Wenn Borussia gegen den Schiri spielt…

Der äußere Rahmen stimmte

Der äußere Rahmen stimmte

…dann gewinnt leider immer der Schiri. Vorab soll gesagt sein, dass ich sicher keiner bin, der die Schuld für eine Niederlage zu erst bei jemand anderem sucht, als bei der eigenen Mannschaft. Manchmal ist es aber einfach Tatsache, dass die eigene Mannschaft zu 90% nicht daran schuld war.

Aber fangen wir einfach vorne an. Am Samstag spielten unsere Schwarz-Weißen in Hauenstein, das absolute Topspiel der Liga am 9.Spieltag. Erster gegen Zweiter, Ligaprimus gegen Verfolger Nummer eins. Und wir hatten die Ehre als Tabellenführer anzureisen. Dementsprechend konnte man auch wieder eine große Menge Neunkircher dazu motivieren, die Auswärtsfahrt mitzumachen. Nicht ganz soviele wie im Vorjahr, dennoch fuhr man mit 5 besetzten Autos vom Treffpunkt weg und stieß in Hauenstein auf noch viel mehr Borussen. Offiziell waren es 500 Zuschauer, die zum Spitzenspiel kamen (ich persönlich schätze mehr), aber davon waren dann mindestens 300 Neunkircher.

als Tabellenführer auf den Platz...

als Tabellenführer auf den Platz…

Folgende Aufstellung brachte Trainer Paulus dann aufs Feld: Flauss – Cullmann, Mbote, Backmann, Kizmaz – Haliti – Jorrin, Iashivilli, Kadrija – Dausend, Haas. Eigentlich die ganz normale Startelf, warum aber Schmitt nicht spielte weiß ich nicht. Habe gehört er wäre angeschlagen und konnte nicht von Anfang an ran.

Jedenfalls begannen wir das Spiel eher zurückhaltend und abwartend, ließen den Gegner kommen und lauerten darauf, einen guten Konter zu setzen. Dies gelang aber nicht, denn wenn wir in Ballbesitz kamen, dann dauerte das Umschalten viel zu lange. Niemand lief konsequent nach vorne um einen langen Ball zu nehmen, es bat sich aber auch keiner an, um schnell über kurze Pässe nach vorne zu kommen. Diese Taktik, die eigentlich nicht schlecht war, hätte man sie dementsprechend umgesetzt, ging also nicht auf.
Dennoch haben wir es geschafft, das Spiel offen zu halten. Die Abwehr stand dicht, in den Zweikämpfen waren wir meistens bissiger und die Chancen, die die Gastgeber hatten, wurden dann von Flauss abgewehrt. Viel mehr bot die erste Hälfte auch gar nicht, relativ Chancenarm und wenn, dann meist auf der falschen Seite. Ein klassisches 0:0 Spiel eben.P1040638

Trotzdem bin ich an dieser Stelle noch nicht mit der 1. Halbzeit fertig. Da gibt es noch einen Spieler, der in dieser Hälfte wohl die klare Hauptrolle eingenommen hat. Robin Vogtland, Rechtsverteidiger des SCH, ehemals beim FCH. Ich habe selten einen Spieler gesehen, der gegenüber Zuschauern so provozierend wurde, sicherlich nicht ganz grundlos, aber trotzdem für einen Fußballer nicht vertretbar. Als Spieler sollte ich mich zumindest in sofern unter Kontrolle haben, dass ich nicht einzelne Zuschauer auch nach dem Spiel noch beschimpfe.
Sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Linienrichter während der Provokationen während des Spiels von Vogtland nicht einmal 3 Meter von ihm weg stand, aber nicht mal reagierte.

Nach der Halbzeit dann gewohntes Bild, Borussia zieht sich etwas zurück, lässt Hauenstein das Spiel gestalten, die drücken zwar, haben aber auch nicht die entscheidende Idee, wie sie durch die Abwehr der Neunkircher kommen. Dafür kamen die Jungs aus dem Saarland dann besser in die Partie und erarbeiteten sich Chancen, die aber leider vom ebenfalls bärenstarken Sebastian Grub gehalten wurden. In der 57. und 59. Minute wechselte Paulus dann gleich zweimal. Steis kam für den nicht so starken Iashivilli und Schmitt kam für Jorrin auf der rechten Außenbahn. Mit dieser Einwechslung kam auch wieder Hoffnung auf im Gästeblock. Doch viel änderte das nicht am Spielverlauf, es scheinte, als würden beide nicht unbedingt auf die 3 Punkte bestehen, sondern auch mit einem Punkt leben können. Doch dann kam die 70. Spielminute. Hauenstein spielt den Ball in den Strafraum der Borussen, Mbote geht zum Ball, trifft den Ball, danach leicht den Gegner, der Gegner fällt, ein Pfiff. Elfmeter, rot für Mbote, gelb für Haliti wegen Beschweren, Schock….

Der Elfmeter der letztlich das Spiel entschied

Der Elfmeter der letztlich das Spiel entschied

Ich weiß nicht, warum es immer uns passiert, aber langsam fühle ich mich von den Schiris unserer Oberliga auf den Arm genommen. Aus meiner und vieler anderer Sicht, die mit Sicherheit nicht rein subjektiv mit der Borussenbrille ist, war das kein Elfmeter. Ein Zweikampf, bei dem Mbote den Ball trifft und danach den Gegner. Und wenn er Elfmeter gibt, was ich ihm jetzt noch durchgehen lasse, dann war es niemals eine rote Karte. Weder hat er eine klare Torchance verhindert, noch war er letzter Mann. Für mich war die Schirileistung gestern eine absolute Frechheit.

Der Elfmeter brachte natürlich das 0:1 aus unserer Sicht und dann brauch man nicht mehr viel zum Spiel zu sagen. So richtig wollten wir nicht aufmachen, versuchten spielerisch den Ausgleich zu schaffen und liefen dann in der 85. Minute doch noch in einen Konter, der das 0:2 bedeutete.P1040791
Ein 0:0 Spiel, das aufgrund mangelnder Kompetenz des Schirigespanns mit 0:2 verloren ging. Meiner Meinung nach sollte sich der Verband über die Besetzung der drei Herren bei solch einem Topspiel mal Gedanken machen. Es kann doch nicht sein, dass ein Spiel, das erste Tendenzen in dieser Saison zeigen soll, von drei Pflaumen geleitet wird. Ich will mich da aber auch nicht zu sehr hinein steigern jetzt.
Es war eine ordentliche Leistung unserer Mannschaft, vielleicht hätte man ein frühes Tor erzwingen können, statt abzuwarten was Hauenstein macht. Von den Chancen her wäre ein Unentschieden verdient gewesen, so fuhren wir leider mit leeren Händen nach Hause. Trotzdem sollten wir jetzt kein Trübsal blasen, es sind nur 3 Punkte auf Hauenstein und wir sind als Fünfter in einer guten Überholposition. Abhaken und auf Ludwigshafen am nächsten Samstag konzentrieren! Vielleicht dann mit einem besseren Schiedsrichtergespann…

Großer Dank geht an Carsten Hör, der die tollen Fotos vom Spiel gestern gemacht hat.

An freien Tagen nur Borussia

Ein normaler Arbeitnehmer hat für gewöhnlich zwei freie Tage in der Woche: den Samstag und den Sonntag. Jeder nutzt diese Tage anders. Manche wollen einfach entspannen, manche einen trinken gehen, manche mit der Familie zusammen sein…. Und dann gibt es uns: Die Fußballfanatiker. Im Kalender steht an den freien Tagen nur Borussia. Und an diesem Wochenende stand Borussia auch zweimal auf dem Kalender. Am Samstag in Saarbrücken gegen Saar 05 im Topspiel und Sonntag das erste Spiel der Damenmannschaft in Oberwürzbach.

Premiere unter Borussenwetter

Premiere unter Borussenwetter

Das Topspiel
Die Ausgangslage für dieses Spiel war klar. Saar 05 war kleiner Favorit, wobei trotzdem mit Borussia Neunkirchen zu rechnen war. Sollten wir auf dem Kieselhumes gewinnen können, könnten wir bestenfalls Tabellenführer werden. (Was später durch den Sieg von Hauenstein auch mit einem Sieg unserer Seite nicht passiert wäre). Mit guter Stimmung reisten wir also mit 3 besetzten Autos nach Saarbrücken. Aufgrund des von Saar 05 ausgerufenen Trommelverbots hatten wir alle die Hände geschont um kräftig zu klatschen.

Als wir ins Stadion rein sind war ich ehrlich erstaunt. Ich war vorher noch nie dort und hätte eher einen Sportplatz erwartet, als ein tatsächlich kleines Stadion. Punktabzug gibt es für die Leichtathletikbahn, die jeden Fan einfach vom Spielfeld distanziert. Dafür bietet Saar 05 hinter beiden Toren jeweils ein großes, cooles Graffiti, welches einmal für Leichtathletik und einmal für Fußball gemacht wurde.
Trainer Paulus musste auf die schwere Verletzung von Leistungsträger Kirchen reagieren und brachte vor 750 Zuschauern (ca. 350 Borussen) folgende Startfelf auf den Platz: Flauss – Cullmann, Mbote, Backmann, Kizmaz – Haliti – Weston, Iashvili, Kadrija – Dausend, Haas.

Gegengeraden Kieselhumes

Gegengeraden Kieselhumes

Beide Mannschaften gingen offensiv in die Partie, ohne großes Abtasten und schon in den Anfangsminuten traf Neunkirchen nach einer Kopfballverlängerung eines Freistoßes durch Mbote. Leider wurde auf Abseits entschieden.
Dies war an diesem Nachmittag auch so ziemlich die einzig gute Aktion von Mbote, für meinen Geschmack ist er kein IV und vor allem zu langsam in der Viererkette.
Nach dem aberkannten Tor ging es munter hin und er, Flauss hatte gute Paraden und Haas hatte eine Torchance, die er sonst im Schlaf macht. Mit dem 0 – 0 ging es dann in die Pause.

Den Wiederanpfiff verschliefen die Borussen dann ein wenig und hatten Glück, dass Saar 05 irgendwie nicht mehr so treffsicher war und sie selbst noch Sebastian Flauss im Kasten hatten. Paulus reagierte in der 58. Minute, nahm den kämpferischen Weston runter und brachte Simonetta.
Danach wurde das Spiel auf der Seite der 05er ruppiger. Viele kleine, aber harte Fouls, die der Schiri meist gar nicht pfiff und wenn, dann ließ er sich nur schwer zur gelben Karte hinreißen. Borussia hatte noch eine Riesenchance in Form von Haas, wieder eine 1000&ige, aber auch er hatte kein Glück am Samstag.
In der 88. Minute brachte Paulus dann noch Ljaic für den wieder sehr starken Kadrija, aber auch mit der frischen Kraft hat es nicht mehr zu einem Tor gereicht.
Alles in allem ein verdientes 0:0, hätte auch ein 1:1 sein können und wenn man es mit der Borussia gut will, dann hätten sie auch die 3 Punkte mitnehmen können. So sind sie jetzt weiter oben dabei, allerdings auf den fünften Rang zurück gefallen.

Frauenfußball nach 109 Jahren Borussia

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die allerste Damenmannschaft der Vereinsgeschichte…

Am Samstagabend ging es dann noch auf die Neunkircher Kirmes mit einer kleinen Kneipentour inklusive. Am Sonntag dann so ziemlich alles verpennt, klingelte um 15:00 Uhr der Wecker. Aufstehen, Kaffee trinken, Zigarette rauchen, duschen, anziehen und ab ans Ellenfeld. Um 15:45 Uhr war Treffpunkt zum ersten Frauenfußballspiel in der Vereinsgeschichte von Borussia. Wir fuhren zu dritt nach Oberwürzbach.
Dort erwartete uns ein freier Eintritt und ein Ascheplatz (Für die Spielerinnen sicher unangenehm, für mich ein cooler Ground). Im Sportheim gab es hausgemachter Kuchen und Schnitzelweck und Getränke zu Tiefpreisen.

Vor geschätzten 40 Zuschauern liefen die Mädels der Borussia stolz auf, begrüßten den Gastgeber und gaben von anfang an alles. Erwähnenswert fand ich auch, dass es nicht mal Bänke oder Stühle für Trainer und Auswechselspieler gab und SV Oberwürzbach nicht mal einen Trainer hat. Dort läuft alles in Eigenregie.
Unsere Mädels machten einen frischen, konzentrierten Eindruck und hatten das Spiel von vorne weg unter Kontrolle. In den ersten Minuten hatte Jessica Woll, die Stürmerin, gute Chancen, konnte sie aber leider nicht nutzen, weil ein gegnerisches Bein am Schluss dann doch schneller war. Mitte der ersten Hälfte erzielten die Gastgeber dann das unverdiente 1:0 nach Stellungsfehlern in der Abwehr.
Den Mut und den Willen haben die Neunkircher dadurch nicht verloren, diese bissen sich sofort ins Spiel zurück, blieben aber weiterhin glücklos.
nach der Halbzeit das gleiche Bild, der VfB drückte, spielte teilweise sehr ansehlichen Fußball und kassierte trotzdem das 2:0.

Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu. Der Ball kam nach einer Ecke hoch in den Strafraum, wo die gegnerische Spielerin einfach am höchsten springt und den Ball sauber ins lange Eck köpft. Nichts zu halten. Sehr lobenswert allerdings, dass die Borussen bis zur letzten Sekunde um den Anschlusstreffer gefightet haben und sich nicht aufgaben. Für mich die wirklich herausragende Spielerin (was die Leistung der anderen nicht mindern soll) war die Stürmerin Jessica Woll, die immer präsent war, viele Antritte zeigte, sich immer anbot und in der zweiten Halbzeit auch öfter in der Verteidigung ausgeholfen hat, um keine Überzahl von SVO zustande kommen zu lassen.
Nach dem Spiel gingen wir dann noch ins Sportheim, tranken eine Cola oder auch ein Bier und fuhren erst eine Stunde nach dem Spiel wieder nach Hause. Abschließend auch ohne Sieg für eine Borussia ein schönes Wochenende. Zwei neue Grounds, eine sehr konstante 1. Mannschaft und ein historisches Spiel am Sonntag.

P.S. Mein Dank geht an Mirko, ich denke mal über eine kurze Resonanz zu seinem Text würde er sich sehr freuen…