Und nun…??? nachher ist man auch nicht schlauer als vorher

Schicksal ist das Wort was aktuell gerne rund ums Ellenfeld bemüht wird. Ein Wort das zweifelsohne zu einem schwarz-weißen Vereinsmotto gehören müsste. Ob die vielen Relegationen die sich in diesen Tagen mal wieder jähren oder eben so ein Spiel wie heute. Manchmal glaube ich wirklich schon das es so einen kleinen Fluch gibt, der auf dem Verein lastet. Als ob Abstiegskampf in der Oberliga mit solch einer Vergangenheit nicht schon schmerzhaft genug wäre, hatte ausgerechnet der Nachwuchs des neureichen Zöglings aus der provinziellen (Fußball)nachbarschaft die einmalige Gelegenheit, dem Anhang auch noch den letzten Rest zu geben. Eine Geschichte die man in Elversberg auch noch seinen Enkeln erzählt hätte und eine Schmach die man als Borussenfan wohl niemals verdaut hätte.

am Treffpunkt

am Treffpunkt

Aber auch das gehört zu dem Schicksal, wenn die Not am größten ist dann zeigt sich einmal mehr was die Nachbarschaft eben niemals haben kann. Emotionen, Leidenschaft und einen Anhang der einen manchmal selbst noch zu überraschen weiß. Es dürften bestimmt 450 bis 500 Borussenfans unter den 600 Zuschauern gewesen sein, die trotz der miesen Aussichten den Weg an die Baustelle Kaiserlinde fanden. Wenn es jemals eines Beweises bedurft hätte, wo Neunkirchens Fußballherz zu Hause ist, so wäre er dies einmal mehr gewesen.

 

eine halbe Stunde vor Spielbeginn

eine halbe Stunde vor Spielbeginn

Der Block reichlich in schwarz und weiß gehalten, sang trankfreudig schon deutlich vor Spielbeginn. Selbst den letzten Spieler musste jetzt klar werden das er nicht für irgendeinen Verein Fußball spielt. Und man sollte es kaum glauben man sah wirklich wieder kämpfende Spieler im gelben Auswärtstrikot. Sie rannten, sie grätschten und sie gaben keinen Ball kampflos her, auch wenn spielerisch nicht viel ging. In Hälfte eins versuchte man zumeist über die Mitte den Weg zum Tor, was aufgrund der taktischen Ordnung der Elversberger zumeist Stückwerk blieb. Viel klein, klein, viele Dribblings von Dausend oder Kirchen, aber letztlich fehlte die letzte Struktur im Spiel. Vielleicht auch der letzte Mut zur Offensive, was aber aufgrund der defensiven Grundordnung kaum verwundern konnte. Hajdarovic hatte die eine, die große Chance mit einem Kopfball schon früh in der 6.Minute den Mob ins Extase zu versetzen, leider aber konnte er den Ball nicht direkt aufs Tor bringen.

Baustelle Kaiserlinde

Baustelle Kaiserlinde

Ansonsten verlief die erste Hälfte wenig spektakulär, es sei denn man war Fan von taktischen Geplänkel. Erwähnenswert vielleicht noch das Tim Cullmann auf der Sechs spielte. Schon interessant zu beobachten wie Trainer Spieler bewerten die sie eben noch nicht seit Jahren kennen. Ich find er hat seine Sache gut gemacht. In Hälfte zwei gingen dann die Umstellungen fleissig weiter, Kirchen in Hälfte eins sicherlich einer der Unruhepole in der Offensive fand sich auf einmal als rechter Verteidiger wieder. Hajdarovic auf dem rechten Flügel, was sicherlich gut gedacht, schwächte die Mannschhaft aber zusehends. Offensiv blieb jetzt viel an Hedjilen und Weston hängen die beide viel liefen, aber sicherlich nicht die Qualität eines Kirchen oder Hajdarovic haben. Vorallem passte das Spiel nicht mehr zu der Aufstellung. Viel ging jetzt über die Flügel und Flanken aber in der Mitte war eben keiner mehr um zu verwerten. Dennoch kann man beiden Spielern reichlich Engagement zusprechen. Vorallem Hedjilen hätte heute zum Helden werden können, als er sich den Ball eroberte in den Strafraum zog aber leider zuviel Rücklage hatte. Insgesamt fehlte aber beiden Teams weiterhin der Zug zum Tor. Dausend kurz vor Schluß verpasste zweimal den entscheidenen Pass um den Anhang ausflippen zu lassen, den Torjubel hätte ich gerne erlebt. Als dann später noch mit Klein ein zusätzlicher Innenverteidiger reinkam war klar wohin das führen sollte. Es ging nur noch ums unentschieden halten, wahrscheinlich kannte man die Ergebnisse der anderen Plätze. Digital Camera

Nach Spielschluß wurde die Mannschaft noch vom Großteil der Fans gefeiert, manch Spieler war kurz davor mitzumachen, aber es gibt Dinge die gehen nicht. Ich brauche keine Mannschaft feiern die sich zu Hause mit 1:5 abschlachten lässt oder auswärts eine Klatsche nach der nächsten mit heim bringt, denn sind wir mal ehrlich, hätte dieses Team in den letzten Wochen ähnlich gekämpft müsste man heute nicht mehr um den Klassenerhalt bangen. Und gewonnen ist noch gar nichts außer die Tatsache auch am nächsten Samstag noch die Möglichkeit zu haben den Klassenerhalt doch noch unter Dach und Fach zu bringen.

Fernsehbericht in der arena am Samstag hier

 

 

 

Doch woher kommt auf einmal der sportliche Erfolg? Die Wandlung der SVE unter Dietmar Hirsch

Es war schon überraschend als Jens Kiefer am 5.Spieltag sein Traineramt niederlegte. Noch überraschender war die Verpflichtung von Dietmar Hirsch als neuen Trainer. Seitdem kommt man aus dem staunen nicht mehr heraus…Elversberg besiegt den Primus RB Leipzig und gewinnt auch gegen stark eingeschätzte Wehener. Es scheint so als wäre die SVE in der neuen Liga angekommen. Doch woher kommt auf einmal der sportliche Erfolg? Ein Text aus Elversberger Feder…dafür nochmals Danke

Der aktuelle sportliche Höhenflug setzte in der Tat erst mit der Verpflichtung von Dietmar Hirsch ein. Eine durchaus interessante Frage, warum dies so ist, zumal Hirsch keinerlei Erfahrung als Trainer einer Profimannschaft vorweisen konnte, als er verpflichtet wurde.
Jens Kiefer hinterließ eine intakte Mannschaft, sowohl was den Fitnesszustand der Spieler als auch die Kameradschaft innerhalb des Teams anbelangt. Stimmen diese beiden Komponenten nicht, hat es auch jeder neue Trainer schwer.

Jens Kiefer setzte aus sportlicher Überzeugung und gleichzeitiger Loyalität auf einigen Schlüsselpositionen auf Spieler „seiner“ Aufstiegsmannschaft (z.B. Jungwirth, Reiß). Dies führte dazu, dass die Mannschaft insbesondere im Zentrum zu langsam wirkte bzw. die notwendige Schnelligkeit fehlte – in der Dritten Liga aber unabdingbar, um erfolgreich Fußball zu spielen. So spielte die Mannschaft unter Kiefer oftmals gut mit, am Ende fehlten aber Kleinigkeiten.

Nach dem Kiefer-Rücktritt wurde das Team im Heimspiel gegen Preußen Münster (2:2) von Manager Benschneider und Co-Trainer Dressel betreut. In dieser Partie spielte Lukas Billick erstmals nicht auf seiner angestammten Position in der Vierer-Abwehrkette, sondern auf der 6 – also als Abfangjäger vor der Abwehr und als Bindeglied Richtung Dreier-Mittelfeld. Dieser Positionswechsel von Bilick war der erste Schritt zur Besserung. Für Billick rückte Iouta in die Vier-Abwehrkette, der zu Saisonbeginn noch Rückstände im körperlichen Bereich hatte und erste eine Woche zuvor in Halle erstmals auflaufen durfte. Und genau wie Billick entwickelte sich auch Iouta zu einem unverzichtbaren Stammspieler.

Dietmar Hirsch perfektionierte in seinem ersten Spiel als Trainer in Burghausen (erster Saisonsieg am 7. Spieltag, 1:0) diese Defensivvariante. Dort spielte Hirsch nämlich erstmals mit einer „Doppelsechs“ vor der Viererabwehrkette – und zwar mit Lukas Billick und Muhittin Bastürk, die beide seitdem auf dieser Position gesetzt sind.

Dietmar Hirsch geht unvoreingenommen und vollkommen neutral an seine neue Aufgabe heran. Für ihn spielen Faktoren, was z.B. letzte Saison war etc., keine Rolle. Er arbeitet absolut perfektionistisch, schaut sich jeden kommenden Gegner mehrmals auf Video an (seine Co-Trainer auch), dann wird beratschlagt, mit welcher Taktik bzw. mit welchen Spielern der Gegner am ehesten zu besiegen ist. Hirsch ist ehrgeizig und will jedes Spiel gewinnen. Zumal er neu im Trainergeschäft ist, sieht in Elversberg seine große Chance, sich als Trainer einen Namen zu machen.

Die akribische Vorbereitung auf den jeweils kommenden Gegner hat dazu geführt, dass Hirsch junge Spieler wie Kyereh und Cissé aus dem Hut zauberte(beide 19)  – Spieler, die dynamisch und schnell sind und sein Spielsystem verinnerlicht haben. Beide kommen auf zentraler Position im Mittelfeld zum Einsatz, wobei immer nur einer von Beiden spielt. Dazu müssen etablierte Spieler auf die Bank (Gallego, Grimm) oder sitzen nur auf der Tribüne (Zimmermann).

Wenn man jetzt zusammen fassen möchte, was den Erfolg ausmacht, seitdem Dietmar Hirsch Trainer ist, würde ich folgende Aspekte nennen:

  • Mit Bernard Iouta und den gesetzten Timo Wenzel und Marc Gross in der Viererabwehrkette (Chris Wolf als viertes Glied hat sich gegen Duisburg leider den Knöchel gebrochen und fällt für zwei Monate aus) sowie Billick und Bastürk auf der Doppelsechs hat die Defensive extrem an Stabilität gewonnen. Gab es in den ersten fünf Spielen noch 9 Gegentore, waren es in den letzten 6 Spielen nur noch 3 Gegentore. Mit aktuell nur 12 Gegentoren hat die SVE die drittbeste Abwehr der Liga.
  • Da Hirsch seit Amtsantritt auf ein 4-2-3-1 – System setzt, hat die gesamte Mannschaft an Stabilität und Sicherheit gewonnen. Was auf den ersten Blick wie eine „defensive“ Aufstellung ausschaut, ist bei genauerer Betrachtung genau das Gegenteil. Billick spielt neben Bastürk meist den offensiveren Part und stößt immer wieder nach vorne und unterstützt das ohnehin schon sehr offensiv ausgerichtete Mittelfeld (Salem links und Rohracker rechts zählen meiner Meinung nach zu einer der besten Flügelzangen der Liga, dazu kommen mit Kyereh oder Cissé zwei spiel- und laufstarke Jungs).
  • Es ist aber nicht nur das Spielsystem, das die Spieler verinnerlicht haben müssen, sondern auch die Art und Weise, wie Hirsch Fussball spielen lässt: Hirsch spielt meist ein aggressives Pressing und fordert, dass jeder Spieler auf jeder Position aggressiv gegen den Ball arbeitet – das heißt soviel, dass der Gegenspieler, der im Ballbesitz ist, sofort angegangen und unter Druck gesetzt wird, damit man den Gegner zu Fehlern zwingt. Diese Spielweise, die bereits bei Felix Luz im Angriff beginnt, erfordert eine hohe Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und ein gewisses taktisches Verständnis.

Ergebnis der aufgeführten Aspekte: Unter Dietmar Hirsch gab es aus den sechs Spielen, in denen er Trainer ist, fünf Siege (= 15 Punkte) bei einem Torverhältnis von 8:3

der Lebenslauf von Dietmar Hirsch

  • Gelernter Verwaltungsfachangestellter
  • Ehemaliger Bundesligaspieler: Borussia Mönchengladbach, MSV Duisburg, SpVgg Unterhaching, Hansa Rostock
    • 196 Spiele in der 1. Bundesliga
    • 57 Spiele in der 2. Bundesliga
  • Bis Juni 2009 Spieler beim VfB Lübeck und von Juli 2008 bis Dezember 2009 Sportlicher Leiter und Leiter der Geschäftsstelle beim VfB Lübeck
  • Inhaber der DFB-Trainer A-Lizenz
  • Studium zum Sportmanager (mit Zertifikat)
  • Studium zum Sportfachwirt (mit Abschluss vor der IHK)
  • Privates
    • verheiratet
    • 2 Kinder

Mit Felix Luz hat das Team einen bundesligaerfahrenen Mann in seinen Reihen. Auf den Außen sind sie sehr quirlig besetzt. Die Elversberger wissen wie sie ihre Stärken einsetzen können“,

MSV Duisburg trifft auf Favoritenschreck SV Elversberg | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/sport/fussball/msv/msv-duisburg-trifft-auf-favoritenschreck-sv-elversberg-id8525150.html#plx1145465654

„Der Trainer macht uns vor jedem Spiel so heiß, das hab ich noch nicht erlebt“, sagte Mittelfeldspieler Milad Salem

Neuzugang Tim Schwartz

tim-schwartzTim Schwartz wird mit seinen 25 Jahren als erfahrener Spieler angepriesen. Was er zweifelsohne auch ist, schon im Jugendbereich kann er auf Erfahrungen fern von zu Hause verweisen. So lernte er das Fussball spielen beim FC Energie Cottbus und beim SV Werder Bremen, bevor es ihn wieder Richtung Heimat zog. Beim 1.FC Saarbrücken debütierte er mit 19 Jahren unter Didier Philipp in der Regionalliga. Mit seinem ersten Einsatz konnte er sich sofort in der Mannschaft etablieren. Trotz des Abstiegs und einem Trainerwechsel (MichaelKrüger) blieb er vorerst Stammspieler in der Abwehr, bis zu seiner Suspendierung durch Manager Loose. (Vermutlich ging es wohl dabei um einen Konflikt zwischen Manager Loose und einem in Saarbrücken und Elversberg nicht ganz schlecht aufgestellten Spielerberater). In der Winterpause war dann Schluß und er suchte die erneute Herausforderung in der Regionalliga. Aber in Elversberg fand er nicht sein Glück, zwar kam er noch auf 8 Einsätze fiel aber dann erneut in Ungnade. Kurz nach Saisonbeginn sortierte Trainer Vasic Schwartz aus. Ein Probetraining beim 1.FC Nürnberg blieb ohne Erfolg und so wechselte er zum SV Karlsbrunn in die Verbandsliga um nach eigener Aussage wieder dem „Spaß am Fussball zu finden“. Allerdings war dieser schon im Oktober erneut beendet und in der Winterpause erfolgte ein erneuter Versuch in Richtung Profifussball. Offenbach sollte seine neue Heimat werden, wenn auch in der zweiten Garnitur die zu dem Zeitpunkt in der Hessenliga spielte. Immerhin kam er hier wieder zu Spielpraxis und konnte in 13 Spielen 3 Tore erzielen. Trotzdem trennten sich im Sommer wieder die Wege, der SVN Zweibrücken sollte Station Nummer fünf werden im Männerbereich. Und diesmal ging es gleich gut los. Schwartz wurde sofort zum Stammspieler in der Abwehr und Kapitän mit 22 Jahren. In 19 Spielen erzielte er 6 Tore und machte 4 Torvorlagen. Laut Aussagen vom damaligen Trierer Sportchef Fuchs, sollte er dort nur geparkt werden um im Jahr darauf nach Trier zu wechseln. Bekanntlich kam es nie soweit. In der Winterpause stoppte ihn ein Kreuzbandriss was zugleich das Saisonende und damit auch das Ende seiner Zeit in Zweibrücken bedeutete. Denn mit dem FC Homburg rief erneut ein Regionalligaverein, 20 Spiele, 1 Tor und 1 Vorlage lautete die Bilanz. Der FC Homburg stieg nach der Saison ab, Schwartz hingegen blieb dank seines Wechsel nach Idar-Oberstein in der Liga. In zwei Jahren kam er auch aufgrund eines Kreuzbandrisses und weiterer kleinerer Verletzungen auf 43 Regionalligaspiele.

Fazit: Tim Schwartz galt in seiner Saarbrücker Anfangszeit als ganz großes Talent, aus verschiedenen Gründen sollte es am Ende nicht wie bei seinem Mitspieler aus Jugendtagen Maik Frantz für ganz oben reichen. Dennoch kann er reichlich Erfahrung in der Regionalliga und Oberliga vorweisen. Er gilt als fussballerisch top ausgebildet, ist beidfüßig und im Defensivbereich flexibel einsetzbar. Seine große Stärke ist das Umschaltspiel, seine Zweikampfstärke und er kann auch aus der zweiten Reihe schießen, eine Qualität die Borussia seit Ewald Bucher abgeht. Somit wäre er eigentlich die Idealbesetzung für die offensive Sechs. Nachteil: Er ist nicht unbedingt der Schnellste und hat im Laufe der Jahre einige Verletzungen (Kreuzbandrisse, Faserrisse) erfahren. Ein Blick in verschiedene Fanforen zeigt das sich an ihm die Geister scheiden…sollte er Lust haben und von Verletzungen verschont bleiben ist er sicherlich ein Leistungsträger in der kommenden Saison.

starker Auftritt bei Kaffee und Kuchen

Spiele in Elversberg sind in aller Regel an Grausamkeit nicht zu überbieten. Was für einen selbst der Höhepunkt der Woche, erscheint im Stadionumfeld der SVE nur eine absolute Randerscheinung. Neben zwei viel belebten Tankstellen, erwecken auch die samstäglich florierenden Supermärkte neben der Kaiserlinde alles andere als Fußballatmosphäre. Die viel befahrene Hauptstrasse mit ihrem Blumenverkäufern am Strassenrand, gibt dem Bild den endgültig passenden Rahmen. Mit dem viel deklarierten Derby hat das hier nichts zu tun. Eher erinnern die Gastspiele gegen die zweite Mannschaft, an das stochern in einer offenen Wunde. Weiterlesen