Konzepte sehen und kein Bemühen des Schicksals. Und ein Hoffen auf andere, das ist zuwenig!

Saisonrückblick Teil 1

Auch nach dem letzten Spieltag beherrscht vorallem Ungewissheit den Verein. Tatsachen werden erst die nächsten Tage, vielleicht auch Wochen schaffen. Noch braucht man das Navy nicht neu zu eichen, sämtliche Bookmarks und Smartphone-Apps kann man erstmal behalten. Auch die Umstellung des samstäglichen Tagesplans bedarf noch keiner Umsetzung. Auch wenn der Rahmenterminkalender noch nicht veröffentlicht ist, kann man von einem Start Anfang August ausgehen. Also nicht mehr viel Zeit für die Verantwortlichen die schon beinahe monströs erscheinenden Aufgaben allesamt zu erledigen.

die Kacke ist am dampfen

die Kacke ist am dampfen

Der Verein braucht einen Trainer und eine fast komplett neue Mannschaft. Das dies zum wiederholten Male der Fall ist, hat Ursachen über die man reden muß, denn aus ihnen wird man die Handlungen für die Zukunft ableiten müssen. Welche Fehler wurden gemacht, wie sind sie zustandegekommen, wer hat sie zu verantworten und wie kann man daraus lernen bzw. dafür sorgen, dass sie nicht wieder passieren. Diesen Prozess kann man sich nicht sparen, auch wenn die Zeit drängt. Zu viel ist passiert oder auch nicht passiert. Der Verein Borussia Neunkirchen steht ohne wenn und aber in der schwersten Vereinskrise seit 109 Jahren. Einfach zur Tagesordnung übergehen oder Mund abwischen-weiter geht´s, wird diesmal nicht reichen und wahrscheinlich auch von vielen völlig zu Recht nicht akzeptiert. Es kann in der Kürze der Zeit nur darum gehen die richtigen Schritte einzuleiten um in der nächsten Saison eine stabile Runde zu spielen, frei von welcher Liga. Danach muß aber alles grundsätzliche auf den Tisch.

Abwiegeln, beschwichtigen oder gar kleinreden, diese Maßnahmen dürfen diesmal weder ergriffen, noch akzeptiert werden. Fehler wurden gemacht sonst wäre man sportlich nicht da wo man jetzt ist. Ein Blick rein auf die Ergebnisse gerichtet wäre zu kurz gegriffen.

Trainer

Mit Dieter Ferner ging man mit einem erfahrenen Mann in die Runde, der eigentlich schon zu Saisonbeginn wusste das dieser Kader nicht oberligatauglich ist. Schon hier muß man die Verantwortlichen, aber auch den Trainer fragen wie man so in die Saison gehen kann. Nach zwei schwachen Heimunentschieden und zwei Auswärtsniederlagen war am 4.Spieltag Panik pur. Tabellenplatz 16, wenig Chancen und gerade mal zwei Törchen bei fünf Gegentoren ließen die Fans das schlimmste befürchten. Der Vorstand handelte und verpflichtete kurzfristig weitere Spieler die sich ausnahmslos als Verstärkungen erweisen sollten. Ab da ging es fast märchenhaft weiter im Saarlandpokal kegelte man einen nach dem anderen locker aus dem Wettbewerb, in der Liga blieb man bis zur Winterpause 17 Spiele in Folge ungeschlagen. Doch im Winter verließen mit Mehmedovic und Schmitt zwei gestandene Spieler aus unterschiedlichen Gründen den Verein. Verluste die man mit den Verpflichtungen von Gashi und Dausend nicht mal im Ansatz ersetzen konnte. Nach dem triumphalen 5:0 Auftaktsieg im Jahr 2014 war dann Schluß mit der Herrlichkeit. Nichts ging mehr, wichtige Spieler waren gesperrt oder verletzt. Die Ersatzbank konnte die Ausfälle nicht kompensieren. Nach einem 0:4 zu Hause gegen Waldalgesheim und einem kläglichen Pokalaus in Dillingen schmiß Dieter Ferner das Handtuch. Als Ersatz rückte mit Vincenzo Simonetta der Trainer der 2.Mannschaft auf, der aber auch nicht mehr das Ruder herumreissen konnte. Ohne wichtige Stützen waren ihm die Hände gebunden, die Verpflichtungen von Arifi und Signoriello kamen deutlich zu spät.

Kaderplanung

Schon in der Saison zuvor war abzusehen das man von Planung kaum sprechen konnte. Reihenweise verließen wichtige Leistungsträger den Verein, von gestandenen Spielern wie Forkel, Karaoglan und Frank bis zu Talenten wie Krauß, Becker oder Bidon. Die Katastrophe war selbst für Nichtexperten vorauszusehen. Es fehlt einfach an einem Konzept und an fachlichem Wissen.

Mannschaft

Im Tor war Sebastian Flauss über weite Strecken der Saison Extraklasse, was er zeigte war weit über Oberligadurchschnitt, ohne ihn hätte es zweifelsfrei diese Ungeschlagenenserie in dem Ausmaß nie gegeben. Gegen Ende der Runde war aber auch er nicht mehr ganz fehlerfrei, ob es an der Verpflichtung von Enver Marina lag oder aber an der allgemeinen Situation ist reine Spekulation. Etwas verwunderlich war das man zuletzt von einer Verletzung sprach, er sich aber in der 2.Hälfte gegen Elversberg an der Seitenlinie warm machte.

In der Abwehr gab es im Laufe der Saison einige Umstellungen. Ömeroglu auf der rechten Seite war bis zu seiner Verletzung definitiv die Überraschung der Saison. In der Hinrunde Mehmedovic und Haliti in der Innenverteidigung ebenfalls gesetzt und teils bärenstark. Benny Früh auf links die erwartete Routine, der auch immer wieder Akzente nach vorne setzte. In der Rückrunde dann kam Tim Cullmann aufgrund der Verletzung von Ömeroglu in der Regel auf rechts zum Einsatz, eine Position die er zwar kann aber auf der er eigentlich verschenkt ist. Auf links war nun Abdul Kizmaz vermehrt zum Einsatz, auch er eher ein Spieler für die Offensive als für die Defensive. Vielleicht hätte man da eher mal auf Serr oder Klein setzen sollen um Kizmaz für die mangelhafte Offensive zur Verfügung zu haben. Ludwig in der Innenverteidigung ist bei allem Herz was er hat, ein Unsicherheitsfaktor gewesen, aber immherin er war immer mit vollem Einsatz dabei.

Das Mittelfeld blieb eigentlich fast über die gesamte Runde eine Baustelle. Dafi war zumeist als Sechser gesetzt und war auf dieser Position unverzichtbar. N´Ganvala wirkte über die gesamte Saison sehr schwankend in seiner Leistung, mal war er ein Überflieger, in der Woche danach nah am Totalausfall. Auch über die Aussen kam nur wenig, Schmitt brauchte einiges bis er seine Spielpraxis hatte, dann war er aber wirklich gut und auch schon wieder weg. Noutsos spielte eine solide Hinrunde, aber auch nicht auf dem Niveau was er in Zweibrücken zeigte. Weston ist definitiv ein Laufwunder, der Junge hat Herz und weiß zu kämpfen, aber noch ist die Oberliga eine Nummer zu groß für ihn. Er bräuchte noch Zeit.

Im Sturm konnte Hajdarovic noch am meisten überzeugen, wenn man die desaströse Rückrunde wo er kaum zu Möglichkeiten kam wegnimmt, dann war er mit seinen 10 Treffern mehr als im Soll. An ihm hat die Offensive sicherlich nicht gelitten. Winterneuzugang Dausend kommt noch auf drei Tore aber auch ihm muß man zugestehen das offensiv lange Zeit gar nichts lief.

Im zweiten Teil dann ein Blick auf die Vereinsführung, das Umfeld und der Versuch alles in Zusammenhang zu bringen

Classico der Neuzeit, 2 Jubiläen und ein verdammter Sieg…

Wenn am Samstag Borussia Neunkirchen gegen den SC Hauenstein spielt, dann spielt sich da auch eine ganz eigene Geschichte der Oberliga Südwest ab. Man könnte diese Partie auch als Classico der Neuzeit bezeichnen, denn beide Mannschaften sind die dienstältesten der Oberliga Südwest, seit Einführung der drei Punkte Regel Mitte der Neunziger. Doch während in den vergangenen Jahrzehnten die Rollenverteilung ziemlich eindeutig zugunsten der Schwarz-Weissen ausfiel, haben die Pfälzer in den vergangenen Jahren die Nase vorn.

Stadionprogramm

Stadionprogramm

Noch Mitte der Achtziger spielten die Pfälzer in der B-Klasse, über die A-Klasse, Bezirksliga und Verbandsliga konnte man 1990 erstmals in die Oberliga Südwest aufsteigen. Traditionell sind Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften hart umkämpft und gehen nicht selten eng aus. So verwundert es nicht das die allerste Partie 1990 als „Regenschlacht“ in Erinnerung, erst in den letzten 20 Minuten entschieden wurde. Die Elf von Trainer Horst Brand siegte mit 3:1. Das erste Heimspiel am 24.März 1991 gewann man mit Jay-Jay Okocha und Tabellenführung mit 2:1. Am Ende der Saison spielte die Borussia in der Relegation und Hauenstein stieg ab. Am Samstag will es die Geschichte nach fast 25 Jahren noch einmal wissen, doch haben sich die Vorzeichen mittlerweile geändert, während diesmal die Gäste aus dem Wasgau noch von der Relegation träumen, hofft man im Ellenfeld irgendwie dem Abstieg noch einmal entrinnen zu können.

2:1 Siegtor durch Gerald (Gerry) Klein 1991

2:1 Siegtor durch Gerald (Gerry) Klein 1991

Insgesamt verzeichnet die Historie bisher 39 Begegnungen, am Samstag wird es also die 40. Partie und das 20.Heimspiel der Borussia gegen den SC Hauenstein geben. 2 Jubiläen die man sicherlich gerne gut in Erinnerung behalten möchte, zumal die Statistik mit nur drei Heimniederlagen durchaus Mut machen kann. Allerdings heißt es diesmal siegen oder fliegen…

Alle Meisterschaftsspiele gegen den SC Hauenstein

Heim Auswärts Liga

  • 1990/91  3:1  1:3  Oberliga Südwest
  • 1993/94  1:0  0:0  Oberliga Südwest
  • 1994/95  1:1  0:0  Regionalliga West/Südwest
  • 1995/96  1:2  3:0  Regionalliga West/Südwest
  • 1997/98  3:2  2:1  Oberliga Südwest
  • 1998/99  2:1  1:0  Oberliga Südwest
  • 1999/00  1:1  0:2  Oberliga Südwest
  • 2000/01  2:0  1:0  Oberliga Südwest
  • 2001/02  3:0  0:0  Oberliga Südwest
  • 2003/04  0:3  0:0  Oberliga Südwest
  • 2004/05  2:1  1:1  Oberliga Südwest
  • 2005/06  2:1  3:2  Oberliga Südwest
  • 2006/07  2:0  3:2  Oberliga Südwest
  • 2007/08  2:1  1:0  Oberliga Südwest
  • 2008/09  2:1  2:3   Oberliga Südwest
  • 2009/10  0:0  0:3  Oberliga Südwest
  • 2010/11  1:1  3:0  Oberliga Südwest
  • 2011/12  1:4  1:3  Oberliga Südwest
  • 2012/13  2:1  0:0  Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar
  • 2013/14         0:0  Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

Gesamtbilanz
39 Spiele, 17 Siege, 11 Remis, 11 Niederlagen

Auswärtsbilanz:
SC Hauenstein – Borussia Neunkirchen
20 Spiele, 5 Siege, 7 Remis , 8 Niederlagen

Heimbilanz:
Borussia Neunkirchen – SC Hauenstein
19 Spiele , 12Siege, 4 Remis, 3 Niederlage